1806  No. 22.

Elysium und Tartarus.

Zeitung für Poesie, Kunst und neuere Zeitgeschichte

Sonntag, den 16. März.

Zeitgeschichte.
––––––––
Ein Paar Worte über Ceremoniel und Mesalliancen.
Der Deutsche bleibt sich immer gleich. Der Kanzleistil verläugnet sich bei uns nirgend; er gehört einmal zu unserm National-Charakter, und wir können ihn selbst in unsern Grabschriften nicht entbehren. Während in den schicksalvollen Tagen des Jahres 96. und 97. die Equipagen der Reichsgesandten zu Regensburg, mit Zwistigkeiten über das Ceremoniel des Vorfahrens, oder des Setzens der Stühle, bei den Komitialversammlungen, beschäftigt waren, und alle Zeitungen sich damit anfüllten: ist ein Fürstenhut nach dem andern auf die Erde gefallen, ein Königsstuhl nach dem andern herabgewürdiget worden, und zuletzt das heil. römisch-deutsche Reich selbst zu Grunde gegangen. Und jetzt im Jahr 1806, wo das Kapitel von den Mesalliancen, aus der Weltgeschichte so völlig neue und unerhörte Erörterungen erhält: wo ein Prinz und eine Fürstentochter, nach der andern, von ihrem Thron steigen, um von einem neuen, den persönlicher Muth und Tapferkeit gründen halfen, als König, oder Königin, Besitz zu nehmen: bilden wir uns ein, daß wir, oder unsere Abkömmlinge, im tausendsten Glied, die bei allem Stolz, auf ihre alten Geschlechtsregister, sich denn doch wohl am Ende werden bescheiden müssen, über ein erlauchtes Churhaus, wie Baaden, oder eine, in glänzender Erbfolge regierende Dynastie, wie Bayern, erhaben zu seyn, sollten fortfahren können, ganze Familien der respektabelsten Landbesizer, Mitglieder ihres eigenen Standes, Edelleute, so gut wie sie, mit Verachtung anzusehn: das heißt, sie wegen Mesalliance irgend eines Majoratsherrn von 16 Ahnen, mit einem armen Fräulein, das ihrer nur fünf hatte, oder wegen falscher Devise irgend einer alten Großmutter, mit der es im Stammbaum nicht so recht just war, von allen Kreisversammlungen des Staats und öffentlichen Berathschlagungen der Stände, gleichsam als von Geburt unehrlich, auf ewigliche Zeiten, auszuschließen?
(Hier ist nichts übertrieben. Nach Römers Sächsischem Staatsrechte Th. 3. S. 26. ist von der gemeinen Ritterschaft in Sachsen nicht mehr ein volles Zehntheil landtagsfähig. In der ursprünglichen Matrikel derselben stehen 992. Güter, und die Zahl der landtagsfähigen Besitzer ist so zusammengeschmolzen, daß man bald darauf wird denken müssen, die Ausschüsse, die zusammengenommen nur aus Einhundert Köpfen bestehen, zu vermindern.)

Wenn – noch einmal vergönne man es uns, Herrn Rehberg hier redend einzuführen – der Land Mar- {86}

schall von Sachsen, der im Jahre 1700. dem Könige August II. das Statut der Chursächsischen Ritterschaft vorlegte, welches die Landstandschaft auf die adlichen Besitzer einschränkt, die Sechszehn Ahnen erweisen können, nach dem Verlaufe eines einzigen Jahrhunderts wieder aufleben könnte: wie würde er erstaunen, wenn er um sich her sähe, und im Aufrufe so viele Güter vergeblich nennen hörte. Hat denn ein Erdbeben ganze Kreise verwüstet, und Distrikte verschlungen? ist hier eine freiwillige, oder erzwungene Auswanderung vorgegangen? Hat der Sachse seine alte Vaterlandsliebe so sehr verläugnet, daß ihm das edelste Recht, von seinem Fürsten um Zustimmung zu den wichtigsten Angelegenheiten des Landes gefragt zu werden, nichts mehr gilt? Die Güter sind nicht vertilgt, nicht zersplittert, sie sind vielmehr durch fortschreitende Kultur einträglicher und für den Staat wichtiger geworden, als sie waren: die Besitzer sind Landskinder, geborne Unterthanen, führen aber Namen, die 1700. nicht gehört wurden: oder vielleicht waren nur ihre Mütter oder Großmütter von Familien, denen damals der Zutritt bei Hofe und auf dem Landtage nicht verstattet ward.

