1806. No. 65.
Elysium.
Zeitung für Poesie, Kunst und neuere Zeitgeschichte.
Mittwoch, den 27. August.
Zeitgeschichte
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Leipzig bei Salomon Linke 1806. Historien von dem Leben und den Schicksalen des großen Reformators, Dr. Martin Luthers, im Jahr 1565 in 17 Predigten beschrieben, von M. Johann Mathesius, weil.
Pfarrer zu Wittenberg.
Es ist immer ein gutes Zeichen der alten, tapferen, nordisch-deutschen Vorzeit, daß dieselbe noch einmal, ehe sie völlig zusammenfällt, sich an einer so kolossalen Figur, wie Luther, aufzurichten
versucht, sollte auch unser Aller Schwachheit – wovor Gott sey – nach dieser letzten Anstrengung, durch einen plötzlichen Rückfall, zur liebenswürdigen Nullität einer Fanchon, dieser eigentlichen
Muse des 18. Jahrhunderts, nur um so doppelter zum Vorschein kommen. Die alten Burgen der Herren und Ritter sind leider eingefallen; nur ihre Geister stehen noch finster auf den Zinnen und
schauen mit drohenden Augen auf uns, ihre entarteten Enkel im Thal, die wir ruhig da sitzen, uns Gespensterhistörchen von ihnen erzählen, Ritterromane von ihren Thaten dichten, und es
gleichgültig mit ansehn, oder vielmehr, nach völlig verrosteter Kraft, es ansehen müssen, daß die neuen Ritter aus Süden, wie Bienenschwärme, hervorbrechen, im Sturm das Land durchfahren, und
Trophäen über Trophäen, auf deutschem Boden, vor unsern Augen errichten. Zwar jetzt eben sind wir ein wenig aufgewacht, und besinnen uns auf Eins und das Andere, und wie man uns immer, und fast
seit einem halben Jahrhundert gesagt, daß die neuere Aufklärung nichts tauge und kein gutes Ende nehmen würde. Und so haben wir denn, im Gefühl dessen, was uns Noth thut, neulich mit Doktor
Luther, in der Angst unsers Herzens, ein lautes:
„Eine feste Burg ist unser Gott.“
sogar auf dem Theater angestimmt. Lieben Freunde, was lächelt Ihr? Hier gibt es in der Welt nichts weder zu lächeln noch zu lachen, und die Sache wird sich wohl ernsthafter, als so untersuchen
lassen. –
Art und Größe der neueren Zeit, wie ihre Tyrannei und Schmach, zeigt sich besonders in zwei Formen, wovon Pfaff und Ritter die beiden Wendepunkte sind. Pfaff und Ritter haben Europa wechselseitig
seufzen und jauchzen gemacht. Lessing sagt daher, in seinem Nathan dem Weisen, ganz recht:
„Wer weiß es nicht, daß Ritter
Und Pfaff des Teufels beide Krallen sind:
Er wirft uns bald aus einer in die andre.“
In der Reformazion nun ging der Pfaff in Norden unter, und der Süden, Spanien, Frankreich u. s. w. stand dagegen, aber vergeblich, in Opposizion auf. Jetzt, in der französischen Revoluzion, geht
der Ritter in Süden un- {262}
ter, und der Norden, Preußen, Rußland, England, Schweden, das einst, unter Gustav Adolph, auf deutschem Grund und Boden, für eine neue Form focht, steht ebenfalls dagegen, und auch vergeblich, in
Opposizion auf. Was soll uns nun Martin Luther, in einem so ungleichen Streit? Wie die Sachen beschaffen sind, gibt es nur ein Mittel, von dessen schleunigster Anwendung, Deutschland Heil und
Rettung erwarten darf: dieß ist: mit Aufgebung des bisherigen Schlendrians, der neuen Zeit und den neuern Formen selbst, herzhaft einen Schritt entgegen zu treten: so z. B. nur fürs erste, in
unsern Armeen, jenen höchst schädlichen Wald von ritterlichen Stammbäumen, diesen Nachtschatten des bürgerlichen Verdienstes, ein wenig zu lichten; nicht aber, wie bisher, sein einziges Augenmerk
darauf zu richten, aus allen vertrockneten Aesten alter Familien, Stöcke für Rücken von bürgerlicher Abkunft zu verfertigen. Dieß ist und bleibt eine ewig empörende Maßregel, die, wenn wir noch
länger darauf verharren, uns Allen den Untergang bringen wird. Sollte Martin Luther wieder kommen, glaubt nur, er würde der Erste seyn, uns über diesen Punkt die Augen zu öffnen; Er, dem
Pfaffendruck und Ritterdruck für Eine und Dasselbe galt. Hat der Luther des Hrn. Werner und Klingemann dieß wirklich gethan: so wollen wir diesen Autoren für ihre patriotischen Bemühungen Dank
wissen. Ist aber das Ganze, um mit Lessings Nathan fortzureden, weiter nichts:
„Als eine theatral'sche Schnurre bloß, womit
Man uns zum Besten haben will: so möcht ich wohl
Die Herrn damit, von dem Theater weg,
In's Buch verwiesen haben, wo dergleichen Pro
Und Contra sich weit schicklicher behandeln lassen."
