1806 No. 6

Tartarus.

Zeitung für Poesie, Kunst und neuere Zeitgeschichte.

Sonntag, den 19. Januar.

Zeitgeschichte.
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Auch ein Trost beim Untergang alter Formen.
Nach Scarron,

Der Felsgrund wankt: der Erdball ist in Nöthen;
Hoch thürmt sich bis zum Mond der Ocean:
Es stürzt, mit allen Sonnen und Planeten,
Der Welten Mittelpunkt aus seiner Bahn:

Die Fluth durchbricht des alten Bajà Dämme;
Erdbeben reißt, mit wiederhohltem Stoß,
– Da ist kein Gott, der die Verwüstung hemme, –
Von manchem Glockenthurm die Kuppel los. –

Es fällt der Zahn der Zeit, mit scharfen Bissen,
Was groß und herrlich ist auf Erden an:
Da er nun selbst den Schlafrock mir zerrissen:
Was ist's, das noch vor ihm bestehen kann?

In Sachen contra J. P. Hebel, Professor in Carlsruh, und Herausgeber der Allemanischen Gedichte.
Der Kranz, der dem Verdienste dieses echten Naturdichters gehört, schmücke seine Schläfe: ihn selbst beselige der Aufenthalt in Elysium, und er diene fortan dem Naturdichter Hiller, dem ihr auf eine zeitlang den Tartarus zuerkannt, wie ihr gewollt, zum Beispiel und zur Nacheiferung. Als öffentlicher Ankläger indeß, bin ich genöthigt, auch wider Hebel, so sehr ich ihn schätze, wo er mir auf einem falschen Weg scheint, ein Wort zu reden. J. P. Hebel, Professor in Carlsruh und Herausgeber der Allemannischen Gedichte, ich klage dich demnach an, Namens der Kunst, Alles dessen, was sie dir in deinen Allemannischen Gedichten zur Last legt: gib Red' und Antwort über folgende Klagepunkte: dein ist die Rechtfertigung: unser aber die Anklage.
Bei einem großen und seltenen Ueberfluß von echt naiven, neckischen, drolligten, allerliebsten Zügen, Einfällen und Redensarten, ist es Schade für Hebel, daß er seine Zeichnung von sentimentalen Einflüssen nicht besser rein zu erhalten gewußt hat: so daß ihn nun mit Recht der Vorwurf trifft, daß der Grund, worauf die meisten seiner Figuren gestellt sind, hin und wieder viel zu stark sentimentalisiert ist. So befremdet es allerdings etwas, wenn S. 166 ein Wächter, unter Anstimmung des gewöhnlichen Wächterritornells, in die fast Youngischen Worte ausbricht:

„Wie still ißst Alles, wie verborgen ißst,
Was Leben heißscht, im Schoos der Mitternacht!“
u. s. w. {22}

Man sieht wohl, es ist, nach einem solchen Exordium kein Grund vorhanden, warum dieser Wächter nicht eben so gut, wie Klopstock:

„Nah an der Oeßstlichen Seite Jeruschalems ißst ein Gebirge“

fortsingen, und Uns zuletzt den ganzen Messias in Allemannische Verse bringen sollte. Es frägt sich nur: was würde damit gewonnen seyn? Nicht allein die Worte und die Sprache, auch die Naivität der Vorstellungen, so wie die treue Zeichnung des Charakters, in objektiver Haltung, macht den echten Naturdichter aus, und Französische Elegien, in noch so schulgerechte Vossische Hexameter und Pentameter gebracht, hören darum ewig nicht auf, Französische Elegien zu seyn. Mit nicht geringerem Verstoß gegen die echte Poetische Darstellung, singt der nämliche Wächter S. 169., wo er den Perpendikel in der Uhr picken hört:

„I hör' jo's Unruh in der Kirchen; 's ißst
Der Puls der Zeit in ihrem tiefen Schlaf."

