1806  No. 34.

Tartarus.

Zeitung für Poesie, Kunst und neuere Zeitgeschichte

Sonntag, den 4. Mai.

Zeitgeschichte.
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Leipzig. Aus dem Briefe eines Reisenden. Zu Auerstädt auf der Post kriegte ich ein Zeitungsblatt in die Hand: darin las ich: Der Marschall Berthier sey so eben im Galopp die neu angelegte Straße, über den Mont-Cenis herab geritten: die Poststraße über Auerstädt nach Leipzig u. s. w. denk‘ ich, sagte der Postmeister, sollte der Marschall Berthier das Ding wohl haben bleiben lassen. Ich glaube es beinahe auch. Merkwürdig ist noch das dabei: daß vor ungefähr 6 Jahren jeder Reisende, der über den Mont-Cenis passieren wollte, vorher seinen Reisewagen mußte auseinander nehmen, ja auf Maulthieren transportieren lassen, Die Unkosten davon betrugen wenigstens an 300 Livres. Jetzt hat die halsbrechende Gefahr dort aufgehört; der Mont Cenis ist eine fahrbare Straße geworden; dafür ist aber der Weg nach Leipzig so schlecht, daß man alle Fährlichkeiten einer Alpenreise auf demselben zu bestehen hat. Was für Veränderungen doch die Geographie unterworfen ist!
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Rom. Es geht ein Gerücht: Der Papst werde Rom an den Französischen Kaiser abtreten, und dieser sich daselbst zum Römischen Kaiser erklären lassen.
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Wien. Nachrichten aus Wien melden: Der Kaiser habe die geheime Polizey aufgehoben, die jährlich über 3 Millionen kostete, und nichts bewirkte, als daß sie den Monarchen um das Zutrauen seiner Bürger und das Herz seiner Unterthanen brachte. Wenn der Geist solcher und ähnlicher Einrichtungen in Wien die Oberhand gewinnt, so kann die Schlacht bei Austerlitz eine der wohlthätigsten Epochen in der Oesterreichischen Landesgeschichte werden.
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Gotha. Drei Virtuosen waren nach einander an unserm Hofe: Dem Kapellmeister Eberl aus Wien allein gelang es sogleich nach seiner Ankunft, sich bei unserm alle Künste liebenden Herzog, Gehör zu verschaffen. Herr Eberl spielte sein Konzert am Hof, zur allgemeinen Bewunderung. Das Tragen der Töne, besonders, wie er Licht und Schatten im Phantasieren ausdrückt, dieser Stil des eigentlichen Fortepianos, verdient, je seltner er in unserm trommelnden Jahrhundert zu werden scheint, das höchste und unbeschränkteste Lob. Der Künstler war so bescheiden einen Theil seiner vortrefflichen Exekution dem schönen Instrument unsers Herzogs zuzuschreiben. Dieser ist indeß zu human und zu sehr Kenner, um ihn nicht wegen dieser Aeußerung doppelt hochzuschätzen. Auch engagierte er ihn sogleich für ein zweites Konzert, bei seiner {138}

Zurückkunft von Weimar, das er der Stadt geben soll, und zu dessen Subscription unser Herzog wieder allererst mit einem guten Beispiel voran ging.
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Danzig. Von 106 großen und kleinen Schiffen, welche Danzig besitzt, sind allein im vorigen Jahr 107 Matrosen in England zurückgeblieben. Der hohe Sold der Engländer lockt; ihr Nationalruhm steht über dem deutschen; und die Furcht vor dem preußischen Kantonnistenwesen thut denn auch auf der andern Seite das ihrige,

Actum Tartarus in der großen Gerichtsstube, Hallische Universitätsakten.