Und unter diesem Gesichtspunkt möchten denn wohl die vorliegenden, bei Salomon Linke, in Leipzig, herausgekommenen 17 Predigten, wo man den wahrhaften Luther, im echt naiven Deutsch eines alten
Zeitgenossen, kräftig leben und Sprechen hört, unbedingt vor jenen nur zu sehr modernisirten Kunstprodukten den Vorzug haben.
(Die Fortsetzung folgt.)
Werners Luther auf dem Theater in Berlin.
(Aus dem Briefe eines reisenden Kunstfreundes.)
In Berlin habe ich mich nur 14 Tage aufgehalten. Man sprach von nichts, als der Weihe der Kraft von Werner, Krieg, schlechte Zeit, Alles wurde fast darüber vergessen. Ich selbst habe es dreimal
gesehen. Es imponirt durch das Neue, Ungewohnte des Gegenstandes und durch die Pracht, mit der es gegeben wird. Uebrigens ist es wohl kein Kunstwerk im eigentlichen Sinne, sondern eine Reihe
kleiner Gemälde, worunter einige von ungemeiner Schönheit, aber durch einen sehr lockern Faden zusammengehalten sind. Ueberhaupt scheint mir Werners Talent sich weniger zu großen Komposizionen zu
eignen, wo die Vortrefflichkeit der einzelnen Theile nur darin besteht, daß sie sich richtig zum Ganzen verhalten, und so den reinen Totaleindruck nicht stören, sondern er gefällt sich mehr in
der Mosaik kleiner Gemälde, die für sich ein schönes Ganze bilden, wie man in allen seinen bis jetzt erschienenen Werken findet, und so schadet er seinen Dichtungen, als ein zu zärtlicher Vater.
Fast sieht es zuweilen aus, als bearbeitete er jede Szene einzeln, als ein Selbstständiges, setzte sie nachher, so gut es sich thun ließe, zusammen: so kann man das Ganze nicht loben, während man
fast jeden einzelnen Theil gut, ja vortrefflich findet. In dieser Weihe der Kraft scheint das noch mehr, wie sonst der Fall gewesen zu sein, doch bescheide ich mich gerne, da ich theils das Stück
nicht gelesen, theils auch nur das abgekürzte Schauspiel aufführen sah; denn es ist nur einmal ganz gegeben worden, wie der Dichter es schuf. Was die Behandlung der Charaktere betrifft, die, bei
tieferer Ansicht von ästhetischen Produkten, freilich als Fundament gelten muß: so ist dieser Luther keinesweges der rüstige, derbe Kämpe, für Kirche und Wahrheit, der er wirklich war; der, wenn
es nicht anders ging, auch wohl mit Fäusten drein schlug, mitunter auch wohl hier und da eine Unbesonnenheit beging; sondern ein stets besonnener, sehr frommer, fast etwas bigotter
protestantischer Prediger, immer lehrreich und voll Sentenzen; kurz man sieht nicht recht ein, wie diese Wortfigur so auf ihr Zeitalter wirken konnte; der gemessene ceremonieuse Ton bei
Gewalthandlungen, z. B. bei Verbrennung der päbstlichen Bulle, ist durchaus widersprechend und doch fast lustig; ja durch die vielen auf uns gekommenen Reden und Ausdrücke des wirklichen Luthers,
die ihm der Autor hier in den Mund legt, gemeinschaftlich mit den neu sentimentalen Ideen, wie z. B. wo er seinen Famulus Theodor, „den Reinen, Stillen" nennt, der ihm zur Richtschnur dient,
