1806 No. 7.

Elysium.

Zeitung für Poesie, Kunst und neuere Zeitgeschichte.

Mittwoch, den 22. Januar.

Zeitgeschichte.
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Zwei Formen sind es besonders, deren Untergang der Mittelstand von Europa seine Freiheit verdankt.
Man darf die Reformation kühn die nördliche Revolution, so wie die Revolution kühn die südliche Reformation nennen. – –
Zu Folge der Reformation erhub sich in Norden ein neuer kräftiger, deutscher Staat: zu Folge der Revolution können wir vielleicht jetzt in Süden der nämlichen Erscheinung entgegen sehen. –
Ohne die Reformation gab es nie einen Friederich den Großen. – –
Noch vor wenigen Monaten schrieb ein deutscher Schriftsteller: „Wo Deutschland sich wiedergebiert, wer kann es sagen, wer es in sich trägt? der fühlt es mächtig sich regen." Jetzt läßt sich der Mittelpunkt einer solchen Wiedergeburt schon mit mehr Gewißheit angeben. –
Aeußerst bemerkenswerth ist es, daß die Kultur der besten deutschen Köpfe, eines Kant, Jakobi, Herder u. s. w. schon lange vorher in den Süden hinüber lag. Friederich Nikolai und Andere haben dagegen vergeblich geeifert, und viele Jahre hindurch eine fruchtlos ängstliche Demarkationslinie gezogen.
Dem siebenjährigen Krieg folgte, für das nördliche Deutschland, ein Zeitalter der Kunst und Wissenschaften, dessen Sonne die Regierung Friederich des Großen glänzend beschien, wiewohl er es nicht selbst herbeiführte, sondern bloß veranlaßte. Können und dürfen wir jetzt, für das südliche Deutschland, uns mit der nämlichen Hoffnung schmeicheln? Möchte die Vermählung der edlen Tochter eines altdeutschen Fürstenhauses, mit Italien, der Heimath der Künste, dazu ein Zeichen günstiger Vorbedeutung seyn!

Haben wir Deutsche Männer der Nation.
Der große Gedanke, dem unsterblichen Doktor Martin Luther ein Denkmal zu errichten, das sowohl ihn, als den Patriotismus der deutschen Nation, der seine großen Männer würdig zu ehren weiß, bei der spätesten Nachwelt verewige, hat schon manchen edlen, seiner Abkunft würdigen Sprößling, im Reichsanzeiger, und wo sonst deutsche Nationalangelegenheiten verhandelt werden, hervorgetrieben. So hat er denn auch bei uns die Frage veranlaßt, ob wir Männer der Nation haben, Männer die jeder Deutscher, sein zu nennen, stolz ist; so wie etwa {26}

die Italiener ihren Dante, Petrark, Macchiavelli, Lorenzo Medici u.s.w. oder wie die Franzosen ihren Corneille, Racine, Montesquieu, Voltaire etc., oder wie die Engländer ihren Shakspeare, Pope, Richardson, Fielding etc? Man nennt uns einen Luther, einen Friedrich den Großen, einen Klopstok, einen Schiller, Kant, Adelung u. a. m. Wohl! Wir freuen uns dieser Namen und ehren sie! Aber man wende sich gegen die beiden Pole unserer Nation, was zeigt sich uns da? Während der Nord-Deutsche seinen Luther in das christliche Elysium erhebt, stößt ihn der Süddeutsche in den Tartarus hinab. Kann der biedere Oesterreicher, dessen Heere Preußens Friedrich so oft schlug, kann der patriotische Sachse dessen Hauptstadt er in Trümmern bombardierte, kann der Reichsländer dessen Kerntruppen er so oft vor sich her jagte, ihn für den Mann der Nation gelten lassen? Aber Klopstock! Freilich ist er der erhabene Sänger des Messias, der die Christen an der Spree und an der Donau erlöst hat; aber in den Augen des echtkatholischen Deutschen ist er doch nur ein ewig verdammter Ketzer.

