1806.  No. 69.

Elysium und Tartarus.

Zeitung für Poesie, Kunst und neuere Zeitgeschichte.

Sonntag, den 14. September.

Zeitgeschichte.
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Ein Wort an meine nordisch-deutschen Mitbürger.
Ein Wort, und vielleicht eins der letzten Worte, meine lieben deutschen Mitbürger. Denn leider erleben wir jetzt Zeiten in Europa, wo das Wort für ein Schwert gilt, und die Wahrheit des Sprüchworts: „wer das Schwert nimmt, der soll durch's Schwert umkommen" nur noch vor Kurzem eine neue und schreckliche Bestätigung erhielt. Aber tröstet Euch: die Reformation und Luther haben schon vormals uns Norddeutschen bewiesen, daß dieß Sprüchwort sich eben so gut umkehren läßt, und daß man folglich mit gleichem Recht sagen kann: „Wer das Schwert nimmt, der soll durch's Wort umkommen." Ja es scheint beinah, als ob diejenigen, welche jetzt so rasch und blutig mit dem Schwert gegen das Wort aus der Scheide sind: so etwas zu befürchten scheinen. Wenn ich hier vom Wort spreche: so verstehe ich darunter nicht das Wort des ersten besten Raisonneurs vom Kaffeehause, wie es neulich der Herr v. Bülow in seiner berüchtigten Piece geführt hat, oder wie es in manchen Brochüren gegen Bonaparte Mode ist, sondern das ernste, bedachte, heilige, zweck- und gluthvolle Wort des deutschen Patrioten, das aus der innigsten, tiefsten, glaubensfestesten Ueberzeugung einer bewegten Seele stammt und hervorquillt, mit einem Wort, Luthers Wort, Gottes Wort. O ihr edeln, deutschen wenigen Männer, die ihr noch sprechen könnt und sprechen wollt, wo es frommt, wo ein Gott es gebietet, vor den Thronen und im Volke, solltet ihr feige werden und erbleichen vor Furcht, und schweigen und zagen, wie Weiber, jetzt, da Gefahren, Tod und Gefängniß Euch im Rücken und Antlitz bedrohen? Nein, im Heil und Glück eurer braven, edeln und großherzigen Nation, deren Wohlfahrt und Bildung jetzt, mehr als je, für Jahrhunderte, ja für Jahrtausende, auf dem Spiele steht, müßt ihr die elenden Rücksichten eines kleinen selbstischen, bürgerlichen Ich's vergessen lernen: so nur werden eure Worte, eure Thaten, eure Thränen, eure Kinder, eure Enkel, wie jene der Edeln Sempachs, ein heiliges und großes Vermächtniß für die späteste Nachwelt seyn..

„Dich schließt der Feind von allen Seiten ein,
Es blinken Schwerter: Freunde höhern Muth;
Im Rücken habt ihr Eltern, Weiber, Kinder,
Und diese treibt ein hohles Wort des Heerschers,
Nicht ihr Gemüth: so schützt denn eure Güter,
Und euer Liebstes zu erretten, fallt –
Fallt freudig, wie ich Euch ein Beispiel gebe!"
Gothes Egmont. Fünfter Aufz. Letzter Auftr. {278}

