1806. No. 72.
Elysium.
Zeitung für Poesie, Kunst und neuere Zeitgeschichte.
Mittwoch, den 24. September.
Zeitgeschichte
oder
kleine Europäische Gazette.
Wunderbarer Tod eines Englischen Fischers. Aus St. James's Chronicle vom 4. Sept.
David George vom Swansea, ein armer Fischersmann, hat sein Leben vorige Nacht, auf folgende höchst sonderbare Art, verloren. Ein außerordentlich reicher Fischfang, den er Montag früh gethan,
trieb ihn noch spät an, denselben Abend, mit seinem Sohn und zwei Männern, aufs Neue sein Glück zu versuchen. – Sie hatten bereits das Netz an's Ufer gezogen, wo es Görge reinigte, als er
eine kleine Scholle gewahr wurde, die sich in die Maschen des Netzes verwickelt hatte. Um dieselbe los zu machen, nahm er den Kopf des Fisches zwischen seine Zähne und zog ihn durch, welches, so
viel wir wissen, in England ein allgemeiner Fischergebrauch ist: – aber sey es nun, daß, indem er dieß that, oder nachher – was nicht ausgemacht werden kann – als er den Mund aufthat: genug der
Fisch schlüpfte ihm in die Kehle und erstickte ihn in wenig Minuten. Aerztlicher Beistand wurde so schnell als möglich herbeigeholt: aber jeder Versuch, die Scholle herauszuziehn, mißlang. Nur
nach Eröffnung der Luftröhre kam endlich, aber zu spät, der Fisch zum Vorschein. David George hinterläßt eine schwangere Wittwe mit fünf Kindern.
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Gefährlichkeit des Nachtwandelns. – Ein Soldat vom 91. Hochland-Regiment hatte kürzlich Urlaub genommen, und schlief die Dienstags Nacht im weißen Löwen zu Maidstone. Bis zwei Uhr liegt er ganz
ruhig: dann steht er plötzlich von seinem Lager auf: öffnet das Fenster im Schlaf, und stürzt, eine Höhe von 30 Fuß, auf die Straße herunter, wo man ihn an allen Gliedern zerschlagen und
zerbrochen fand. Der Unglückliche überlebte nur ein Paar Stunden seinen Fall. So viel man von ihm erfahren konnte, hatte er Nachts die Gewohnheit im Schlafe zu gehen: „im Traum, wie er weiter
erzählte, sey es ihm vorgekommen, er gehe nach Hause; so habe er das Fenster eröffnet und sey herunter gestürzt,"
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Aus Nürnberg vom 8. Sept. Unter den verschiedenen Buchhändlern, welche in Bayern, Schwaben und Franken, wegen des Verlags der Schrift „Deutschland in seiner tiefsten Erniedrigung" von den
Franzosen verhaftet, nach Braunau abgeführt, und dort vor ein französisches Kriegsgericht gestellt worden sind, befand sich auch Herr Palm, Eigenthümer der Steinschen Buchhandlung {290}
in Nürnberg. In diesem Augenblick erhalten wir die Nachricht, daß Herr Palm, angeblich überwiesen, erster, Verleger der gedachten Schrift zu seyn, von dem Französischen Kriegsgericht zum Tode
verurtheilt und arkebusiert worden ist. Die nämlichen Briefe, welche diese Thatsache melden, setzen hinzu, daß der Unglückliche sich hätte retten können, wenn er den Verfasser hätte namhaft
machen wollen. Aber er weigerte sich standhaft es zu thun, und noch auf dem Richtplatz dazu aufgefordert, rief er, daß er lieben sterben, als den Verfasser verrathen wolle. Man weiß, daß der
unglückliche Palm eine Wittwe und drei Kinder hinterlassen hat. Für die Wittwe werden bereits Subskriptionen gesammelt. (Aus der Nürnberger Zeitung.) Im ganzen nördlichen Deutschland hat dieser
Vorfall eine ganz außerordentliche Sensation erregt. Auf dem Kassino zu Berlin sind bloß an einem Abend fast an 100 Thaler in einer Kollekte, für die Wittwe des edeln, unglücklichen Palm zusammen
gekommen.
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Aus Altenburg vom 9. Sept. 20,000 Sächsische Truppen brechen aus ihren Standquartieren auf, um gegen Pirna zu marschieren, und sich an die schon an der Grenze der Ober-Lausitz bereits stehenden
60,000 Mann Preußen anzuschließen.