bekommt dieser Luther wirklich ein etwas stark zusammengestoppeltes Ansehen, und fällt ganz außerhalb des Kreises einer frei genialischen Schöpfung. Kurz mir scheint dieser dramatische Versuch
ganz verfehlt, und besteht die Kunst des Schauspielers bloß darin, den Charakter so wieder zu geben, wie ihn der Dichter schuf, so gab ihn Ifland wirklich vortrefflich, d. h. fromm, abgemessen,
sentimental, mit stets andächtigem Augenaufschlagen u. s. w. Die frohe, kräftige joviale Natur Luthers, die mit Heiterkeit ihren Weg macht, und wodurch Luther eben der Mann Gottes ist und seyn
und bleiben soll, hat mich weder der Dichter noch Schauspieler ahnden lassen. – Die Charaktere der Katharine von Bora, des Theobald, sind rein poetisch, aber moderne Naturen, und wurden, als
solche, zumal letzterer unübertrefflich wieder gegeben. Der Kaiser, die deutschen Fürsten schieben die Geschichte weiter, so gut wie es bei {263}
einem überall formlosen Dichterprodukt gehen will, und tragen übrigens viel zum Pomp des Stücks bei. Der Kaiser ist ein nicht übel gezeichneter Charakter, und Hr. Bethmann gab ihn trefflich; so
auch Hr. Beschort den Hofnarren, Hr. Mattausch nahm den Ritter Wildes frei und kräftig, und wenn er dem Berichterstatter in der Zeitung für die elegante Welt, im letzten Aufzuge, nicht gefallen
hat, so ist das wohl mehr die Schuld des Dichters, als des Schauspielers. – Man kann wohl nicht so eigentlich sagen, das dieß Schauspiel in Berlin gefallen habe; es wird viel besucht, das ist
alles; übrigens gibt es durchaus seinen Totaleindruck, und so wissen eigentlich die wenigsten, ob es ihnen gefällt oder nicht.
Klingemanns Luther auf dem Theater in Magdeburg.
Werners und Klingemanns Bearbeitungen eines und desselben Stoffs, sollen in ihrem Geist in sofern von einander abweichen, als Werners Kunst im feinsten Individualisiren seiner Charaktere (d. h.
ja wohl in Charakteren ohne Idealität) ihren Stand nimmt: dahingegen Klingemann durchaus mehr auf reine Idealität (d. h. auf Ideale ohne Charakter) hin arbeitet. Wenn z. B. der tapfere Degen, der
alte Ritter Sickingen, sich also bei Hrn. Klingemann vernehmen läßt:
„Der Tod ist nur ein Name,
Bei dem wir etwas Düsteres uns denken,
Im Grund ist er ein schöners Auferstehn!
Schau, wenn die Blume welkt, ergießt aus ihr,
Sich eine Fülle reichen Lebensstoffes,
Für einen neuen Frühling, und die Mutter
Ersteht in ihren schönen Kindern wieder."
So ist dieß reine, d. h. Klingemannsche Idealität. Wenn ferner eben dieser Sickingen dem Tod mit so empfindsam löblicher Fassung entgegen geht, daß er sogar ausruft:
„Der Tod ist ein willkommner alter Freund;
Vormals da war's wohl anders, diese Erde
Hatt' ich zu einem Paradies geträumt,
Die Freiheit sah ich glänzend niedersteigen. u. s. w.
so ist das wieder reine, d. h. Klingemannische Idealität, – Wenn zuletzt derselbe Ritter Sickingen uns noch zu guter letzt eine kleine Variazion zu dem Liede:
„Haschet die Freude,
Eh sie verblüht. "
folgendermaßen zum Besten gibt,
„Guter Ulrich,
Ist doch die Freude kürzer, als das Leben:
So laß uns mindestens es noch versuchen,
Zu guter letzt sie bei uns fest zu halten!"