1.
Es ist von den verkehrten Ansichten des Komischen unter uns Deutschen, die wir dem Mangel aller Kritik des echten Lustspiels auf unserm Theater nur allzu nah und allzu innig zusammenhängen, schon oft in unserer Zeitung die Rede gewesen. Selbst unsere besten kritischen Journale tappen, wo es auf diesen Punkt kömmt, meist im Dunkel. So hat z. B. die Hallische Literaturzeitung uns noch vor Kurzem eine Recension von Diderots Rameaus Neffen geliefert, die vom Anfang bis zu Ende, unsers Bedünkens, auf falschen Principten des Komischen beruht. Desto erfreulicher verdient es angemerkt zu werden, wenn nach Verirrungen solcher Art ein und der andere Rezensent sich wieder zu orientiren anfängt, und so liberalern Ansichten für die Zukunft Bahn eröffnet. Dieß scheint uns vorzüglich der Fall bei dem verständigen Beurtheiler der gegen Wötzels Erscheinungen nach dem Tode, in der Hallischen Literaturzeitung No. 81. angezeigten Schriften zu seyn: wir wollen nur eine Stelle davon, das Lustspiel und die alte echte Satyre betreffend, für unsern Zweck hier ausheben. Zugleich ersuchen wir den geneigten Leser, das, was bei Gelegenheit der Rezension von Eva Kathel und Schnudi, No. 26. in der Einleitung von uns über diesen Punkt gesagt ist, mit etwas Aufmerksamkeit nachzulesen Die Worte des von uns hier angeführten Hallischen Rezensenten sind folgende:
„Rezensent, der weder schadenfroh, noch boshaft zu seyn glaubte, der die Menschen liebt, aber die Menschheit höher achtet, glaubt überzeugt zu seyn, daß es besser um uns stehen würde, wenn die alte Komödie der Griechen wirklich bei uns eingeführt werden könnte, als jetzt, wo wir ins Blaue hinein fantasieren. Mißbrauch freilich taugt überall nichts. Ist es aber Mißbrauch die Waffen der Satyre gegen den Einzelnen zu brauchen, der sich am Ganzen versündigt? Und am Ende – ist nicht eben so viel /Weisheit Druckfehler/ Bosheit aus der Welt hinausgelacht, als gepredigt worden? (Wohl noch etwas mehr!) Daß ja doch die Prediger nicht gegen die Satyre eifern!" Meint denn unser Verfasser, der sich so ängstlich gebehrdet, wenn er in die Gefahr kömmt (auf Kosten des armen Wötzels) witzig seyn zu wollen, mit dem Abendsegen, den er S. 214, „aus Tiedgens Unterhaltungen mit Gott in den Abendstunden“ hat abdrucken lassen, mehr auszurichten, als etwa ein Aristophanes, Lucian, Juvenal, Swift, wenn sie ihre Laune über die Wötzels ausgießen? Satyre mag vielleicht nicht auf die Kanzel gehören; wiewohl auch hierüber die alten Prediger, z. B. Abraham de Sancta Clara, ganz anders dachten. – Die Hauptsache ist überall die Wahrheit, und diese muß über jede Rücksicht gehen. Die Leute mit den vielen Rücksichten – wenn sie Wahrheit sagen sollen – scheinen nur, mit Lessing zu reden, Kuppler der Wahrheit, aber ihre Liebhaber sind sie nicht. –

2.
Ein Paar Worte über den jetzigen deutschen Kunstformalismus.
Nro. 73. März 1806, in der Hallischen Literatur-Zeitung heißt es von August Schlegels Elegie aus Rom: (Vergleich Nro. 1-2- -3. des Elysium und Tartarus) „Wenn wir nun diese Elegie, als ein Seitenstück zu den Göttern Griechenlands von Schiller aufzustellen bestimmt werden: so müssen wir sie in Rücksicht ihrer Form weit über dieses Gedicht, das bisher für die  vollendetste Elegie in unserer Literatur galt, ja selbst über alle bisherige Meisterstücke der neuen Poesie überhaupt erheben." dieß Urtheil ist ungefähr eben so wahr, wie das, was kürzlich über den Polyidos in der Eleganten Zeitung stand, wo dieses Stück ebenfalls als der glücklichste Versuch der Neuern in dem Stil der Alten zurückzubilden aufgeführt wurde. Beide Rezensenten bescheiden sich, wie es scheint, auf dem Gebieth der Kunst, mit den Forderungen der äußern Form; der Eine mit reinen Spondeen; der Zweite mit reinen Trimetern: und unter diesem Gesichtspunkt haben denn freilich beide vollkommen recht; nur daß es mit Erreichung solcher äußern Formen in der Kunst noch lange nicht gethan ist: sonst müßte man ja auch wohl, was technisches Verdienst betrifft, dem kunstfertigen, aber todten Raphael Mengs, vor dem lebendigen, seelenvollen Raphael selbst, den Vorzug geben, und dessen Madonnen, als die ersten und vollendetsten Meisterwerke der neuen Kunst überhaupt anpreisen. Daß dieß zu Wien und Dresden von Einigen wirklich geschieht, beweist in der That nichts weiter, als daß der technische Standpunkt den meisten {139}