Schillers Werke sind Kontrebande in der deutschen Kaiserstadt. Kant ist bereits von seinen Nachfolgern, die noch bei seinem Leben ihr Ich unsanft auf das seinige setzten, absolut vernichtet. Adelung hat sich bloß um die hochdeutsche Mundart verdient gemacht; der Schwab, der Schwyzer, der Wiener, protestieren gegen die mundartige Meißner Deutschheit. – Genug der Beispiele! Wir Deutschen sind leider durch Religion und Politik so tief bis in die Wurzel gespalten, daß fast immer der Deutsche nur den Deutschen bekriegte, und noch nie sang die brüderliche Eintracht, an der Wien und an der Spree, ein siegreiches Te Deum laudamus über den gemeinschaftlichen Feind. Wo sollen bei dieser radikalen Spaltung die Männer der Nation herkommen? Doch, Dank der Allmacht des Genies, die das Getrennte verbindet, und allen den religiösen und politischen Mißklang zuletzt in ästhetische Harmonien auflöst! Noch lebt ein großer Mann, der in jeder Hinsicht Mann der Nation ist, dessen Ruhm an der Spree, wie an der Donau, an der Elbe wie an der Weichsel ertönt, ja für dessen Namen Deutschland selbst zu eng ist, den auch an der Newa und an der Seine und an der Themse, den von Philadelphia bis Irkutzk thränenbenetzte Augen und Schnupftücher feiern! Wir wagen es ihn zu nennen, selbst auf die Gefahr, der Bescheidenheit des großen Mannes eine sanfte Schamröthe abzulocken; der Mann der Nation ist – Herr von Kotzebue.

Wien bei Anton Pichler. Oesterreichischer Taschenkalender für das Jahr 1806. Mit Gedichten und Aufsätzen von Haschka, Hinsberg, Carol. Pichler, Ratschky, Freiherrn v. Retzer u.a.
Wir wollen aus diesem Almanach, der seinen älteren Brüdern an Gehalt ungefähr gleich ist, nur das Merkwürdige anzeigen. Den Anfang macht eine Ode von Haschka: Natur und Kunst. Sie ist ein Kommentar zu ihrem Motto: Nec studium sine divite vena, nec rude ingenium, das durch die Fabel des Baryllus und Bellerophon erläutert wird. Sie ist, so wie die andere Ode desselben, An J. M. Fischer, in seiner gewöhnlichen, hochauftretenden, in Härten daher polternden Odenmanier. So skandirt H. Haschka:

Zwei Jünglinge des Weges herwandelnd sahn. –
Schlug das dreiförmige Ungeheuer –
Männinnen am Thermodon schwanger –
Doch bald entschwindets verlacht, vergessen –
Endlich der Mutterschmerz sinnlos starrend. –

Adolf und Elfride, von Hinsberg, gut erzählt und gut versifizirt. Auch die übrigen Beiträge dieses Dichters zeichnen sich durch Darstellungsgabe und Gehalt aus; besonders das Gedicht Deutschland 1800. das auch jetzt im Jahr 1806. noch treffende Wahrheit für uns in kräftiger Sprache sagt. Es heißt dort unter andern:

Als deine Fürsten sich zu groß nicht schienen,
Um unterthan dem Kaiserthron zu seyn,
Da sahst du noch dir ferne Länder dienen,
Des Kriegs und Friedens höchster Ruhm war dein;
Und von romanischer Vasallen Zungen
Ward, in der Friedriche gewölbtem Saal,
Einst das Gedicht der Trubadurs gesungen.

Und anderswo:

Als Fürsten noch zur deutschen Harfe sangen,
Frei von Monarchenstolz und eitlem Tand,
Da durften sie mit deutscher Größe prangen;
Sie waren groß mit ihrem Vaterland.

Zwar schlossen sie, gleich Königen, nicht Frieden,
Und öffneten dem Feinde nicht ihr Thor,
Aus eigner Macht vom Vaterland geschieden:
Doch schrieben sie dafür vereint ihn vor.