so ist dieß wieder reine, d. h. Klingemannische Idealität, versteht sich mit einem kleinen Zusatz von Schillerscher Reflexionspoesie. (Vergl Elysium und Tartarus Nr. 6. S. 20. was daselbst über
den Unterschied zwischen Idealisiren und Sentimentalisiren, so wie anders wo über die Ich-Poeten und Ich-Philosophen gesagt ist.) In der Formlosigkeit sind übrigens beide Produkte einander
gleich. Diese erstreckt sich sogar bis auf das Metrum, das eben so wenig, wie bei Schiller, echt tragisch oder dem Inhalt angemessen ist. Vielmehr besteht es, wie man aus diesen Proben sieht, aus
weichen, weiblichen und völlig charakterlos aus einander fallenden Wortfüßen. Herr Werner und Klingemann werden beide wohl thun, ehe sie uns mit ferneren Kunstversuchen beschenken, ein
ernsthaftes tieferes Charakterstudium, nebenbei auch wohl ein Studium des Trimeters, nach dem ganzen jetzigen Grad seiner Ausbildung, vorzunehmen.
Y.
Luthers Portrait von Lucas Cranach. In der St. Peter Pauls Kirche zu Weimar.
Gegenwärtig, da so viel von Dr. Luther gesprochen wird, da man ihn, zum Aergernis mancher Frommen, gar auf die Bühne gebracht, da man im ganzen Ernst Anstalten trifft, ihm ein Denkmal zu
errichten, hat alles, was auf diesen merkwürdigen Mann Bezug hat, ein größeres Interesse, und so sey es erlaubt, über ein vortreffliches Bildeniß von ihm, besonders den kunstliebenden Verehrern
Luthers, Nachrichten mitzutheilen.
In der Stadtkirche zu Weimar steht schon seit 1555 ein großes Gemälde von Lucas Kranach, den Erlöser am Kreuz, nebst manchen andern, auf das alte und neue Testament sich beziehenden Figuren und
Allegorien, darstellend. Die allgemeine Bedeutung des Ganzen erfordert eine eigene Entwicklung, die vielleicht ein ander mal versucht werden mag. Für jetzt sey es genug zu sagen, daß Dr. Luthers
Bildniß, in ganzer Statur und über Lebens Größe, eine der hervorstechendsten Figuren dieses Gemäldes ist. Gleich neben Luther hat sich der Maler des Stückes selbst, ebenfalls in ganzer Statur
abgebildet.
Beide Bildnisse geben nicht nur einen weit vortheilhaftern Begriff von dem Kunstvermögen des Lucas Cranach, als Kunstrichter sonst gewöhnlich von diesem Meister zu haben pflegen, sondern man kann
ohne Uebertreibung behaupten, daß es Kunstwerke des ersten Ranges in ihrer Art sind. Schwerlich ist die Natur, das Individuelle der Züge, jemals getreuer dargestellt worden; schwerlich hat jemals
ein Künstler seinem Werk glücklicher den Schein des Lebendigen, Seelenvollen mitgetheilt, als hier geschehen ist. Der {264}
ungemeine Fleiß, womit Alles behandelt ist, hat im geringsten nichts Trockenes oder Unangenehmes, die äußerste Bestimmtheit, ja Haarschärfe der Umrisse, bewirkt weder Härte, noch ungeziemende
Steifigkeit.
Aber bei der größten Sorgfalt, in der Ausführung jedes einzelnen Theils, herrscht nichts destoweniger auch im Ganzen der Gestalten, ein edler, man möchte sogar sagen, großer Stil, wodurch sich
eben dieses Gemälde, über alle bekannten Werke Cranachs erhebt und vortheilhaft auszeichnet.
Kein anderes Bildniß von Dr. Luther stellt dessen Charakter so entschieden, so fest, so herrlich dar. Ruhige Würde, unbezwinglicher Muth, Güte und Kraft in hohem Maße, ein anziehendes Wesen, zu
dem man Vertrauen faßt, mit Liebe und Verehrung sich hingezogen fühlt.
Cranach ist ein würdiger Greis, mit großem schneeweißem Bart; Redlichkeit und Tüchtigkeit sprechen aus seinen Zügen.
So wie in allen bessern Arbeiten von L. Cranach, ist auch hier das Kolorit warm und blühend, einfach und ungekünstelt, aber dabei höchst wahrhaft, in Hinsicht auf den allgemeinen Ton der Farbe.