Brief des Kaisers von China an den Herrn Pfarrer Schlampadius in Europa, wegen der nöthigen Kunst des Baumverschneidens.
Wir, Sohn der Sonne und unsers Reichs wirklicher Regierer, haben eine überaus große Freude an eurer tiefsinnigen Schrift: „Erprobter Versuch über das Beschneiden der Obstbäume" u.s.w. gehabt und
wünschen sehnlichst, daß ihr hieher euch verfügen möchtet, um praktisch das zu zeigen, was theoretisch so schön zu lesen ist. Und da wir gesonnen sind, eine Anlage von Dornbüschen zu machen –
weil es hier zu Lande an Dornstöcken zu Bastonaden zu fehlen anfangen will – und wir einen Erwerbszweig, zur Vermehrung unsrer Einkünfte, dadurch zu erhalten gedenken, weil Unsere Einkünfte Uns
nicht satt Pferde halten lassen: so wäre es Uns lieb, wenn ihr auch hierinnen Kenntnisse besäßet. Könntet ihr uns aber im Beschneiden von einigen andern geldsplittrigen Dingen, z. B. Pensionen,
Besoldungen etc. Unterricht ertheilen: so erheben Wir euch, Kraft dieses, zur Würde eines Mandarinen. Da ihr auch Kenntnisse im Maschinenwesen zu haben scheint: so erdenket ein solches Ding,
welches 1000 Hiebe, ohne Menschenhände geben kann. Glückt euch dieses, so entstehet euch auch die Hoffnung nicht, daß, mit der Zeit, ihre für geleistete Dienste, die Ehre und das Glück haben
sollt: in unsrer Gegenwart euch den Bauch aufschneiden zu dürfen. Es wird euch übrigens bei uns gefallen, da ihr nicht zu predigen, sondern nur solche Dinge, zur Vermehrung unsrer Einkünfte,
auszudenken habt.
Herleitung des Wortes Pfaff.
Bekanntlich leitet man das Wort: Pfaff, womit wir gewöhnlich einen Mönch bezeichnen, davon her, daß die Seelsorger der ersten Jahrhunderte der christlichen Zeitrechnung, wenn sie Attestate
ausstellen, unter ihren Namen allzeit segen: Pastor fidelis animarum fidelium. Beliebter Kürze wegen, schrieben sie auch wohl nur die Anfangsbuchstaben jener Worte, nämlich: P. f. a. f. hin,
welches Ununterrichtete dann Pfaf lasen, welches dann beibehalten, aber sehr unrichtig, mit einem ff am Ende geschrieben und ausgesprochen wurde. Wo kommt aber das protestantische Wort: Pfarr
her? Höchst wahrscheinlich von Pastor fidelis animarum rationalium, weshalb man auch eigentlich Pfar schreiben sollte. Zugleich hier der Unterschied zwischen katholischen und protestantischen
Seelenhirten: Glaube und Vernunft!
Weimar, in der Hoffmannischen Hofbuchhandlung. 1806. Naturbeobachtungen über die Bewegung und Funktion des Saftes in den Gewächsen u. s. w. von H. Cotta. 4. (Mit VII kolor. Quartkupfern.)
Dieß Büchlein, dessen Abfassung jeder echte Freund der Natur seinem berühmten Verfasser Dank wissen wird, empfiehlt sich von selbst, und ist für den stillen Haushalt der Dryaden zugleich nützlich
und anmuthreich. Herr Cotta, ein praktischer Waldmann in Thüringen, den sein Amt täglich in weite Strecken von Buchenwäldern führt, hat darin seine Resultate, aus einem vieljährigen Umgange mit
diesen lieblichen Göttinnen, niedergelegt. Seine Schrift ist von der Akademie zu Erlangen, und das mit Recht, gekrönt worden. Er gehört keinesweges zu der Schar derjenigen Förster, die den Wald,
oder vielmehr dessen göttliche Entstehung, vor lauter Bäumen nicht sehn. Der Baum, sagt Bonnet sehr treffend, ist eben so gut in die Luft, oder in den Himmel, als in die Erde gepflanzt: und was
ist ein Wunder zu nennen: daß die Alten denselben, nach einer Reihe völlig feenartiger Erscheinungen, als das himmlische Produkt einer Göttin, einer Nymphe, einer Dryade zu betrachten pflegten?
