1806. No. 53.
Elysium.
Zeitung für Poesie, Kunst und neuere Zeitgeschichte.
Mittwoch, den 16. Juli.
Zeitgeschichte
oder
kleine Europäische Gazette.
An Wunder gränzende Thätigkeit in der Englischen Marine, Rear Admiral John Shank.
Frühmorgens den 2ten Sept. ließ dieser brave Admiral, zu der Zeit, als er noch Kapitain war, und den amerikanischen Seedienst besorgte, in den dortigen Gewässern zu St. Johns, zu einem neu zu
erbauenden Schiff den Kiel legen. Abends desselbigen Tages war man schon so weit mit dieser Arbeit fertig, daß Steven und die ersten Bedeckungen fix und fertig da standen. So und mit ähnlicher
Hast ging der Bau fort, und zwar immer von frischgefälltem Bauholz, das die Schiffsequipage sich aus den benachbarten Wäldern der Insel herbeiholen mußte: so, daß die Bäume. die noch Morgens früh
im Thau standen, und die Vögel des Himmels in ihrer Krone singen hörten, nicht wenig verwundert seyn mußten, sich Abends in Bogspriete, Masten und Segelstangen verwandelt zu sehen, und statt
Flöten Pans und Silvans, die gellend erklingende Bootsmannspfeife Jak Tars zu vernehmen. Am 28. Sept. also nur 28 Tage nach angefangenem Bau, ist dieses Wunder von Schiff darauf glücklich von
Stapel gelaufen. Noch mehr: den Tag darauf machte es võllig klar; nahm Mannschaft und Proviant ein; stach in See; traf den Feind; schlug ihn; so daß man demnach von Admiral John Shank mit Recht
sagen kann, daß er binnen vier Wochen und fünf Tagen, ein englisches Schiff fabriziert, manövriert, equipiert, den Feind damit renkontriert und mit ihm batailliert habe.
Fürchtet nichts, brave Britten! So lange diese Thätigkeit nicht in Euch ausstirbt, werdet ihr noch lange euer Rule Britannia über den Wassern fortsingen können.
Die Klage der Dryade.
Ein Traum.
Mir träumt': ich sey ein grüner Baum,
Und stand im lichten Himmelstraum:
In meinen Zweigen hatt' ich manch Geschlecht erzielt,
Das gegen Sonn' und Licht mein Gipfel wärmend hielt:
So prangt‘ ich, für Insekten eine Wiege;
Es brüteten auf mir der Vöglein Züge;
An meinen Wurzeln spielte still ein Fluß;
Es netzte mich des heil'gen Regens Guß;
Sieh, Hirt‘ und Heerde, bei der Mittagshitz' Ermatten
Sie kamen, auszuruhn in meinem Schatten; {214}
Vom Wind geschüttelt fiel des Gipfels Frucht;
Vergnügt vom Thier des Feldes aufgesucht;
Auch dämmerte der Mond, mit Strahlen kaum zu zählen,
Herein zu meinen grünen Schattensälen;
Mein Haupt erquickte mir der Sternlein mildes Klar:
So stand ich da wohl tausend Jahr,
Und wurde grau vor Alter gar:
– Doch einen Tag,
Da hört ich so im grünen Walde
Den Oberförster sprechen: „balde
Geht nun auf ein neuer Schlag:
Heute schieß mir, Bursch, den Sechszehnender:
Morgen steht ein Holzschlag im Kalender:"
Und des Morgens kam die rohe Schaar:
That, wie ihr befohlen war;
Rupfte aus mein grünes Haar:
Ihre Art erklang so fröhlich munter;
Und ihr Lied erscholl den Wald herunter;
Grüne Stämm' und Aeste, Zephyrs Spiele,
Dienten einem Schiffe nun zum Kiele,
Mußten ihm die schwere Ladung tragen,
Und Valet dem grünen Walde sagen.
F.
Ein Wort über Poesie und Prosa.