Nirgends hat sich indessen unser Künstler, von dieser Seite betrachtet, größer gezeigt, als in den Bildnissen des Churfürsten Joh. Friedrich des Unglücklichen, seiner Gemalin und drei Söhne, auf
zwei Gemälden, welche sonst als Thüren zu dem erwähnten Altargemälde, worauf Luther und Cranach dargestellt sind, gehört haben, jetzt aber, in besserm Licht an der Wand, neben demselben, in der
Kirche aufgestellt worden.
Miscellen.
Aus Weimar, vom 25. August. Kürzlich besuchte uns der als Bildhauer berühmte Herr R. Schadow, aus Berlin. Er kam aus der Grafschaft Mansfeld, wo er mit der Gesellschaft vaterländischer Freunde,
über eins und das andere, Luthers Monument betreffend, Rücksprache genommen hat. Auch zeichnete er bei uns den unvergleichlichen Kopf des Dr. Luther, aus dem berühmten Gemälde des Lucas Cranach,
in der hiesigen Stadtkirche ab. Soll einmal Luther, wie es unter allen, zum Theil völlig abgeschmackten Vorschlägen, wohl am passensten scheint, zur Freude seiner zahlreichen Verehrer, in Marmor
gehauen, oder in Erz gegossen werden: so kann dieß wohl nicht besser, als von der Hand eines solchen Meisters, und nach einem solchen Portrait, geschehen. Ueber den Ort der Aufstellung hat man
bis jetzt nicht vereinigen können. Wir schlagen vor: Im Fall, wie jeder deutscher Patriot es wünschen muß, und wie die Noth es dringend erfordert, noch ein Nordischer Bund zu Stande kommt: so
werde Luther, als eine große Erinnerung, an dem Orte aufgestellt, wo dieser Bund seine Versammlungen hält. Mit dem Gesicht gegen Süden, die Bibel in der Hand, mit dem Spruch: „Bis hierher sollst
du kommen und nicht weiter, hier sollen sich legen deine stolzen Wellen" stehe Luther, als der Retter und Befreier des Nordens, als die heilige Standarte des nordischen Protestantismus da, und
alle deutschen Männer müssen sich an seinem Monument, begeistert zu einem neuen und großen Bunde die Hand reichen! So wird, was anfänglich von einem bloßen Spielwerk der Phantasie ausging, zu
einem großen und heiligen Interesse gesteigert, bald als Angelegenheit der ganzen Nation sich Eingang verschaffen. – Edler, großherziger, heiliger Luther, könntest du je würdiger und schöner
geehrt werden!
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An die deutschen Künstler.
Sanfte Künstler, eure Straßen,
Die der wilde Mars verlassen,
Führen an der Dorfschallmei,
An dem Erndtetanz vorbei.
Pflegt, in himmlischen Akkorden,
Was von Schwester Polychorden
Heilig anvertraut Euch worden:
Denen Clio angehört,
Ist des Himmels Gunst gewährt;
Ihnen ist die Schönheit eigen:
Laßt die Säulenordnung steigen,
Und der tausendjähr’ge Marmor,
From gehorsam seinem Meister,
Rede von der Vorwelt Thaten,
Und ein Lob der goldnen Zeiten
Singt zur frölig muntern Harfe:
Doch bei wildem Schwerterklang
Stimmt ihn an den Schlachtgesang,
Daß die Seelen muthig scheiden,
Muthig bittern Tod erleiden,
Süßen Tod für's Vaterland:
Sind die Vesten übermannt:
Und bedroht ein Feind die Leiber
Eurer Jungfrau'n, eurer Weiber,
Mit Entehrung oder Schmach:
Laßt der Werkstatt friedlich Dach,
Last, anstatt den Ton von Leyern,
Euch Drommetenruf befeuern,
Winkt der Ruhm euch in die Bahn,
Weich dem Künstler froh der Mann:
Jeder soll ein Held erscheinen,
Das Geschlecht in sich vereinen,
Kühn umgürtet mit dem Schwert,
Und Apollos Abkunft werth.
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Ueber den Unterschied zwischen Celà va und celà sen va, von Fontenelle. On demandait à M. de Fontenelle mourant, comment celà va-t-il? Celà ne va pas, dit-il; celà sen va.
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