Schreiben aus Augsburg, vom 24. August. Der Buchhändler Stage von Augsburg und Palm, von Nürnberg sind, durch französische Gensd'armes, in ihren Wohnungen aufgehoben worden. Palm ist bis nach Braunau: Stage aber nur bis München transportirt worden, wo er seit einigen Tagen im Neuen-Thurm gefangen sitzt. Diese Buchhändler, sonst rechtliche und wohlhabende Bürger, haben die Unbesonnenheit gehabt, zur Verbreitung einiger Bücher, gegen die kein gesetzliches Verbot bestand, die aber den obersten, französischen Militärbehörden anstößig waren, das ihrige beizutragen. Die Hamburger Zeitung, aus welcher wir diesen Artikel entlehnen, nennt, was jedoch kaum glaublich scheint, als solche „Arndts Geist der Zeit," ein Werk von Genz und eine uns völlig unbekannte Brochüre, unter dem Titel: „Deutschland, in seiner tiefsten Herabwürdigung." Die Verwendungen der Königlich Bayerischen Regierung für diese unsere Mitbürger sind bisher fruchtlos gewesen. Man spricht sogar von einer Französischen Militairkommission, vor welche die Verhafteten gebracht werden sollen." Hier müßten jedoch wohl wirkliche und wohlerwiesene Staatsverbrechen, als Debauchirung französischer Soldaten, oder dergleichen, was auf Anspinnung einer förmlichen Meuteret, gegen die Sicherheit des Staats, – oder die Existenz französischer Armeen, auf deutschem Grund und Boden, unmittelbaren Bezug hätte, zum Grunde liegen, um solchen Gerüchten auch nur den entferntesten Glauben beizumessen. Es liegt ewig in der Natur des Verstandes, daß er nichts Böses zwecklos thut: und wer kann, oder mag den Franzosen, daß sie Verstand, und zwar in einem hohen Grade besitzen, absprechen wollen? – Dem Vernehmen nach ist zugleich die Auslieferung eines Buchhändlers von Linz und eines Andern von Gräz, von der Oesterreichischen Regierung verlangt worden.
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Aus Paris, vom 1. Sept. Unter den etwas verwickelten neulich, dem jüdischen Nationalkonvent in Paris vorgelegten Fragen, gehört auch die: „ob ein Jude, oder eine Jüdin, nach Moses Gesetz, wohl zur Heirath mit einem Franzosen, oder einer Französin vorschreiten dürfte?" Die Rabinen haben sich, nach ihrer Art, recht gut aus der Affaire gezogen. Sie lösen nämlich dieß Problem also: Allerdings verbiete zwar das Gesetz Moses dem Juden jede Heirath mit den Töchtern des Landes, oder den Geiim. Da aber kein Grund anzunehmen sey: daß, wo bei Moses von Goiim, d. h. von Hethitern, Jebusitern, Kananitern und Philistern die Rede ist, auch la grande Nation, oder die Franzosen darunter zu verstehen wären: so könne eine eheliche Verbindung, zwischen diesen und den Juden, allerdings statt finden."
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Zu Bergerac richtet eine Hyäne jetzt große Verwüstungen an. Verschiedene Kinder und Erwachsene sind bereits von ihr getödtet worden. Das blutdürstige Naturell dieser Kreatur ist von dem englischen Dichter Thomson sehr gut in folgenden Versen dargestellt:

„Dich schützt das Licht von deinem Antlitz nicht
So hehr, so himmelvoll es niederleuchtet,
Der Schöpfung erstgeborner Sohn, o Mensch:
Sieh, deine Schönheit, deren Glanz erweicht,
Der edelmüth'ge Leu bedachtsam zaudert,
Fällt ungeachtet, als gemeine Beute
Dem wilden Blutdurst raubbegieriger Hyänen.
Ja, wenn vor grausem Ueberfall gewarnt
Ein Dorf gesperrt wird: dann, unmenschliche Erzählung!--
Fällt das getäuschte Raubthier, angelockt
Von faulem Dunst, den stillen Kirchhof an,
Gräbt Leichen aus dem Leichentuch, und scharrt
Die Todten auf, aus ihren Sterbehemden,
Und heult zum grausen Schmaus, und geht zu Chor
Mit Nachtgespenstern und mit aufgeschreckten Larven."
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Aus dem Hamburger Korrespondenten. Der Buchhändler Palm, Chef der Steinschen Buchhandlung in Nürnberg, der durch Gensd'armes aufgehoben und nach Braunau gebracht worden war, soll daselbst eine Bestrafung erhalten haben. (Bekanntlich gibt es nur zwei militairische Bestrafungen bei der Französischen Armee, Gefängniß und arkebusieren.) Außer den bekannten Schriften sollen zwei, die eine unter dem Titel: „Genealogie," die andere: „Minos," verschiedenen Verhaftungen Anlaß gegeben haben. Auch ein Ulmer Buchhändler ist arretirt.
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Aus Schwedisch-Pommern, vom 5. September. Die braven Schweden sind aufs Neue in Ratzeburg eingerückt. Zum Glück und zur Freude jedes deutschen Patrioten scheinen also die zwischen Schweden und Preußen obgewalteten Differenzen glücklich beigelegt, obgleich die Blokade der Häfen noch fortdauert. Wir können nun muthig fechten, ohne zu besorgen, daß Gustav Adolph, der Retter des nördlichen Deutschlands, Uns, von Lützen aus, einen Rachegeist entgegen schickt. Die Nachgiebigkeit und wahrhafte Humanität, die das preußische Kabinett, bei diesen Verhandlungen, an den Tag ge- {279}