Menschen auch in der Kunst der geläufigste ist. Die Gewandtheit des Talents kann dem Genie Manches ablernen: nur ein selbstständiges, freies Leben, wie Gott, hervorzubringen, Solches liegt außer seinem Wirkungskreis, und da, wo es seinem Machwerk ein „Stehe auf und wandele" zurufen soll, fehlt ihm fast immer der göttliche Othem. Dieß beiläufig der Grund, warum keins von den Shakspearschen Stücken, in der Schlegelschen Uebersetzung, je mit Beifall aufgeführt werden kann. Wem ist es übrigens unbekannt, daß die neue Aesthetik, in formellen Spielereien aller Art ihr Möglichstes gethan? Wir sind weit davon entfernt das unläugbar Gute, das aus diesen Versuchen hervorgegangen ist, zu verkennen, oder mit scheelsüchtigen Augen anzusehen: aber gleichgültig darf man nicht bleiben, wenn man bemerkt, daß die Rezensenten selbst von der Herrlichkeit bloß technischer Formen dermaßen berauscht sind, daß Einige von ihnen jetzt keinen Anstand nehmen, Schlegels Elegie über Rom neben Schillere Götter Griechenlands zu setzen; ja sogar den Polyidos, als einen Pendant zum Oedipp zu betrachten; eine Verirrung, die Jeden, der die Kunst lieb hat, über den verloren gegangenen Maßstab des Höchsten in ihr, mit doppelt schmerzhaften Empfindungen erfüllen muß.

Aufforderung an den Herausgeber des Elysiums.
Humboldt erklärte die schöne Kunst als: Darstellung der Natur durch die Einbildungskraft. Wenn er hinzufügt: diese Darstellung kann nicht anders als schön seyn; denn sie ist ein Werk der Einbildungskraft: so möchte ich ihn, und alle, die ihm ohne weitere Prüfung jenes nachgesagt haben, wohl fragen: ob sie denn meinen, daß die Einbildungskraft nicht auch ein Häßliches befassen könne? Vielleicht meinen sie aber gar, in der schönen Kunst werde auch das Häßliche schön. Ich meines Orts aber habe es nie von mir erlangen können, weder den Homerischen Polyphem, wenn:

– dem Schlund entstürzten mit Weine
Stücke von Menschenfleisch, die trunkenes Muthes er ausbrach,

noch Ugolinos gräßlich ekelhafte Mahlzeit bei Dante, schön finden zu können. Gleichwohl sind beide ein Werk der Einbildungskraft. Von der andern Seite aber haben ein Aristophanischer Pappax, ja sogar eine gewisse Schwammgeschichte mich nie so zurückgestoßen, daß ich die Nase gerümpft hätte. Aus dieser Beobachtung ziehe ich folgende Schlüsse: 1) Unsre Aesthetiker kennen die Grenzen des Schönen noch nicht; 2) Wer sie finden will, muß weder zu ernsthaft noch zu spaßhaft seyn, aber muß Spaß verstehen, und doch so ernsthaft seyn können, wie der alte Aristoteles.
Was ich aber hiermit will? Nichtsweniger, lieber Falk, als Sie zu einem Wettstreit auffordern. Nicht wahr, das Lachen thut uns jetzt Noth? Wohlan denn, stellen Sie Ihre Theorie des Komischen auf. Ich trete gegen Sie in die Schranken. Warum? Ich hoffe die Wahrheit dadurch herauszubringen, und Sie am Ende desto lieber zu haben. Das alles sehe ich jetzo schon voraus. Die Gelegenheit aber ist zugleich für das sittliche Leben sehr wichtig, welches jetzt das Gleichgewicht verloren hat, und wir dürfen uns daher um so mehr Theilnahme an unserm Streit versprechen. Um unsere Fehde an etwas Bestimmtes anzuknüpfen, schlage ich vor, daß Sie die Rechtfertigung von Rameau's Neffen übernehmen. Auf also, mein wackerer Kampfgenoß!
G.