Jeder hohe Grad menschlicher Thätigkeit hängt am Ende mit der Begeisterung, folglich mit der Poesie, zusammen. Das ist, was die, welche jetzt so tief in der Prosa stecken, freilich nicht
begreifen wollen. Was könnten unsere Staaten, was unsere Erziehung und unser Gottesdienst seyn, wenn wir es verständen, diesen Hebel mehr in Bewegung zu setzen, und wenn bei allem, was wir
unternehmen, nicht immer die Begeisterung fehlte? Ich meine jene echte Begeisterung der Natur:
„In der eröffnet ist für uns
Ein Born, der ewig fließet,
Und den kein neuer Scott und Duns
Hinfüro uns verschließet."
Das Beste vollbringt ja der Mensch aus einem dunkel göttlichen Gefühl und Instinkt. Ohne Begeisterung versteht er weder die Kunst, noch die Religion, noch das Licht, noch das Leben, noch die
Sonne, noch die Liebe, noch die Wissenschaft und das Schöne, in seiner eigentlichen, d. h. in seiner ideal-poetischen Tiefe, sondern hängt sklavisch an jenen traurig entkörperten, wesenlosen
Schattenrissen und Gespenstern der Natur; an Formeln, Linien, Zahlen und Dreiecken, die er zu begreifen glaubt, weil sie sich von ihm zählen, messen, und wiegen lassen. So sinkt das herrlichste
und höchste Geschöpf, das die Natur hervor brachte, der Mensch, zuletzt von der ihm von seinem Schöpfer angewiesenen hohen Stufe, eines Herren der Schöpfung und sichtbaren göttlichen
Baukünstlers, zu einer todten und willenlosen Maschine herab, die sich, von der despotischen Willkühr des Ersten des Besten, aufziehen, spannen, und wie jedes andere Instrument abspielen läßt.
Und doch ist der Grund der Natur so jugendlich heiter; so wundervoll anregend; so tief und poetisch, in ihrer mannichfaltigen Gestaltung, daß es fast unbegreiflich bleibt, wie es die Menschen in
der mechanischen Betrachtung und Abtödtung derselben so weit gebracht, daß sie aus jugendlichen Jüngern und Anbetern derselben weiter nichts, als kalte Professoren des Universums geworden
sind.
„Unbewußt der Freuden, die sie schenket,
Nie entzückt von ihrer Trefflichkeit,
Nie gewahr des Armes, der sie lenket,
Reicher nie durch meine Dankbarkeit,
Fühlos selbst für ihres Schöpfers Ehre,
Gleich dem todten Schlag der Pendeluhr,
Dient sie knechtisch dem Gesetz der Schwere
Die entgötterte Natur."
Ich möchte den ersten Spießbürger von Thorn wohl gesehen haben, wie er auflachte, als ihm der tiefe Kopernikus erzählte: wie das, bei dem schnellen Umlauf unserer Erde, wenn ihm sein Herr
Bürgermeister begegnete, den er grüßte, er bereits vier Meilen im bloßen Kopfe gelaufen sey, ehe er Zeit habe seinen abgenommenen Hut wieder aufzusetzen; da wie bekannt die Erde in threm Umlauf
vier Meilen in jeder Sekunde zurück legt.
Göttingen 1806. Fragmente einer Charakteristik des Alterthums, von A. E. Zinserling. 203 S. 8.
(Beschluß.)
Sklavenscheu der Griechen und Homer. (S. 141.)
Die Idealität des kultivirten Alterthums war zu Augusts Zeiten gesprengt. Gerade da wurde der Grund zu einer neuen Idealität für die kultivirte Menschheit im Christenthum gelegt. Ebendas. Der
Graf Chamfort schreibt es der Allgewalt der Natur zu, daß unter einem Despoten noch Kinder gezeugt werden. Wie groß erscheinen in dieser Hinsicht die Alten, von denen es bekannt ist, daß sie, von
Tyrannen bezwungen, nach Art gefangener Elephanten, wenigstens die Zahl der Sklaven nicht vermehren wollen. Aus diesem Gesichtspunkt erklärt sich die Aengstlichkeit des August hierüber, der
keineswegs aus Statistik, weniger aus Moral, eigentlich weil seine Ehre dabei interessirt war, dafür sorgte. {215}
Leonidas und die neuen Grenadierkompagnien.