oder daß wir Neuern in demselben, nach völlig ausgestorbner höherer Naturbetrachtung, nichts als gemeines Nutz- oder Bauholz zu sehen gewohnt sind? Zwei Mächte theilen sich in das Geschäfte
seiner Erziehung, die Irdischen, die seiner Wurzel aus der Erde den rohen Saft zuführen, und die Himmlischen, die eben diesen Saft, in den feinen Kanälen der Blätter, läutern, kochen,
sublimieren, kurz ihrer äther- {291}
haften Substanz hermogen machen. Also sitzt ruhig und heiter der bildende Geist des Lichts, Aconen hindurch, an den Küsten des Lebens da, und bildet, fröhlich und freundlich gegen Süden gewendet,
Früchte, Vögel und allerlei Thiere. Frühe schon kommt er in seine Werkstatt und erst spät mit dem Abend gehet er wieder von hinnen. Ihm, dem Göttlichen, von dem wir so wenig wissen, ist ein Tag
wie tausend Jahr und tausend Jahr, wie ein Tag: wir aber, mit unsern alltäglichen Bestrebungen, gleichen in unsern besten Annäherungen an ihn, bloß einem rohen, halb verhungerten
Korsarenhaufen:
„Der, in sein dumpfes Räuberschiff gepreßt,
In stiller Bucht die Diebeslandung wagt."
So, was wir von Früchten, Vögeln und Thieren, an den Küsten der göttlichen Natur, habhaft werden können, stopfen wir begierig in unser Raubschiff: das Uebrige aber sind wir gewohnt gleichgültig
und nicht achtend in den Staub zu treten. Und doch ist Alles in ihr so höchst sinnig, tief und bedeutungsvoll, von den flüchtigen, dunstgeronnenen Blumen, die der erste Frost des Winters auf das
Fenster unserer Wohnstube mahlt (Siehe S. VIII.), die uns gleichsam die Künste des Wassers, seine ihm inwohnenden, ewig wiederholten, weltschaffenden, göttlichen Kräfte, zur Hervorbringung von
Organisationen, augenscheinlich darlegen, bis zur Pflanze, zum Vogel und zum Thier aller Thiere, dem Menschen, als der Krone der Schöpfung. Denn wie Jemand in diesen Blättern richtig gesagt hat:
so ist das Universum selbst, in seiner ewigen Fortschreitung von Organisation zu Organisation, nichts anders, als ein tausendästiger, ungeheurer, großer Baum, der mit seinen Wurzeln an's Meer
ragt, mit seinen Gipfeln den Himmel erreicht, auf dessen Zweigen und Aesten unzählige Vögel und Thiere singend und spielend dasitzen, während der Mensch, als die Krone desselben, oben einen
idealischen Beschluß macht.
Bei dieser unverkennbaren Analogie des Ganzen, darf auch eine gewisse Familienähnlichkeit, oder Verwandtschaft des Einzelnen unter sich, durch alle Reiche der Natur hindurch, keinesweges
auffallen. Wollte daher Jemand die Pflanze ein Thier nennen, was auf dem Kopf steht: so würden wir gegen diese Benennung in der Welt nichts einzuwenden haben: nur würden wir ihn mit Herrn Cotta
(S. 50.) ersuchen, diese Vergleichung nicht bis zur Vernichtung des eigenthümlichen Charakters, d. h. so weit zu treiben, daß, wo z. E. S. 47. von Bruchmanns Pflanzenkoth die Rede ist, er sich
einfallen lassen wollte, darunter wirkliche thierische Exkremente zu verstehen: welches um nichts besser wäre, als wenn Jemand, nachdem Herr Cotta, durch eine Reihe glücklicher Experimente, den
Saftumlauf der Pflanzen, eben so gut wie die Cirkulation des Blutes, im thierischen Körper, nach den Experimenten von Harvey, für erwiesen hält, im vollen Ernst, bei der Zergliederung von
Pflanzen und Bäumen, nach dem Impuls dieses Umlaufs, oder nach einem Herzen, fragen wollte.