legt, ist der erste schöne Lorbeer, den es sich neuerdings erworben hat; und es kann nicht ausbleiben, daß, wenn es so fortfährt, bestimmte Maßregeln gegen den Feind, mit Mäßigung gegen seine Freunde, die nöthige Uebereinstimmung zu bringen, daß es nicht sehr bald sich die Liebe und das volle Zutrauen aller seiner neuen nordischen Bundesgenossen in einem hohen Grad erwerben sollte.
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Aus Frankfurt am Main. Der Magistrat von Frankfurt hat neulich eine Deklaration an die Bürgerschaft erlassen, worin er, wiewohl auf eine sehr gemäßigte Art, das Gefühl des Unmuths, nach so vielen Anstrengungen, Versprechungen und Aufopferungen, doch endlich seine Jahrhunderte hindurch mit Ruhm behauptete Konstitution verlieren zu müssen, an den Tag legt. Der Französische Obergeneral Augerau hat diese Deklaration nicht nur übel genommen, sondern sie auch von Seiten des Frankfurter Magistrats so undankbar gefunden, daß er diesem öffentlich darüber Vorwürfe gemacht und ihn zugleich aufgefordert hat, ihm unverzüglich die einzelnen Glieder zu nennen, die ihn zu diesen Schritt veranlaßt hätten. Auf diese Ansinnung des Französischen  Generals, hat der Frankfurter Magistrat sehr rühmlich und deutsch erwiedert: „daß diese Deklaration in Corpore von ihm beschlossen worden sey."
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Streit des Hrn. v. Archenholz mit dem General v. Nostitz, über die rechte Bedeutung des Wortes Kriegeslist. Herr v. Nostitz, oder sein Vertheidiger stellt, im Reichsanzeiger und in der Bayreuther Zeitung, an den Hrn. v. Archenholz unter andern auch folgende interessant kasuistische Frage: wenn es erlaubt sey, in unsern Zeiten dem Wort Kriegeslist eine solche Ausdehnung zu geben, daß nicht etwa, so wie sonst, schlechte Menschen, Spione, Ueberläufer und dergleichen Gesindel, sondern sogar kommandierende Offiziere selbst, auf die Vorposten kommen und einander darüber ihr Ehrenwort geben könnten, daß der Friede geschlossen sey u. s. w. ob es denn nicht auch etwa, nach demselben Maßstab, noch Kriegslist genannt zu werden verdiente, wenn ein General, nach feierlich eingegangener Kapitulation, eine Besatzung erst aufs Glazis lockte, und sie sodann und nachdem sie die Waffen gestreckt, förmlich niederhaute.
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Aus Bertin. Alles, was sich hier von Militair befand, ist ausgerückt. Die Stimmung im Volk und in der Armee ist vortrefflich. Der Freimüthige und der preußische Hausfreund enthalten Kriegslieder. General Knobelsdorf ist mit einer männlichen Erklärung nach Paris abgegangen. Der König ist vergnügter und heiterer, als je. Wie es heißt, begibt er sich in Gesellschaft des Herzogs von Braunschweig und des General v. Möllendorf selbst nach Magdeburg. Glauben Sie mir, mein Freund, zum zweitenmat ist diese Nationalkraft nicht vergeblich aufgeregt. Alles läßt vermuthen: daß Preußen fest entschlossen ist, – entweder groß zu enden, oder größer als je, vielleicht als Kaiser von Norddeutschland, aus diesem Kampfe hervorzugehn.
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Von der Sächsischen Grenze. Zwei und zwanzig tausend Sachsen stoßen, wie es heißt, zu dem Korps, das Prinz von Hohenloh kommandieren wird. Die Hessen nennt man ebenfalls als nordisch treue Bundesvölker. Die Franzosen hatten sich früher an 20,000 Mann stark gegen die Grenzen von Sachsen und Thüringen zusammen gezogen. Von einer Besitznehmung Sachsens durch einen Coup de Main, dürfte wohl in diesem Augenblick schwerlich mehr die Rede seyn. Auf den Dörfern von Thüringen liegen preußische Dragoner, die die Staffetten, so wie sie ankommen, einander zureiten. Magdeburg wird der Mittelpunkt. Bei Halle steht bereits ein großes preußisches Lager. Prinz Louis hat, nach eingegangenen Nachrichten, gestern Schiffsbrücken geschlagen, und ist bei Dresden über die Elbe gegangen. Zwischen Gotha und Erfurt und gegen die Coburgische Grenze, sollen ebenfalls starke Armeekorps zu stehen kommen. Erfurt verpallasidirt sich, um sich wenigstens auf eine Zeitlang halten zu können. Alles ist voller Thätigkeit und Erwartung der Dinge, die da kommen sollen, und jeder Sachse fest entschlossen, für die Ehre des deutschen Namens, wenn es gelten sollte, das Aeußerste zu wagen. In der That ist die jetzige Krisis höchst interessant. Der Kopf der Nation ist bis jetzt bei Uns in Norden gewesen; es muß sich nun bald zeigen, ob wir auch noch das Herz haben.