(S. 139)
Die Thaten der Leonidasse des Alterthums, die man so oft con amore erzählt, sind gerade das, was am wenigsten großes Interesse und Bewunderung einflößen kann, da in neuern Kriegen manche
Grenadierkompagnie, mancher brave Unteroffizier ähnliche Dinge gethan hat; Dinge, die im Staube der Bibliotheken, in der Nacht der Vergessenheit schlummern, weil sie keinen heiligen Sänger
fanden, und weil uns alle Tage was anderes durch den Kopf geht.
Todter Schulkram, Formalismus der Neueren.
(S. 137.)
„Da die Erziehung der Alten, selbst die des großen Haufens, und die ganze Verfassung, eine größere ästhetische Kultur (in ewig reger Anschauung der Natur) bewirkte, als bei uns – gehörte
Anekdotensammeln hieher, so wäre hier ein weites Feld: -- so ist es um so mehr zu bedauern, daß wir uns durch den statistisch-mathematischen, nur die praktische Brauchbarkeit einer kalten
Vernunft (höchstens Pestalozzische Vierecke, Einmaleins, Fichtische Wissenschaftslehren u. s. w.) fordernden, Geist der Zeit immer weiter in dieser Hinsicht von den Alten zu entfernen
suchen."
So viel wird hinreichen, um den Geist lebendiger Untersuchung, der in diesen Fragmenten herrschend ist, zu bezeichnen. Kein einziges davon ist ohne Interesse. Nur einen Wunsch erlaube uns der
geistvolle Verfasser. Er betrifft die sorgfältigere Vermeidung philosophischer Terminologien. Auch wir schätzen das Studium der Natur, unter einem idealen Gesichtspunkt; nur bitten wir ihn, in
Zukunft uns bloß Resultate desselben zu geben: eine Pflicht, die der gute Geschmack jeder ästhetischen Darstellung in diesem Fache auferlegt.
D.Red.
Neueste Kunstnachrichten aus Rom.
Der folgende Abschnitt der Kunstnachrichten, welcher die Einleitung zu den Landschaftsmalern in No. 49. dieser Blätter machen sollte, ist aus Versehen zurückgeblieben, welches des Zusammenhanges
wegen hier bemerkt wird.
D. Red.
Kein Fach der Kunst gewährt im gegenwärtigen Augenblicke mehr Befriedigung, und keines ist in allen Theilen besser besetzt und kultivirt, als die Landschaftsmalerei, die dem Geiste der Zeit vor
allen angemessen, und in ihren Foderungen weniger schwierig zu befriedigen scheint; wenn wir auch nur den einen Umstand erwägen, daß dem Landschaftmaler in Italien eine seiner Kunst in hohem
Grade günstige Natur täglich frei vor Augen liegt. Die Werke Reinharts, der jetzt jedem andern lebenden Künstler seines Faches den Rang streitig macht, entzücken durch ihre Heiterkeit, Fülle und
geistreiche Ausführung, so wie durch die charakteristische Wahrheit und Kraft, womit dieser Künstler jeden Gegenstand der Natur in seiner Wesenheit zu ergreifen und auszudrücken weiß. Kein
Landschaftmaler hat dieses Talent in so hohem Grade besessen und ausgebildet, wie Reinhart; so daß auch Hackert, den man in dieser Hinsicht mit Recht als einen der geschicktesten Künstler
schätzt, darin von ihm übertroffen wird. Eine reiche, dichterische Phantasie, die oft in ihrer Kühnheit an das Bizarre streift, gewaltige Massen, ein stark ausgesprochener Charakter von Größe,
spricht uns aus Koch's Gemälden an. Voogd's, des Holländers, klarer Himmel, seine einfache Komposition, das Fröhliche, Arkadische seiner Darstellungen, ergötzt und erfreut wieder auf andere
Weise. Man kann und soll diese Künstler nicht mit einander vergleichen, um über ihren Werth zu entscheiden; jeder verfolgt, auf seinem eigenen Wege, dasselbe Ziel. Wir schränken uns hier auf die
nähere Anzeige einiger Landschaftgemälde ein, welche seit kurzem vollendet worden.