Berlin 1806. Ueber den Untergang der Freiheit der alten Völker. Vorlesung. Durch Johann von Müller.
Nur 12 Seiten – aber ein Ueberblick, der mit der Schärfe eines Adlerauges, die ganze Weltgeschichte, nach ihren wichtigsten Resultaten, umfaßt. Zwar, wie der gedruckte Titel besagt, nur ein Manuscript für Freunde: aber wir irren wohl nicht, wenn wir zu den Freunden des edeln, ehrenvesten, tiefen Johannes Müller, alle gebildete Menschen der deutschen Nation rechnen. Für die, denen die Ruhe, selbst die Ruhe eines Kirchhofs, um jeden Preis lieb ist, stehen hier goldene und beherzigungswerthe Worte. Manches möchte sich ihnen empfehlen lassen; besonders die Stelle S. 6. wo die Rede ist, von den Gefahren einer Welteroberung, selbst wenn diese von einem Rom, und unter einen Fürsten, wie August, betrieben wird. Wir wollen sie ganz im Auszuge hierhersetzen.

„Als alles Vorzügliche zusammengedrängt wurde in eine Stadt, in die verdorbenste, als alle Nationen vor einer sich beugen mußten, die selbst unterjocht war: hatte schon die nächste, etwas vollständige Geographie, Strabo, die Erödung unzähliger berühmter Städte, das Hinsterben anderer anzumerken. Hundert Jahr verflossen, und in Trajans goldener Zeit, waren in dem ganzen Peloponnesus weniger Menschen, als vorher in dem ganzen Athen; zwei hundert Jahre noch, da verfielen die unter August aufgeblüheten Städte, lang vor den barbarischen Eroberungen, und das Reich nahm ab, und wurde schwach, so daß endlich, Gallien, das dem großen Diktator einen zehnjährigen Krieg und vielleicht das Blut einer halben Million gekostet, unter Anführung eines kaum zwanzigjährigen Jüngslinges, von etwa 25,000 Franken erobert und behauptet wurde. Ist dieß das Glück, der Flor, die Sicherheit (wir setzen hinzu das goldne Zeitalter der Welt und des August), wofür der freie Stand selbstständiger Nationen bereitwillig hingegeben zu werden verdiente?".

Leipzig. Joachimsche Buchhandlung. Europäischer Aufseher.
Im neusten Stücke desselben befindet sich ein recht interessanter Aufsatz, der, mit Sachkenntniß geschrieben, die Ursachen auf das Scharfsinnigste entwickelt, warum wohl jetzt jede deutsche Armee im Felde, gegen eine französische, nothwendig verlieren muß? Als Resultat dieser Untersuchungen heben wir aus: jeder Deutsche müßte, wie in Frankreich Soldat seyn: aber dafür sollte der Adel auch nicht länger die ersten Militairstellen, gleichsam als ein Privilegium, an sich reißen, und dem braven Bürgerlichen, der sich auszeichnete, wenn es hoch kommt, etwa Aussicht auf den Posten eines Feldwebels, oder wenn es köstlich gewesen ist, auf eine Versorgung bei der Accise übrig lassen.