Von deutscher Landmiliz
ober
über Eins, was Uns jetzt Noth thut.
In einem Krieg von Nazion zu Nazion, ist eine Landmiliz das echte Depot, woraus man dem Feind echte, ja unerschöpfliche Streitkräfte entgegen stellen kann. Es ist Thorheit, wo nicht Raserei, einem Feind, der als Nazion ficht, d. h. fünf bis sechs Linien hinter einander in seinem Rücken zur Disposizion stehen hat, die eine, sey es auch noch so tapfere, doch endlich überwindliche Linie von stehenden Truppen, entgegen zu stellen! Denn was heißt das anders, als sein ganzes Vermögen auf eine Karte ausspielen? Man sollte doch endlich, so wie Oesterreich jetzt, aber freilich zu spät, hinter die Maßregel kommen, wodurch unsere Feinde so stark sind, wodurch Frankreich in den letzten Jahren so groß und Deutschland dage- {280}

gen so klein wurde, und wenigstens im Norden jetzt noch mit Vernunft ihre Anwendung versuchen. Soll nämlich Krieg von Nazion zu Nazion mit Nachdruck geführt werden: so muß die ganze Nazion daran Theil nehmen können und wollen: können, durch Einrichrichtung einer freien Landmiliz; wollen, durch freie Eröffnung der Bahn des Ruhms und der Ehre, oder durch Einführung eines freien und allgemeinen Avanzements. Wo Nazionen unter den Waffen stehn, pflegt der Feind sich immer mit besondern Respekt den Grenzen zu nahn: sehet auf Hessen, England, Schweden: alle Nazionen, alle Könige und Potentaten von Europa, die nicht aufhören wollen, sich, anstatt von Gottes Gnaden, in Zukunft von Frankieichs Gnaden zu schreiben, müssen dieß Beispiel nachahmen, ist es aber verloren an ihnen: so werden auch sie verloren seyn; denn die eiserne Zeit ist da, wo Europa Alles von seinen Bürgern und dem guten Eisen, das sie führen, und nichts, gar nichts von Traktaten und dem Schneckengang diplomatischer Verhandlungen erwarten muß.
Landmiliz: keine Alten – um Gotteswillen – auch kein Aufschub – denn wir haben es mit einen neuen Alexander, mit einem feurigen und kühnen Jüngling zu thun, bei dem Beschluß und Ausführung eins ist: gleiches Feuer und gleiche Kühnheit muß gegen ihn in die Schranken treten, oder wir sind vernichtet, noch ehe einmal der Kampf anfängt. Kurz Deutschlands Bürger müssen aufhören Spießbürger zu seyn, d. h. den Spieß wirklich führen lernen, und selbst den Philistern unter ihnen, die noch immer zu einer solchen Maßregel den Kopf schütteln, muß man gelegentlich begreiflich machen, daß es auf der Welt kein anderes Mittel gibt, die Füchse mit brennenden Schwänzen, die Frankreichs Simson in ihr Korn schickt, von ihrer Markungen entfernt zu halten. Zum Kampf selbst sind sie lange nicht mehr tüchtig genug. Dazu steckt ihr Kopf viel zu sehr voll alter und verrosteter Vorurtheile; ja man mag es wohl sagen: nach dem Willen Gottes und dem Gang des Ganzen, soll die jetzige Weltverjüngung von