Nachschrift.
Ich trage kein Bedenken dieser Herausforderung eines unserer geistvollsten jetzt lebenden Schriftsteller sogleich durch eine bejahende Antwort Genüge zu leisten. Unser Streit wird die Sachen, nie die Personen betreffen. Mit der Uebernahme der Vertheidigung von Rameau's Neffen, mache ich um so bereitwilliger den Anfang, da der Arme, wie mich dünkt, bis jetzt der Schmähungen von ernsthaften Leuten so genug erfahren hat. Also, mein lieber Gegner, frisch zum Werk; setzen Sie ihre Anklagepunkte, wie es sich bei einem ordentlichen Gerichtshandel gehört, förmlich auf. So bald sie da sind, werde ich mit meiner Antwort gewiß nicht auf mich warten lassen.
D. Red.

Offizieller Bericht aus dem Tartarus.
Der große Verskünstler, mit dessen Proceß die Höllenrichter vor 4 Monathen ihre Sessionen in der Basilica des Tartarus eröffneten, und welcher, wie unsern Lesern noch erinnerlich seyn wird, zuerst wegen seiner technischen Virtuosität in der Metrik, des Elysiums würdig geachtet, bei endlicher Abstimmung aber, wegen Mangels an dichterischem Gehalt, bis zur Tilgung seiner Sündenschuld durch eine echt Poesie, in den Tartarus verwiesen worden, war neulich nahe daran, vermittelst eines falschen Schlüssels, mit dem ein mitleidiger Freund ihm den Olympus aufzuschließen, und ihn den Göttern Griechenlandes beizugesellen sich vermaß, seinem Exil entführt zu werden.
Sein Führer hatte ihn bereits glücklich aus dem Tartarus herausgebracht. Da aber erst kurz vorher einige {140}

zweite Schillers und Klopstocke, ja sogar auch ein zweiter Sophokles auf ähnliche Weise sich zu den Wohnungen der Unsterblichen einschleichen wollen, so hatte der heidnische Pförtner und Verweser des Schlüsselamts, der seinen Posten im Olymp besser verwaltet, als sein christlicher Amtsbruder in Rom den seinigen, es rathsam gefunden, das alte französische Schloß, das ohnehin durch langen Gebrauch bereits sehr abgenutzt war, abnehmen und vom Vulkan ein neues kunstreicheres vorlegen zu lassen, das rein ästhetisch aus der Idee schlöße, und nicht so leicht empirisch oder technisch aufgedietricht werden könnte. Der Elegiker war bereits mit seinem Führer, der besten Hoffnung voll, bis ans Thor des Olympus gekommen, als der letzte zu seiner großen Bestürzung fand, daß sein alter Nachschlüssel nicht mehr schließen wollte; und nach einigem Hin- und Herdrehen blieb sogar der Bart davon im Schlüsselloch stecken. Die beiden Freunde, die in frohen daktilischen Sprüngen (Amphitryoniades) dem Tartarus enteilt waren, kehrten nun wieder in schwermüthigem Spondäenschritt dahin zurück. Momus, der eben auf dem Balkon des Palastes den seligen Olympbewohnern durch Vorlesung der Testimonia auctorum de Merkelio, die ihm Merkur, nach der letzten Elbsperre aus Hamburg, als das neueste der schönen Literatur mitgebracht hatte, die Langeweile der Unsterblichkeit kürzte, erblickte die beiden schwerwandelnden Pilgrimme, und erkannte sogleich den größten Spondäenkünstler des Hyperboreischen Parnasses am Gange; und als die versammelten Götter Griechenlands auch das verunglückte Experiment seines Begleiters mit dem falschen Schlüssel hörten, brachen sie in ein unauslöschliches Gelächter aus.
Nach seiner Rückkehr in den Tartarus ward der Entwichene ohne Weiteres in statum quo versetzt: sein Entführer aber, wegen des verübten Frevels dem Tartarus einen wohlerworbenen Bewohner zu debauchiren, verdammt, nicht nur jenem im Tartarus Gesellschaft zu leisten, sondern auch zu wohlverdienter Züchtigung allen seit Klopstock dem deutschen Parnaß entstolperten Hexametern die Füße nachzumessen, oder im Fall er selbst Dichter zu seyn sich bedünke, in jedem Semester den Leipziger Meßkatalog in Hexameter mit lauter reinen Spondäen zu bringen.
V. R. W.
Fra Diavolo,
Secret. perp. des Höllengerichts.
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Miscellen.