Esprit de Corps. Krieg der Schneider mit den Komödianten in England.
London vom 22. Febr. Vorige Woche haben nun auch die Komödianten in Sheerneß erfahren, was es heißt, wenn man sich mit den Schneidern zu viele Freiheit nimmt. Die Geschichte ist die. Herr Johnston, Eigenthümer des Theaters zu Sheerneß, der sich gewöhnlich in London aufhält, und alle Jahr einmal, um eine Benefizvorstellung zu geben, in sein kleines Sabinum herunter kömmt, wählte dießmal zu seiner Debitrolle „die Schneider" ein Stück das schon in London, weil die Schneider sich dadurch an ihrer Ehre gekränkt fühlten, so viel Rumor und Spektakel gemacht, und wodurch Herr Johnston, den braven Söhnen des Fingerhuths zu Sheerneß, gleichsam den Fehdehandschuh geradezu vor die Füße warf. Mit Recht hielt zwar Herr Johnston die Schneider, bei dem allgemeinen Interesse, daß dieser Stand jedem denkenden einflößt, für ein gutes Zugstück; aber das war {83}

nicht Alles, und es wäre weit mehr zu bedenken gewesen. Denn kaum daß die Gardine aufgezogen war, und das Stück anfangen sollte, als unter beständigem Zischen und Klopfen, eine ganze Ladung von Fingerhüthen, Scheeren und Nähnadeln, den Komödianten dermaßen auf die Köpfe hagelte, daß sie plötzlich wieder aufhören und abtreten mußten. Schon frohlockten die stolzen Schneider über ihren eingebildeten Sieg, besonders als sie sahen, daß ihre Gegner ihnen so leicht das Feld räumten; aber die Freude dauerte nicht lange; denn die Matrosen und das Volk von Sheerneß, das mit zugegen war, und das Stück durchaus sehen wollte, schlug sich in's Mittel. Durch diesen so unverhofft erhaltenen Sukkurs, bekamen nun auch die Komödianten wieder Muth, sich aus ihren Löchern und Koulissen hervorzuwagen. In wenig Minuten war die Attake allgemein. Hier und da floß Blut. Die Schneider fochten, wie Löwen, zogen aber dennoch den Kürzern, und mancher von ihren Rockschößen ist, wie man versichert, an diesem Tag, um eine halbe Elle kürzer geworden. Ihren Verlust, bloß an Fingerhüthen, gibt man auf 1500 Stück an. Außerdem sind einige tausend Scheeren, und mehr als 15,000 Nähnadeln, auf dem Platz geblieben. Die weiteren und offiziellen Berichte werden erwartet.

1806.
Schillers Todtenfeier. Ein Prolog von Bernhardi und Pellegrin,
Die Idee zu dieser Todtenfeier ist echt poetisch. Die Charakterschilderungen von Schillers Stücken sind pikant und meist kurz und kräftig genug. Das Ganze hebt mit vieler Energie, nämlich mit einer Donnersymphonie an. Schiller irrt als Kind in einer Wildniß umher, klagt über seinen verlassenen Zustand, zuletzt, schläft er an einem Hügel ein. Während seines Schlafes sehen die Zuschauer, wenn sie anders wach bleiben, die Personen auftreten, Schiller einst in freien Kunstbildungen, mit seinem Talent verherrlichen sollte. Ein Räuber steigt zuerst aus seiner Spelunke hervor:

„Mit sichrer Kraft und frechen Geist verkünde,
Des Götterfunkens Kampf im Erdenwust."

So ruft dieser Schiller an. Ihm folgt Fiesko:

„Nicht Schwerdter schreckten mich, noch Lanzenspitzen;
Es fiel der Feind, und aufgeklimmt zum Throne,
Durft' ich, was ich erstrebt, doch nicht besitzen;
Dem Frevler ward ein niedrer Tod zum Lohne.
Von frechem Stolz und eitelm Wahne trunken,
Bin ich vom Thron in Meeresgrund gesunken."

Hierauf zeigt sich der verzweifelnde Ferdinand, aus Kabale und Liebe, der auch, wie es sich für ihn gehört, recht verzweifelt thut:

„Sie starb durch mich –
Will keine Thräne meinen Jammer mildern?
Kein Wort mein Leid und meine Reue schildern?"