Eine große Landschaft von Koch zeigt die bedeutenden Fortschritte, die dieser Künstler während der letzten Jahre in seiner Kunst gethan hat, und wir können sie zu dem Vorzüglichsten zählen, was
die moderne Kunst in diesem Fache aufzuweisen hat. Sie ist ganz im Poußinschen Charakter gedacht und ausgeführt. In dem Schooße eines mächtigen Gebirges, das seine zackichten Felsengipfel in die
Wolken erhebt, liegt eine Stadt von antiker Bauart; man erblickt Tempel und Hallen; mächtige Bogenwölbungen verbinden zwei Hügel, auf denen sie liegt, aus einer Kluft zur Rechten der Stadt drängt
sich ein Waldstrom hervor, strömt durch ein sandiges, hin und wieder mit Inseln von Gesträuch und Baumgruppen besetztes Bette, und wendet sich dann mächtig links gegen das Meer hin, das auf
der einen Seite den Horizont begränzt, während ihn auf der andern eine ferne Gebirgskette schließt. Im Mittelgrunde gleitet ein Kahn, den ein Jüngling regiert, in den Strom hinaus; in dem
Fahrzeuge befinden sich noch junges Weib mit einem Kinde an der Brust, ein älteres das hinter ihr, und ihr Mann, der neben ihr sitzt. Links im Vorgrunde erhebt sich ein gewaltiger, mit Gebüsch
bewachsener Fels; an der mit Moos bewachsenen Wand desselben lehnt ein Jüngling, der auf einer Flöte bläst; zwei sitzende Mädchen horchen auf sein Spiel; ein Hirte treibt seine Heerde vorüber.
Ueber das Gefilde spannt sich ein Regenbogen; er hat seinen Fuß auf das Gebirge gesetzt und schwingt sich nach der Fläche des Meeres hin; auf ihn deutet eines der Mädchen im Vorgrunde. Die Luft
ist bewölkt, wie nach einem Gewitter. Dieser Effekt ist {216}
außerordentlich gut ausgedrückt; die Landschaft ist in der vollkommensten Harmonie; so gewagt auch die Darstellung eines Regenbogens, und so schwer die Aufgabe, wegen des überall verbreiteten
Lichtes, auch seyn mußte. Bäume und Pflanzen sind mit Wahrheit und Bestimmtheit gemalt; die Figuren gut gezeichnet und mit Verstand geordnet. Dieß Gemälde ist ungefähr 10 Palmen hoch und 8 P.
breit.
Eine Zeichnung von dem Kornfelde des Boas, mit der Aehrenleserin Ruth, die voll Ehrfurcht vor dem Alten kniet; das halmenvolle Gefilde; die Schnitter bei ihrem Mahle, unter einem fruchtbeladenen
Baume; das einfache Landhaus; die fröhliche Aussicht über fruchtbare Triften; der unbeschreibliche Reiz des Ländlichen, in einer lachenden, üppigen Natur, bewiesen schon vor einigen Jahren, daß
Koch im Stande sey, jeden Gegenstand in seinem wahren Sinne zu fassen und zu behandeln. Sehr abstechend, aber nicht weniger gut gedacht und angeordnet war das Gegenstück jener ländlichen Scene,
das Opfer Noah's, nach der Sündfluth; die Arche auf der Spitze des fernen Gebirges; die Welt umher öde und verwüstet.
Koch beschäftigte sich ehemals viel mit Zeichnungen in Bister, seltener mit kolorirten Arbeiten; auch malte er verschiedenes in Oelfarben, aber sein Kolorit war hart und schmutzig. Sein letztes
großes Gemälde beweiset, daß er nun auch diesen Theil der Kunst glücklich in seine Gewalt gebracht hat. Sein Kolorit ist, so wie überhaupt sein Stil, mehr poussinisch als claudisch; aber wahr und
dem Charakter seiner Gegenstände angemessen.
Miscellen.