Europa, von der muthigen und freudigen jungen Mannschaft des Bürgerstandes anfangen, und wie in Frankreich, so überall ein Werk der Jünglinge seyn. Alles steht auf dem Spiele: noch einmal: schleunige Errichtung einer kernhaften jungen Landmiliz und freies Avanzement in den Armeen: wenn irgend noch eine Rettung Deutschlands, und mit ihm von ganz Europa, möglich ist: so wird, so muß sie zwischen diesen zwei Polen, mächtig und göttlichen Glanzes, hervorgehen. Die Nationalkraft ist wach, der Nationalgeist, durch so viele schuldlos erlittene Demüthigungen, bis zur höchsten Begeisterung, aufgeregt: übe man nun auch, von Seiten der Regierungen – denn der Moment ist da – und das schnell die Kunst, eine imposanter Stellung der Nazionen hervorzubringen, ein Schöpferwort zu sprechen, das die ganze Nazion zu ihrem allgemeinen Besten auslegen darf. Muthige Sprecher im Volk werden sodann zu Hunderten, ja zu Tausenden, auf den Märkten, Kanzeln und in öffentlichen Volksversammlungen, ihre unerkauften Stimmen für eine Sache erheben, die nun, aus einer bloßen Sache der Fürsten, eine heilige und große Nazionalangelegenheit geworden ist. Plötzlich wird die bisherige Kirchhofstille Deutschlands aufhören; selbst todte Herzen werden wieder schlagen und aus ihrer Asche auferstehn, und die schöne Flamme des Patriotismus überall auf das herrlichste empor lodern. Nur dieß System, ihr Deutschen, nicht aber das bisher angenommene großer Allianzen, ist die Maßregel, die Euch, selbst jetzt noch, von euerm Untergange retten kann. Denn was ihr auch dawider sagen möcht: so ist und bleibt es doch ein höchst unnatürlicher Zustand, daß eine große und kräftig gebildete Nazion, sich ihre Vertheidiger vom Don und den Uralischen Gebirgen kommen läßt, während die eignen Männer aus ihrer Mitte ruhig dasitzen, die Hände in den Schoß legen, oder höchstens Anstalt machen, die Thaten aufzuzeichnen, die andere Bürger für sie ausüben sollen.

„Wer nicht für Freiheit sterben kann,
Er ist der Peitsche werth:
Ihn peitsche Pfaff und Edelmann,
An seinem eignen Heerd!"
Bürger.

Miscellen.

Räthsel für deutsche Publizisten.

Mein Pütter, mein Schmalz und mein Schnaubert herbei!
Hier bring ich ein Räthsel, das Rathen steht frei.
Wir haben zwölf Hennen: legt keine ein Ey:
Wir haben zwölf Jungfern: kömmt keine zur Frey:
Wir haben zwölf Reichsstädt': ist keine recht frei:
Wir haben zwölf Hähne: thut keiner einen Schrei:
Wir haben zwölf Ritter: steht keiner uns bei:
Nun rathet, was fur'ne Verfassung das sey?
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Januar und Mai. (Aus The Times) Kürzlich wurde in England ein Paar aufgeboten, wovon der Bräutigam den Namen Frost, und die Braut den Namen Schnee führte.

Schnee und Frost:
Da fährt die Liebe Extrapost.

So sollte ihr Hochzeitsgedicht anfangen.