Dieß geht so fort, bis zum Tell, der den Schlafenden mit dem Zuruf:

"Wohlauf, mein Knab‘, du mußt dich aufrecht stellen."

zu ermuntern sucht. Es gelingt ihm auch. Alle Genannten bitten übrigens den Dichter recht höflich, daß er ihrem Schatten einst die letzte Ehre erweisen, und sie besingen soll, und er versteht sich denn auch am Ende dazu. Die Verfasser hätten hier zugleich, wenn sie sonst gewollt, eine gute Gelegenheit gehabt, auch die Dichter anzubringen, die nun sich auch ihrerseits von Schiller die Ehr‘ erbitten, sich von ihnen besingen zu lassen: aber da fällt uns eben ein – auf den Fall, hätte Tell lang rufen sollen, Schiller hätte gewiß fortgeschlafen.

Briefe aus Wien.
4.
Uebrigens will ich von dem Verfasser der Evakathel und Schnudi nur noch dieß bemerken, daß er sich von der Autorsünde der moralischen Zerknirschung frei zu halten gewußt hat. Seine Werke sind, wie es sich gehört, heitere freie Spiele. Das beste Produkt von Hensler, dem jetzigen Pächter und Direktor des Kasperltheaters, ist das so beliebte Donauweibchen, das seinen Beifall zum Theil der gefälligen Musik des Kapellmeister Müller verdankt. Ich könnte noch eine weitläuftige Liste von äußerst belustigenden Stücken anhängen, von denen das schlechteste manche unserer nordischen, griesgrämischen Runzeln zu verscheuchen tüchtig wäre, aber alle diese Herrlichkeiten wollen selbst gesehen und gekostet seyn, und Wien allein, das ergötzliche Wien, bietet sie uns in seiner reichen Fülle dar.

Ich wende mich jetzt von den dramatischen Dichtern zu den eben so ausgezeichneten, talentvollen Bouffon's. Es ist das Charakteristische einer Nationalbühne, daß sie nach und nach ein stehendes Personale erhält, was in jedem Stück nur mit Nuancen wiederkehrt. Ohne mich auf Terenz und Plautus zu berufen, brauche ich nur die bekannten Charakterrollen der Italiänischen Bühne anzuführen. Wer kennt nicht Pantalon, den Doktor, Arlequino u. s. w.. Die Franzosen haben gleichfalls nur einen Crispin und eine Lisette. Der Chevalier, der Finanzmann, die Kokette, die Prüde sind lauter stehende {88}

Formen, doch wie vieles Andere ist nicht in Frankreich stereotypisch.