Hebel ist es werth, daß man solche Verirrungen nicht bloß leicht und obenhin berührt, sondern mit speziellerer Kritik, ihn auf die Stelle selbst, worin sie vorkommen, auf das Sorgsamste hinweist. Wer so viel Anlagen zum echten Stil besitzt: warum soll sich der mit einer Art sentimentaler Krämerei begnügen, oder sich einer Manier ergeben, die dadurch gewiß nicht lobenswerther wird, daß sie so große Muster und glänzende Beispiele unter uns Deutschen hat. –

S. 76. in den Marktweibern ist wieder der nämliche Fall. –  Hier macht der Verfasser den Versuch, einige dem bewegtesten Spiel des Lebens abgeborgte Bilder vor unser Auge zu führen. Ganz gut! Wir ehren es, wenn das Genie die konventionellen Schranken durchbricht, und in echt naiven Darstellungen versucht: aber diese, unter dem beständigen Ausruf „Kauft Kirschen, kauft grüne Bohnen und Linsen! eingeflochtenen Sittensprüche für Städter, schmecken uns, wie Bohnen und Linsen, die man im Wasser kocht, und kein Salz daran thut. So macht die humane Gesinnung, die der Verfasser seinen Stückgießern am Rheine S. 44. in den Mund legt, seinem edeln und gefühlvollen Herzen allerdings Ehre; aber als Dichter kann und darf man ihm die Verzeichnung kräftiger Figuren, die er, durch Einmischung von solchen Zügen, bewirkt, unmöglich zu gut halten. Was in aller Welt sollen Sentimens, wie die folgenden, in dem Munde von Stückgießern?

„Und nimmer keine Säbel mehr
Hat gnug miserabli Krüppel geb'n:
's hinkt Mancher, ohne Fuß und Hand,
Und Manche schlaaft im tiefe Sand."

Doch wir wollen die Beispiele nicht weiter häufen.
Herr Hebel, wie man sieht, verfällt hier in einen Fehler, der uns Deutschen beinah zur andern Natur geworden ist. Er glaubt nämlich, seine Figuren idealisiert zu haben, sobald es ihm gelungen ist, daß er dieselben sentimentalisiert hat. Sentimentalisieren aber und Idealisieren sind himmelweit von einander verschieden. Doch werden beide, selbst von der Kritik heutiges Tages, noch so oft mit einander verwechselt, daß der Gegenstand hier wohl eine nähere Beleuchtung verdient. Einen Gegenstand sentimentalisieren heißt nicht, ihn idealisiren (vom Individuo frei machen) heißt vielmehr ihn wieder individualisieren; nur auf eine andere Art. Sey diese noch so neu, noch so pikant: immer steht sie mit einer rein objektiven Kunst, in direktem Widerspruch, und führt den Dichter, der sie sich eigen macht, anstatt zum Stil, zur – Manier. Das höchste Grundgesetz der Kunst, wie Schiller richtig bemerkt, ist die Darstellung des Unendlichen: aber dieß Unendliche kann nimmermehr ein Unendliches von Sentenzen oder Worten seyn. Es wohnt als solches, wenn gleich nicht ausschließend im Individuum, doch gewiß in der Gattung; folglich in ewiger Nothwendigkeit des Dargestellten, nicht aber in der Willkühr des Darstellers. Denn dafür haftet die Göttlichkeit im Wesen der Natur, daß jede, noch so bestimmt in sich abgeschlossene Reihe ihrer Erscheinungen, und wäre es die einer Pipa, oder eines Laubfrosches – absolut vollkommen ist. Die Aufgabe einer echten Kunst bleibt also, rein erwogen, immer diese: mit Verläugnung seines eignen Subjekts, die zu jeder unendlichen Reihe gehörende Idee aufzufinden, welche gleichsam der Gottheit, bei der Abfassung dieses organischen Ganzen, was wir Welt nennen, vorschwebte; ja ihr dabei, wie Plato wollte, zum Muster und Vorbild diente: damit der Künstler so, in einem Produkt, das ihn selbst zu überleben bestimmt ist, in einem freieren Aufflug, sich von den Schranken der Sterblichkeit los macht, und wiewohl in beschränkter Werkstatt, mit dem Ewigen in der Natur wetteifernd, die von jenem durch unzählige Individuen (Scheinbilder) zerstreuten, vergänglichen Strahlen eines irdischen Daseyns, aus einem lebendigen, ahndungsvollen und erwärmten Innern, in den Brennpunkt einer einzigen, rein verklärten und göttlichen Gestalt zusammenfaßt. So begegnen wir, wenn wir in den Schriften der Alten, so wie in ihren poetischen und plastischen Bildwerken nachsuchen, einer stetigen Stufenfolge von Individuen, oder Versuchen, die, wir möchten wohl sagen, in fast naturhistorischen {23}