Daß, um nur ein Beispiel hier auszuheben, bei Entstehung der Früchte, z. B. des Apfels, der Kirsche, der ganze Baum, d. h. Holz, Rinde, Mark in der Frucht wieder vorkommen muß, versteht sich von
selbst, und ist weiter nichts, als dem idealischen Prozeß der Natur und der Kunst gemäß, nach welchem sie ebenfalls das Irdische nie aufgibt, sondern in Vereinigung mit dem Himmlischen, in ihrer
Werkstatt den grünen, knolligten, mastigten, stachligten Rosestrauch z. B. zuletzt in das sein sublimierte, ätherisch-geistig duftende Morgenroth einer hundertblätterigten, frisch empor
gezauberten Rose verwandelt. Hier aber steht der stille und verschwiegene Naturgeist, der die Rose, die Kirsche, den Aepfel schafft, wie am Ende seiner Laufbahn, und nachdem er sich vorher dem
Lebenden, durch eine fast dem Lebendigen ähnliche Wirkung im Geruche u. s. w. augenblicklich angekündigt, nimmt er Abschied und tritt plötzlich wieder hinter den Vorhang, um, wie ein verzauberter
Prinz der Fabel, für Jahrhunderte vielleicht, in einer kleinen Saamenkapsel zu ruhen, wo es dem Zufall von Licht, Wind und Elementen überlassen bleibt, ob sie den Embryo wecken und ihn aus dieser
Verzauberung befreien wollen. So bald dieß geschieht – Herr Cotta hat es mit der Roßkastanie besonders schön aus einander gesetzt – löst sich die breyartige Substanz im Innern des Saamenkorns,
die dem Embryo zur Nahrung dient. Der junge Schoß kehrt sich gegen den Mutterschoß, gleichsam aus Instinkt, um nicht durch ein plötzliches Antreffen von Hindernissen, wie sie über der rauhen Erde
vorhanden sind, an seinem zartesten Theile verletzt, und sonach vor der Zeit vernichtet zu werden: bis nach gewonnener Selbstständigkeit, in seinen an Sonne und Licht ausgebreiteten Blättern, das
erhöhtere Leben sich neue Nahrung sucht, und des Mutterschutzes leichter entbehren kann. – – Dieß ist, was der allemannische Dichter, Herr Hebel, so schön in folgen Versen besungen hat:
„Denket nur Kinder, es schläft, wie ein Kind, in jeglichem Körnlein,
Artig gebaut und man hört nicht den Othem im Schlaf, daß er gehet:
Nein, es schläft und verplaudert kein Wort, und ißt nicht und trinkt nicht:
Bis in die Furche gelegt, in den tockeren, sonnigten Boden;
Embryonartig bedeckt und im Anhauch feuchtiger Wärme,
Schießt es heimlich empor aus seinem verschwiegenen Schlafe;
Streckt die Gliedmaßen aus und sauget am saftigen Körnlein,
Wie an der Mutter das Kind: ‘s ist Alles, nur das es nicht schreyet, {292}
Sichtlicher Größe nimmts zu, wird heimlich und stärker an Wachsthum,
Schlüpft aus den Windeln und bohrt mit den schwellenden Würzelein abwärts,
Tiefer hinab in den Grund, sucht milchigte Nahrung und find't sie:
Ja und nun sticht es alsbald der Wunderwitz, möchte gern wissen
Oben beschaffen wie's ist. Gar heimlich und furchtsames Wesens,
Steckt's aus dem Boden den Kopf: potz tausend, das Land wie gefällt's ihm!
Unser Herr Gott schickt ihm die lieben Engelein abwärts,
Bringen manch Tröpfelein Thau und sagen ihm freundlich: Gott's Willkomm! –
Durstiger trinkt's, und es schmeckt ihm so wohl und es streckt sich so wählig;
‘s Tröpfelt, Sprühregen kömmt, im Thale da fällt es schon dichter,
‘s Kindlein trinkt bis genug, drauf wehen die Lüftlein und trocknen's.
Und es sagt: „jetzt ging ich Euch nimmermehr unter den Boden,
Um die Welt nicht, ich bleib, füg's Gott, was aus mir will werden!"
(Die Fortsetzung folgt.)
Miscellen.
Kunstnachrichten aus Dresden, Braunschweig u. Hamburg.