In Wien gibt es nur zwei bleibende Charakter-Rollen, der Kasperl und Thaddädel, sein Sohn, oder Lehrjunge. Beide Charaktere sind durch die Individualität zweier großen Bouffons gestempelt worden, der Kasperl durch den berühmten Laroche, Thaddädel durch den eben so einzigen Hasenhuth. Thaddädel ist später entstanden, und durch ihn erst ist die bloße Belustigung zu einem komischen Ganzen, d. h. zu einer Komödie worden. Zu einer jeden Handlung gehören zwei Personen, so auch hier. Kasperi war nur halb, so lange ihm Thaddädel fehlte, beide sind so glücklich zusammengefügt, und dabei in einem so ewigen Widerstreit, daß sie für sich allein eine Komödie und auch meistens das Stück ausmachen. Es möchte schwer seyn, ihr Verhältniß zu einander genauer anzugeben. Sie sehen sich ähnlich, wie Vater und Sohn, wo eigentlich das Alter den Hauptunterschied macht. Kasperl will Thaddädels Streiche nicht leiden, indem er sie aber bestrafen will, verfällt er selbst in solche Schwachheiten, daß der junge Herr ein Privilegium daraus zieht. Zum Beispiel, der alte will einer Haubensteckerin, in die sich Thaddädel verliebt, eine Bußpredigt halten, geht zu ihr, wird aber unvermuthet selbst zärtlich u. s. w.
Schade, daß Laroche und Hasenhut, dieses würdige, komische Paar, schon seit mehreren Jahren getrennt sind, da Hasenhut im Theater an der Wien spielt, wo er nicht an seinem Platze steht. Von Hasenhut's Forcerolle ist der Lehrbub‘ Poldel, in der Frau aus Krems, wo er die Schreckensscene, König Richard des Dritten, unübertrefflich parodiert. Eben so amüsant ist er, als zwei und dreißig jähriger A.B.C. Schütz. Seine improvisierten Späße sind oft sehr glücklich und individuell. Einmal ist er der Diener eines Herrn, der die Kaprice hat, ihn täglich mit dem Ochsenziemer durchzuprügeln; sein Herr will sich eben diese kleine Freiheit wieder herausnehmen, er versichert aber, er hätte jetzt die Kaprice, sich nicht prügeln zu lassen, dieser ist es endlich zufrieden, und verspricht sie ihm auf den Abend; aber gewiß! sagt Thaddädel ganz treuherzig. Ein andermal, da ihm Kasperl einen Weg beschreibt, wo er den Stephanusthurm linker Hand liegen lassen soll, sagt er eifrig, I steck so Nichts ein.
So viel vorläufig über das bei uns so verschriene Kasperltheater. Wenn er Ihnen nicht mißfallen hat, sollen Sie künftig mehr von ihm hören.
––––––––
Kleiner Tartarus.
Holland. Wie man sagt, ist eine englische Flotte, nach dem Cap de bonne esperance, unterwegs. Sie hat die Bestimmung, dieß Vorgebirge für die Engländer in Besitz zu nehmen, und den Holländern nichts davon, als die gute – Hoffnung übrig zu lassen.
––––––––
Romanze von den drei Schneidern.
Nachtrag zu dem Schneiderkrieg.
(Altdeutsche Lieder, gesammelt von Arnim und Clemens Brentano S. 325.)
Es sind einmal drei Schneider gewesen,
O Je, es sind einmal drei Schneider gewesen,
Sie haben ein Schnecken für ein Bären angesehen,
O Je, O Je, O Je!
Sie waren dessen so voller Sorgen, O Je, u. s. w.
Sie haben sich hinter einem Zaun verborgen, O Je, u. s. w.
Der erste sprach: Geh du voran, O Je, u. s. w.
Der andre sprach: Ich trau mich nicht an, O Je, u. s. w.  
Der dritte der war wohl auch dabei, O Je, u. s. w.
Er sprach: der frißt uns alle drei, O Je, u. s. w.
Und als sie sind zusammen kommen O Je, u. s. w.
So haben sie das Gewehr genommen. Je, u. s. w.
Und da sie kommen zu dem Streit, O Je, u s. w.
Da macht ein jeder Reu und Leid, O Je, u. s. w.
Und da sie auf ihn wollten hin, O Je, u. s. w.
Da ging es ihnen durch den Sinn: Je, u. s. w.
„Heraus mit dir du Lumpenwicht, O Je, u. s. w.
Wann du willt haben einen Stich." O Je, u. s. w.
Der Schneck, der steckt die Ohren heraus, O Je, u. s. w.
Die Schneider zittern, es ist ein Graus. O Je, u. s. w.
Und da der Schneck das Haus bewegt, O Je, u. s. w.
So haben die Schneider das Gewehr abgelegt, O Je, u. s. w.
Der Schneck, der kroch zum Haus heraus, O Je, u. s. w.
Er jagt die Schneider beim Plunder hinaus. O Je, u. s. w..
––––––––
Practica est multiplex. Zu Wien habe ich einen ehrlichen Schneider kennen gelernt, der mit seiner Familie davon lebte, daß die Frau für die Schottenkirche Hostien buck, während der Mann, wie er es nannte, zuweilen in der Komödie auftrat, und, zum Beispiel in der Oper Valmyra, einen – Elephantenfuß machte. Nebstdem spielte er auch andere Rollen. Zuweilen übernahm er einen von den Löwen Sarastros, womit er aber allein nicht fertig wurde, sondern immer noch einen Lehrburschen brauchte. Jede Direktion, wenn sie billig ist, pflegte er mit drolligtem Gesicht hinzuzusetzen, wird einsehen, daß, zwei Schneider auf einen Löwen, gewiß nicht zu viel sind.