Konstruktionen, das treue Auge des Beobachters, von dem Schmidt aller Schmiede, von dem Soldaten aller Soldaten, von dem Hirten aller Hirten, aufwärts, zum Vulkan, zum Mars, zum Pan; ja zum Apoll führen. So ist die Leiter zum Ideal. Die Natur kennt keinen Sprung. Die ihn versuchen, machen ihn nie ungestraft. Sie fechten mit Luft. Ihr Ideal wohnt in den Wolken, Es gibt Zeitalter, worin das Schöne verkannt worden, aber immer hat es sich dafür zu rächen gewußt. Viele große Dichter haben Manier. Der Stil ist seltener. Je seltener er ist, um so dringender wird es Pflicht, die Rechte desselben, wo man sie verletzt glaubt, mit Strenge und Nachdruck geltend zu machen.

Milton und seine schöne Unbekannte.
(Schluß der im vorigen Stück abgebrochenen Anekdote.)
Die Freunde Miltons weckten darauf den Verwunderten, und erzählten ihm den sonderbaren Vorfall. Er las, und wie ein heimliches Gift, ergriff die süße, gefährliche Schmeichelei sein ganzes Wesen. Er hatte von dem Augenblick an keine Ruhe mehr. Rastlos, überall und immer suchte er die schöne Unbekannte; vergebens, er fand sie nicht. Noch weiter trieb ihn seine fürchterlich erwachte Eitelkeit. Er reiste nach Italien, wo er seine Verderberin gewiß anzutreffen hoffte. Jeden Winkel durchkroch er, war im Theater, im Karneval, überall; kurz er ließ kein Mittel unversucht, das ihm die Möglichkeit zeigte, des Anblicks seiner Schönen froh zu werden; vergebens, er fand sie nirgend. Auf dieser Reise soll er den Plan zu seinem verlornen Paradies entworfen haben; die Vermuthung hat allerdings einige Wahrscheinlichkeit. Erst nachdem er mehrere Jahre Italien von einem Ende zum andern durchstrichen hatte, kehrte er traurig und muthlos in sein Vaterland zurück.
Und doch war die, die er mit so heißer Sehnsucht unter einem fernen Himmelstrich suchte, nur ein Weib! Armer Milton! was du verloren hattest, war kein Paradies.
E. D.

Üeber die verschiedenen Ansichten des Kasperl, oder des sogenannten Marinellischen Theaters, auf der Wiener Leopoldstadt.
Einer unsrer genialesten Künstler, Herr Kapellmeister Reichardt, erinnert sich in seinen vertrauten Briefen aus Paris, mit Vergnügen der frohen Abende, die ihm, in seiner zu Königsberg verlebten Jugend, die Gebrüder Schuch, mit ähnlichen, extemporirten Stücken gemacht haben, und wünscht jeder großen Stadt und Residenz ein Theater, wie das des Kasperl auf der Wiener Leopoldstadt. Herr v. Arnim, nachdem er ebenfalls, aus einem der lustigsten Wiener Volkslieder, aus einer Beschreibung des Praters, ein Paar Strophen folgendermassen angeführt:

„Auch ist eine Hütte, wie ihr wohl wißt,
Da läßt man sich wiegen, wie schwer als man ist,
Ich ging auch einmal hin,
Zu wissen, wie schwer ich bin?
Der Kerl war ein Flegel, er sprach: Hört's der Herr?
Sie sind g'wiß ein Schneider und sind gar nicht schwer.
Wer damit nicht zufrieden, noch mehr sehen will,
Geh grade von da aus zum Ringelspiel,
Da drehen sich zwei und zwei,
Rund herum in der Reih,
Oft schreyen die Madeln: nit gar so geschwind,
Es ist nicht wegen meiner, 's ist wegen mein Kind!"

setzt hinzu: „Das Verhältniß dieser Lieder zu den Nationalopern der dortigen Vorstädte, wird schon aus diesen Proben fühlbar. Die meisten dieser Singspiele sind der Anlage nach schön; nur ungeschickt und leer in der Sprache; gewöhnlich aber durch Fortsetzungen unangenehm.“
Dagegen sagt der durch seine Preisschrift über Klopstock, so wie durch andere schriftstellerische Arbeiten zur Genüge bekannte Herr Benkowitz, in seiner Reise von Glogan nach Sorrent, S. 143, wo er auf das Marinellische Theater zu sprechen kommt, von diesen Männern ganz abweichend: „Wer die menschliche Natur etwas idealisch zu sehen liebt, der komme nicht in dieß Theater. Hier erscheint die Menschheit gleichsam verhunzt, und man möchte sagen, wie in einem elenden Nachdruck. Die Dichter haben schon widrige, karikaturmäßige Geschöpfe hervorgebracht; die Schauspieler aber verzerren diese Karikaturen noch mehr, und machen sie vollends abscheulich, um nur Lachen zu erregen. Kurz man erblickt hier ein Menschengeschlecht, das unter aller Kritik ist, wo einer immer noch närrischer, läppischer, abgeschmackter und abscheulicher ist, als der andere; so daß man anfängt, sich seines eigenen Geschlechtes zu schämen. Es ist wahr, daß durch die Tollheiten, die hier getrieben werden, Lachen genug erregt wird, und daß man oft selber mit lacht; aber wahrlich, es ist einem nicht gleich viel, worüber man lacht, und es ist keine angenehme Empfindung, wenn man sich schämt, daß man gelacht hat. So sah ich hier ein Stück aufführen, worin am Ende fast alle handelnde Personen starben. Es war, welches bemerkt werden muß, eine komische Operette, und {24}

sie starben mit einer gewissen Manier (in der Cadence) oder vielmehr mit einer gewissen lächerlichen Vorbereitung. Die erste Liebhaberin ließ sich, als sie die Annäherung des Todes merkte, von einem andern zu einem Stuhle führen, machte ihm einen tiefen Knicks – und verschied. Ein Anderer sprang vorher herum, als ob ihn die Tarantel gestochen hätte, machte sich die Busenkrause zurecht, nahm eine Prise Taback – und starb. Der Kasperl selbst schoß einige Purzelbäume, eh er zu seinen Vätern, oder vielmehr zu seinen Kollegen versammelt ward. Kurz, sie entschliefen alle, nach einigen Tollheiten, oder auch mit einem gewissen Anstande." Es frägt sich: wer hat nun Recht? Herr Benkowitz, der das Ebenbild Gottes durch den armen Kasperl förmlich degradirt glaubt, oder die Herrn v. Arnim und Reichardt, die gern einer jeden Residenz und großen Stadt, zu ihrer Aufheiterung, einen solchen Spottvogel gönnen möchten? Doch wir werden Gelegenheit haben, in der Folge noch öfter auf dieß Kapitel zurück zu kommen.
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Miscellen.