Grotesken. In einer alten echt italiänischen Farce frägt die Maske des Pasquariel Colombinen, wie in aller Welt es nur gekommen sey, daß ein so schönes Weibsbild, wie sie sich in einen solchen Vogelscheu, wie den Arlechino, animale che non ha nè spirito, nè bellezza, nè ciera, di Galantuomo verliebt habe? Colombine erzählt ihm darauf: wie sie eines Tages auf dem Markt von Bergamo, bei dem Laden einer alten Obstverkäuferin vorbei gegangen, und ihren jetzigen Geliebten, mitten unter einem aufgehäuften Vorrath von Gurken, Melonen, Kastanien u. s. w. hinter einer Reihe von Fruchtkörben sitzen gesehen. Er habe daselbst Kastanien in erstaunlicher Quantität zu sich genommen. Vor Verwunderung sey sie stehen geblieben, und habe der Grazie, womit er diese Kastanien herunter schluckte, mit ihren beiden Augen im Kopfe zuzusehen, gar nicht müde werden können. Ungefähr sey ihr dabei eine Sallatstaude in Wege gestanden, die sie daran verhindert, des Anblicks ihres Geliebten, erwünschter Maßen froh zu werden, Sie habe demnach dieselbe mit ihren beiden Händen angefaßt, und auf das zierlichste hinweggebogen; aber kaum daß dieses geschehen, und sie nun dicht hinter ihm gestanden: che (wie sie fortfährt) le Castagne fecero il loro effetto, facendogli esalare una grandissima ventosità. Diese neue und ganz unerwartete Katastrophe, habe eine unglaublich tiefe Impression auf ihr amourisches Herz gemacht, und sie habe nicht unterlassen können, ihm freundlich auf die Schulter zu klopfen und zu ihm zu sagen: Signore, wenn schon die bloßen Kastanien Sie so seufzen machen: was wird es seyn, wenn ihr Herz erst einmal von Liebe gerührt ist. Se è cosi grande in voi il vento delle Castagne: è che sarà quello dei vostri sospiri, se mai sarete innamorato? Darauf habe er sich plötzlich zu ihr umgewandt, und ihr zärtlich gestanden, jetzt sey er gerührt, und sie die nun leider grausam Betrogene habe denn auch den Worten des Barbaren geglaubt, ohne sich weiter etwas Schriftliches von ihm darüber geben zu lassen.
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Heiligen römischen deutschen Reichs Küchenzettel.

„Jung’, mein Kaiser!" [Kaiserfleisch ist ein in vielen südlichen Aubergen übliches Gericht.] – Er kömmt: so eben steckt er am Spieße.
„Jung', mein Königlein!" – [ä Königle, wie man in Süddeutschland spricht, oder wie bei uns Karnickelchen – Caniculus.] – Bald, Herr, wird es fertig auch seyn.
„He, zum Teufel! Wo sind denn die armen Ritter geblieben?“ –
St. Laurentius schon braten sie jetzt auf dem Rost.
A.