Von der Gallerie und den übrigen Kunstwerken in Dresden sage ich nichts, was könnte ich hier darüber sagen, daß der Mühe lohnte; nur dieß, daß mir jetzt so viele, ja die mehresten Beschreibungen
von Kunstwerken affektiert, preziös und kalt vorkommen. Jedoch hat es mich gefreut, daß Heinse, in seinen Briefen an Gleim, schon so über das Charakteristische von Raphael urtheilt, wie ich es
gefunden habe; so scheint dieser kräftige Genius auch schon Ahndungen von Naturphilosophie gehabt zu haben. – Bei meinem Aufenthalte in Braunschweig besahe ich auch die Gallerie in Salzdehlen, es
sind einige treffliche Deutsche und Niederländer dort, vorzüglich 3 Albrecht Dürer von hohem Werth, doch werden die Bilder schlecht gehalten, sie sind feucht und voll Schmutz, und es steht leider
zu erwarten, daß sie in einigen Jahren ganz verrotten werden, wenn nicht noch in Zeiten dafür gesorgt wird. – Ehe ich weiter schreibe, muß ich Ihnen doch noch sagen, daß in Hamburg noch ein
wahrer Schatz vorhanden ist, der es wohl verdient gesehen zu werden. Der dortige Maler, F. L. Waagen, hat eine Sammlung von einigen 60 Stück echten, alten Original-Gemälden, worunter einige von
der höchsten Schönheit, z. B. eine Veronica von Raphael, die Kreuzigung von Michael Angelo, welches Bild auch, jedoch mit Weglassung des betenden Kardinals, in Kupfer gestochen ist, der Apostel
Paulus von Joseph Ribere, genannt Spagnoletto, die Anbetung der Könige von Van Dyck und mehrere sowohl Italiäner, als Niederländer und Deutsche. Er hat sie theils auf seinen Reisen, theils durch
andere glückliche Zufälle zusammengebracht, und würde sie, wie ich glaube, unter guten Bedingungen veräußern. Er ist ein sehr gebildeter Mann, voll tiefem Sinn und dabei sehr anspruchlos; er ist
ein Schwager des berühmten Tieck. Sollte diese Sammlung nicht anzubringen seyn? Einen Katalog könnten Sie von mir, oder auch aus Hamburg erhalten.
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Aus Danzig. Hier sah es diesen Sommer betrübt ums Verdienst aus. 10,000 Menschen sind im eigentlichsten Verstande brotlos gewesen. Man erzählt sogar von honnetten Handwerkern, die in die Wälder
sollen gegangen seyn, um Blaubeeren zum Verkauf zu suchen. In unserer Rhede, die sonst, als einer der schönsten Mittelpunkte in der Ostsee, einem Wald von Mastbäumen glich, sah man jetzt
höchstens nur ein Paar eben nicht willkommene Flaggenstöcke der Schweben. Diese Herren blokirten den Hafen Tag und Nacht; jedoch ließen sie Brennholz und Fische ungehindert herein, und wurden für
diese Artigkeit von hier aus verproviantiert. „Lieber zehn Kriege mit Frankreich, als einer mit Schweden oder England:" so hörte man hier treuherzig sehr oft die Kaufleute an der Börse zwischen
den Zähnen murmeln. Auch mag es wirklich nicht ohne seyn,
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Aus München. Sie haben gewiß Recht, meine Herren, mit ihrem Streben die eigentliche Vis comica in Süden zu suchen. Auch die Bayern haben ihren Kasperl, der bei ihnen aber Lipperl heißt, und in
einer Bude vor dem Karlsthor in München und auch sonst in den Landstädten spielt. Nächstens mehr davon. –
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Aus Schlesien. Mehrere Städte in Schlesien haben freiwillig erklärt, für die Frauen und Kinder der im Felde bleibenden Soldaten Schlesischer Regimenter, sorgen zu wollen. Schon sind deßhalb
Subskriptionen eröffnet und eine beträchtliche Summe zusammengebracht. Der Enthusiasmus soll außerordentlich groß seyn.
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Aus Berlin vom 9. Sept. Es ist ein königl. Befehl ergangen, daß dem berühmten Geschichtschreiber Joh. v. Müller, sowohl aus dem königl. Landesarchiv, als aus den Registraturen des
General-Direktoriums, alle Nachrichten und Aktenstücke mitgetheilt werden sollen, welche auf die Geschichte Friedrich des Großen Bezug haben.
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Der Oesterreichische Kaiser Franz I. hat eigenhändig einen lateinischen Brief an den Kaiser Napoleon geschrieben; worin er demselben seine unerschütterliche Liebe zum Frieden an den Tag
gelegt.
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Anekdote.
Fontenelle bewirthete einst in seinem Garten eine Gesellschaft disputierender Naturfreunde, deren Aufmerksamkeit eine Glaskugel auf sich zog, die den Sonnenstrahlen völlig ausgesetzt, zur großen
Verwunderung Aller, oben kalt und unten ganz warm war. Man disputierte die kreuz und die quer, man erschöpfte sich in Hypothesen, bis zuletzt der Schalk Fontenelle mit der seinigen hervor trat
und die Gesellschaft frug: „ob es vielleicht davon herkommen könne? er habe vorher die Kugel umgewendet."
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