Nun dulden wir, daß Enkeln der Germanen
In fremder Zung' ein fremd Gesetz gebeut;
Bald ziehen sie auch unter fremden Fahnen,
Als Fremde gegen uns zum blut'gen Streit

Es rauscht der Rhein am nicht mehr deutschen Strande
Im Klageton den alten Pfad hinab:
Er fühlt mit Schmerz des fremden Volkes Bande,
Dem sein Gestad‘ einst selbst Gesetze gab. {27}

Vereinigung, Germanen, muß uns retten,
Soll unser Name nicht in Schmach vergehn,
Soll unser Enkel, frei von fremden Ketten,
Die Sprache seiner Väter noch verstehn u. s. w.

Der Orfeus des H. Streckfuß ist ein Gewebe, von schönen Frasen und Wortklang, ohne Anschaulichkeit; besser erzählt ist sein heiliger Dominik. – Die besonders auszeichnungswerthe Dichterin C. Pichler, geb. von Greiner,  ist schon aus ihren früheren Poesien rühmlichst bekannt; auch diesen Almanach zieren verschiedene Stücke von ihr, unter denen Mariazell sich, als das beste Gedicht dieser ganzen Sammlung, ausnimmt. Eine schöne, lebendig anschauliche, von religiöser Empfindung beseelte Schilderung des romantischen Weges, der nach jenem berühmten Wallfahrtsorte führt, des heiligen Ortes selbst, wo das Gnadenbild thront, nebst der Entstehungslegende dieses Klosters, in zwei und dreißig durchaus wohlklingenden Stanzen, von denen wir uns nicht enthalten können, ein Paar zur Probe mitzutheilen:

Hier ist der Thron der Himmelskönigin;
Sein Mittagsglanz durchdringt die dunkeln Hallen;
Geblendet, staunend trittst du näher hin,
Siehst tausend Lichter flammend ihn umwallen,
Und ihren Glanz von Demant und Rubin
Zurückgestralt, und köstlichen Metallen,
Und rings umher serafische Gestalten
Ein ewig Feu‘r in goldnen Lampen halten. –

Kann sich die Gottheit würdiger verkünden?
Läßt uns ein Bild ihr Wesen reiner schaun?
In Liebe soll der Sterbliche sie finden,
In Liebe sich ihr nahen und vertraun.
Die Liebe kann das Schwerste überwinden;
Sie ordnete des Chaos wildes Graun;
Und was sich flieht, sich kämpfend widerstehet,
Vereint sich freundlich wo ihr Odem wehet.

Dieselbe Dichterin hat auch ein Paar Stücke aus Hebels Allemanischen Gedichten, der Bettler und das Hafermuß, glücklich ins Hochdeutsche übersetzt. – Oesterreichs Erbkaiserthum, von Ulrich Petrak, ist ohne poetischen Gehalt, und das leichte gefällige Silbenmaß der Würde des Gegenstandes nicht angemessen. Ist es deutsch?

Verkünd' es laut, und jauchz', o Wien!"
Umdonnre deine Freud' am Walle!