Des Maulthiers Zaum. Archives litéraires. (Fortsetzung.) Desto billiger und gerechter ist die Anerkennung des Wielandischen Verdienstes in dieser Erzählung, und kann sogar manchen Deutschen zur Beschämung dienen. „Wie man weiß, sagt der französische Uebersetzer, borgte Wieland, von einem Vorgänger, den Stoff dieses Gedichts, aus der Bibliotheque des Romans: (Fevrier 1777) aber glücklicher Weise borgt ein Dichter von Wielands Verdienst niemals, ohne mit reichen Interessen wiederzugeben. Ist die Verkettung in des Maulthiers Zaum gleich dieselbe, wie in der Bibliotheque: so sind doch dafür die Details, so wie der Ton der Erzählung, ganz anders. Die Charaktere sind schärfer bestimmt und entwickelt; besonders ist der Riese eine weit amüsantere Figur geworden."
So weit der Franzose. Es ist ein Elend der deutschen Kritik, daß sie, durch ihre häufige ungeschickte Verwechselung des Stoffes mit der Form, Manches für Nachahmung auslegt, was doch völlig das Verdienst eines Originals hat.
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Aus England. – Seltene Treue in seinem Berufsgeschäft. – In der Seeschlacht bei Trafalgar – so erzählt wenigstens eine englische Zeitung, the Times – nahm eine Kugel einem Kerl, der auf dem Verdeck stand, die obere Hälfte seines Körpers so glatt hinweg, daß weiter nichts von ihm auf dem Posten stehen blieb, als die Beine, die sich aber dadurch nicht im geringsten irre machen ließen, sondern vor wie nach ihre Pflicht thaten. Auf eben die Art hat man Beispiele in Deutschland gesehen, daß die Hände berühmter Autoren, auch lange nachher, da sie den Kopf schon verloren hatten, gar fleißig in ihrem Beruf fortfuhren.
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Rechtssachen. Sir Calders Prozeß, wodurch dieser Held berühmter geworden, als durch seine den Franzosen gelieferte Seeschlacht, ist nun geendigt. Die Entscheidung hing zu letzt bloß davon ab, „woher an jenem Tage der Wind kam?" Dieß erinnert an einen andern Prozeß in Deutschland, dessen Entscheidung auch zuletzt bloß darauf beruhte: „woher an einem gewissen Tage der Donner kam?" Zwischen einem Sächsischen und Preußischen Grenzamt, in der Mitte, war nämlich ein Kerl auf freiem Feld, vom Donner erschlagen worden, und das just so, daß er mit den Füßen ins Sächsische, mit dem Kopfe aber ins Preußische Territorium zu liegen kam. Nun fragte sich, da der Kerl arm war, wer sollte ihn begraben lassen? Die Sache kam zwischen beiden Territorien zur Untersuchung und blieb lange zweifelhaft; besonders, da die Preußen immer fort behaupteten, daß der Donner aus dem Sächsischen: die Sachsen aber, daß der Donner aus dem Preußischen, dem Kerl auf seinen Kopf gefahren sey.
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Aus Holland. Die Holländer übersetzen jetzt frisch darauf los. Ihre Literatur hat bereite einen Virgil, Horaz; ja selbst mit Klopstocks Messias geht es auf die dritte Uebersetzung los. Ein Pindar im Holländischen mußte sich nicht übel ausnehmen. Wer kennt nicht den Anfang jener von Müller in's Plattdeutsche übersetzten Schwungode?

„Bröder, lat uns blarren,
Blarren mindert det Hartens Pin!"

Und doch ist dieses Plattdeutsch, eine bloße Mundart, die sich gegen das Holländische, wo es recht zum Klappen kommt, wie der Mond vor der Sonne, verstecken muß.
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Aus Wien. Theater auf der Josephstadt. Man sagt diesem Theater nach, es erhöhe die Preise nach Willkühr, und je nachdem mehr oder weniger Todte in einem Stück vorkämen. Dieß ist aber gewiß falsch. Wenigstens, als ich darin war, kamen gleich im ersten Akt an 15 Personen um, und doch bezahlte ich an der Kasse nur 5 Siebenkreuzer; so daß mir ein jeder Todter noch nicht einmal einen halben Siebenkreuzer zu stehen kam. Das ist sehr billig, und ich behaupte, daß man nirgend in der Welt sein Vergnügen wohlfeiler erkaufen kann.