Fichte und Schelling. Das die Schule der Ich-Poeten und Ich-Philosophen, in Deutschland, als deren souveraine Stifter Schiller und Fichte mit Recht zu betrachten sind, bei aller Anerkennung der
Genialität dieser Männer, dennoch in eine viel zu manirierte Einseitigkeit verfallen sind; besonders was ihre Vorstellungsart von den Objekten und der Natur betrifft: das wird hoffentlich nach
wenigen Jahren Niemand mehr ableugnen. Auch in Elysium und Tartarus (Vergleiche Nro. 28. Beilage, besonders was dort über das Traumprinzip vorkommt) ist schon hiervon die Rede gewesen. Jetzt aber
treten auch Fichte und Schelling selbst gegen einander förmlich in die Schranken. Schelling in der Jenaischen Literaturzeitung beschuldigt Fichte, wiewohl mit aller möglichen Hochachtung gegen
ihn, als genialen, verdienstvollen Vorgänger, nicht konsequent bei seinem System geblieben zu seyn; überhaupt einer wunderlichen Befangenheit in seinen Vorstellungen von den Objekten; so daß es
Fichte, mit aller seiner Originalität, schwer halten soll, auf die ihm hier gemachten Vorwürfe bündig zu antworten. Da nun die Objekte bei den Philosophen so wieder zu Ehren gekommen sind, ist
auch für Poesie und Kunst zu hoffen, daß die objektiven Dichter und Künstler sich bald einer andern Kritik, als der bisherigen, so höchst sublimierten und subjektiven Schillersch-Schlegelschen,
zu erfreuen haben werden, die leider auch in des sonst trefflichen Jean Pauls Vorschule der Aesthetik, als Regulativ erscheint; daher der Verfasser denn auch weder weiß, was er mit der bildenden
Kunst, noch mit der Natur, noch mit der Malerei recht anfangen soll. Den Abschnitt vom Naiven aber, als Fundament aller objektiven Kunst, so wie des Stils überhaupt, ist er uns ganz schuldig
geblieben.
Die Schöpfung.
Schelling an Fichte.
Was suchst du, Fichte, Gott im eignen Daseyn nur?
Versuch's einmal und such ihn auch in der Natur,
Allwo im reichen Schöpfungselemente
Jedwedem Ding er seinen Abdruck gönnte.
Der Lilie Schmuck, die sich den Leib aus Schnee gebaut,
Hat dir ihr Werden Gott im Erdenschoos vertraut?
Die Engelwerkstatt – sah ein sterblich Aug' sie je?
Vernahmst du ihr Geschäft, das unterirdische?
Sieh hier verkörpert Luft – ein Tongebilde dringt
Sie in die Wolken, schwimmt in Aethers Bläue, singt:
Wir nennen Vogel es, was farbigt, buntbeschwingt
Sich melodienreich vergnügt am Wasserfalle:
Wie abgeschöpft dem lautersten Krystalle,
Verkörpert wässerne Gestaltung sich zum Fisch,
Die Silberschuppe zeigt noch des Krystall's Gemisch:
Rein ist's der Form vergönnt im Fluß sich abzuklären:
Dem Strand und Ufer muß das Schalthier angehören:
Das Krokodill entsteigt dem Schlamme grau,
Bis sich zu festerm Knochen, freierm Bau,
Stets mannichfaltiger im Hirsch und Pferde
Und im Kameel verhärten will die Erde.
Was staunst du solchem Spiel der Formen zu?
Begeistrung im Gemüth, vernimm, was ab und zu
Den Leib den Elementen angemuthet:
Was all im Zeitenstrome ebbt und fluthet,
Ist Gott: es deckt sein Blitz der Schöpfung Abgrund auf:
Materie ist nichts, als Schutt und Hauf,
Umnebelnd Licht und ewge Himmelsgluth:
Gesättigt kehrt nur, wer in Gott geruht!
F.
Seltene Ministertugend. Als Peter der Große sich in Frankreich aufhielt und die Marmorstatue des Kardinal Richelieu besuchte, soll er dabei ausgerufen haben: „O seltner und kluger Mann, wenn du
noch lebtest: so gäbe ich die Hälfte meiner Staaten darum, um von dir zu lernen, wie ich die andere Hälfte regieren sollte!"
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