Arsene und Sidor. Idylle von B – n. Eigentlich ein Wechselgesang zweier Liebenden, die ganz idyllisch in einander schmelzen; aber es ist zu fürchten, daß dieses zarte Gespinnst von Empfindungen von keiner langen Dauer seyn würde, wenn es zum wirklichen Leben damit käme. Die Oktaven, die eine Reimkette bilden, wo immer der letzte Vers jeder Stanze der Anfangsvers der folgenden wird, nach einer in Italien üblichen Sitte, wenn zwei Improvisatoren abwechselnd singen, thut in diesem Wechselgesange eine artige Wirkung, die noch gefälliger seyn würde, wenn der wiederkehrende Vers in der folgenden Stanze nicht zu oft fragweise aufgenommen wäre. Entzunden, statt entzündet, ist ein Flecken in der sonst reinen Sprache dieses Gedichts. – Ratschky hat: Cäsars und des Pompejus Reden von der Pharsalischen Schlacht aus Lukans Pharsalien Buch VII. v. 235 - 384. zur Probe einer nächstens erscheinenden Uebersetzung des Ganzen, ausgestellt, „Casar, indem er um Frucht zu erbeuten, am nämlichen Tage seinen Standort verlies, ward, da er mit seinen Panieren aufbrach, plötzlich gewahr, wie der Feind in die Fläche herab stieg, und sah jenen von ihm mit tausend Wünschen ersehnten Zeitpunkt in seiner Gewalt, wo er alles zu wagen vermochte. Ueber die Zögerung erzürnt und brennend von Herrschbegier, hatt' er den in die Länge hinaus sich ziehenden Bürgerkrieg vorlängst schon als die strafbarste Trägheit verwünscht; doch als er der Feldherrn nahe Gefahr und das äußerste Ziel der Fehde vor sich sah,“ u.s.w. So lautet der Anfang. Die Leser werden sich wundern, wenn wir ihnen sagen, daß sie Hexameter gelesen haben. Diese Übersetzung soll bei Degen in Wien in einer Prachtausgabe mit Kupfern erscheinen, wozu der Maler Wächter von Stuttgard die Zeichnuntgen liefern wird, die von Leupold, Kohl, Schramm, Rahl, Frey gestochen werden. Wir haben also die Hoffnung, daß wenigstens die Kupfer dieser Prachtausgabe gut seyn werden. – Herr Streckfuß hat auch eine Probe einer künftigen Uebersetzung des Orlando furioso aus Ges. 43. St. 72-107. geliefert. So viel aus derselben sich urtheilen läßt, darf H. Gries diesen Nebenbuler auf seiner bereits halb zurückgelegten rühmlichen Laufbahn eben nicht fürchten. Es nimmt uns Wunder, daß ein so zierlicher Dichter, wie Herr Streckfuß, sich um die Reinheit seines Deutsch nicht mehr bekümmert; denn wir finden in diesen Stanzen Provinzialismen, wie:

St. 78. An einem Zaune störrlt und schwizt und glüht..
ebendas. – – – in diesen Hecken.
Stickt eine Schlange
St. 93. Daß die Verdacht nur darum ihm entkeimet.

Was die fließende Leichtigkeit und Anmuth des erzählenden Tones betrifft, die im Ariost die Hauptsache ist, so wird Herr St. noch ein gut Stückchen Arbeit haben, ehe er diese erreicht. Stellen wie:

St. 83. Di geloso timor pallido e bianco
Er wird ganz bleich bei seines Argwohns Nagen –

oder St. 94. E ben si sente veramente, quando
Volge il cavallo, uscire il cor del petto, {28}

Er kehrt das Pferd, da fühlt er sich entseelen
Vom Herzen, das durch seinen Busen bricht.

dürfen dann freilich nicht stehen bleiben. Unter den Epigrammen ist kein einziges wohlgerathenes. – Die prosaische Erzählung der Eifersüchtige von Streckfuß ist gut motivirt und artig vorgetragen. – Das Titelkupfer stellt Fügers Antiochus und Stratonice, nach Pichlers bekanntem Blatte, von Weinrauch verkleinert vor. Die übrigen vier Kupfer sind von dessen eigener Erfindung, und enthalten Szenen, aus Collins Trauerspiel, Balboa, aus der Idylle Hagar, von Carol. Pichler im vorjährigen Kalender, aus Eduard und Malvina, Roman von Carol. Pichler, und aus der obigen Erzählung von Streckfuß; alle höchst sauber und fleißig, aber etwas kleinlich und kalt ausgeführt; die Zeichnung der Figuren steif.
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Alte und neue poetische Schule. Herr Ratschky, Verfasser des komischen Heldengedichts Melchior Striegel, hat zugleich eine kleine Piece verfaßt, die den Titel führt: Bürgers Weiber zu Weinsberg, im modernsten Geschmacke hexametrisiert. Da diese Persiflage auf die neuen Hexameter wenig bei uns bekannt geworden: so wird uns der Leser Dank wissen, wenn wir ihm hier einige Strophen mittheilen.

Bürger.
„O weh mir armen Korydon,
O weh mir! die Pastores
Schrien: Kyrie Eleyson!
Wir gehn, wir gehn kapores!
O weh mir armen Korydon!
Es juckt mir an der Kehle schon.“

Ratschky.
„Weh uns, so jammerten laut die Hüter der Seelen, verloren
Ach! sind wir alle zumal, den waltenden Himmel erbarm' es! Weh uns, wir fühlen den Strang, den erschnürenden, schon an der Kehle.“

Bürger.
„Drauf, als der Morgen bricht hervor,
Gebt Achtung! was geschiehet?
Es öffnet sich das nächste Thor,
Und jedes Weibchen ziehet,
Mit ihrem Männchen, schwer im Sack,
So wahr ich lebe! huckepack.“

Ratschky.
„Horcht nur, was fürder geschah, als die Götter im Safrangewand kam,
Weit auf that sich das Thor, das nächst', und beim Wolkensammler,
Jedes der Weiblein enttrug sein Männlein rücklings im Sacke."

Dagegen läßt sich nun nichts einwenden: denn da die Laune, wie schon öfter bemerkt, kein Gesetz kennt, als das ihre, so wird der brave Johann Heinrich Voß, gewiß nicht begehren, daß sie zu Gunsten seiner eine Ausnahme machen soll. Aber unglücklicher Weise kömmt nun Herr Ratschky selbst auf den Einfall, Hexameter zu machen, und seine oben beurtheilte Uebersetzung des Lukan zeigt zur Genüge, wie ihm dieses Wagestück gelungen ist. So wahr ist, was das Sprüchwort sagt, daß die Nemesis nie schläft, und daß Keiner den Teufel an die Wand mahlen soll. – –

Epigraphen von Cornelius von Ayrenhof. Sie stehen im 5ten Band der sämmtlichen Werke dieses, besonders durch seinen Postzug, rühmlichst bekannten Dichters, und sind in Wien bei Anton Pichler herausgekommen. Manches belehrende witzige Wort: aber auch vieles, sehr vieles Einseitige. Einiges davon mag zur Probe dienen.

Vor den Gedichten von Friederich Schiller.
„Hier, Leser, sucht den Mann von Geist, Genie,
Erfindungskraft, Geschmack, Philosophie,
Ihr findet ihn in jeglichem Gedicht:
Nur suchet ihn in seinen Dramen nicht!"

Vor dem Trauerspiele Johanna d'Arc, von Ebendemselben.

Voltairens Satyr gab dieß Mährchen uns – zum Lachen:
Wer Geist hat, der belachet sein Gedicht:
Herr Schiller gibt es uns, um weinen uns zu machen,
Doch wer dort lacht, der weint hier sicher nicht.

Dagegen sind: „Corneill,“ Racine

Die Fürsten der erneuten Bühne.

Schon Lessing wird brav ausgescholten, daß er sie nicht gehörig geschätzt hat. Noch mehr aber:

„Ein Dichterhaufen, der nach Hoheit minder strebt,
Gesellet zu Zigeunern, Räuberbanden,
Mit denen, ohne Schmach zu ahnden,
Er brüderlich vereinbart lebt.
Die Herren zeigen nur mit philosoph'scher Miene,
Auf einer angestaunten Bretterbühne,
Wie oft Mensch sein eignes Recht verkennt;
Wie irrig manche That er Laster nennt;
Daß Ehbruch, Straßenraub, Vielweiberei,
– Gemildert durch ein wenig Reu –
Im Reiche der Natur nicht strafbar sey;
Und machen so das Volk mit diesem Reich bekannter,
Und für Verbrechen toleranter."
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Prämien des Wienertheaters vom Jahr 1760.

Für jeden Flug des Aktörs übers Theater – 1 Fl.
Dito, wenn sich einer ersäuft – – 1 Fl.
Dito, wenn sich Einer vom Felsen stürtzt – 1 Fl.
Dito, wenn sich Einer umkleidet.– – 1 Fl.

Noch anderweitiges Soulagement.

Fürs Begießen mit einem Gefäß bei Nachtserenaten u. d. g. 34 Kr.
Jedem Duellanten in den Kombattements – 34 Kr.
Für jeden schw. oder weißen Fleck, der an die Haut kömmt  34 Kr.
Für Prügel (passiv) – – – 34 Kr.
Für jede Maulschelle – – – 34 Kr.