1806. No. 18.

Tartarus.

Zeitung für Poesie, Kunst und neuere Zeitgeschichte

Sonntag, der 2. März.


Zeitgeschichte
oder
kleine Europäische Gazette.

Bei Gelegenheit der neulich dem englischen Parlament vorgelegten Traktaten, macht das Journal de Paris folgende interessante Bemerkungen:
1) Geht aus diesen Traktaten hervor: daß bereits im Monath April, das heißt 3 Monathe zuvor, ehe Genua seine Bereinigung mit Frankreich verlangte, wegen dieser Traktaten, eine definitive Unterhandlung gepflogen war.
2) Daß es England, mit Versprechungen einer ziemlich mäßigen Summe; nämlich mit 80 Millionen (Tournois) gelang, das ganze feste Land in Bewegung zu setzen. Die Vortheile, die Frankreich seinerseits aus diesen Bewegungen zog, bestanden 1) in der Eroberung von Genua und Venedig; 2) in einer Summe von 200 Millionen Kontribution, die es in den eroberten Ländern ausschrieb. Noch drängt sich dem Statistiker dabei die Bemerkung auf, daß schon so viele Staaten zu ihrem Ruin eine Allianz mit England gesucht. Hundert Jahr Erfahrung haben diesen Grundsatz bestätigt: die neuere Zeitgeschichte liefert folgende Thatsachen. 1) Der Stadthalter schloß eine Allianz mit England – und ist nicht mehr. 2) Sardinien schloß eine Allianz mit England – und ist nicht mehr. 3) Neapel schloß eine Allianz mit England – und ist nicht mehr. 4) Oesterreich schloß eine Allianz mit England, zum erstenmal – und verlor die Niederlande; zum zweitenmal – und verlor Italien: zum drittens – und verlor Tyrol: zum viertenmal – es wird nicht wieder eine Allianz schließen. –
Katharine, mit ihrem großen Genie, wirkte nie anders auf die französische Revolution, als indirekt: Paul wirkte direkt, aber nur einen Augenblick. Die Gründonnerstagsschlacht vor Kopenhagen ist noch frisch in aller Andenken. Uebrigens beruhten alle diese Traktaten auf folgenden sanguinischen Voraussetzungen, 1) Daß Bonaparte ein Jahr lang keine Augen, keine Ohren und keinen Verstand haben würde. 2) Daß 500,000 sieggewohnte Soldaten, deren Anzahl bis auf eine Million, wie Europa dessen Zeuge ist, gesteigert werden konnte, sich damit begnügen würden, den Feind innerhalb ihren Gränzen zu erwarten. 3) Daß die dreifache Kette von Festungen, von denen die Gränze Frankreichs starrt, so wie deren Garnisonen, nichts Angelegentlicheres zu thun haben würden, als beim ersten Schuß einer rußischen Kanone, beim ersten Streifkommando eines Donischen Kosakenkorps, das sich zeigen würde, ihnen die Thore zu eröffnen, und die Schlüssel der Städte entgegen zu bringen. {70}

Ueber August v. Kotzebue und dessen Verdienst, als dramatischer Schriftsteller.
(Beschluß.)
Wie gesagt, von diesem Zeitpunkt an, wo die Xenien erschienen, verwickelte sich Herr v. Kotzebue in Widerspruch auf Widerspruch, und wir sind unserm Leser, wenigstens für einige derselben, hier den Beweis schuldig. So z. B. erlaubte er sich häufig spottende Seitenblicke auf die neuen Versuche in Jamben – und konnte es doch nicht lassen, daß er selbst Stücke in dieser Versart schrieb: – er bestritt in Göthe, was er in seinen Nachfolgern lobte: er verwünschte in den Schlegeln, was er an Schiller vergötterte; – er erklärte sich zuletzt gegen die neue Schule; und doch hätte ihn auch die alte, mit ihren strengeren Begriffen von Form, nie für einen Dichter gelten lassen. (Man sehe des Herrn v. Ayrenhof Urtheil von der Octavia des Herrn v. Kotzebue, in dessen sämmtl. Schriften.) So, und als die Erbitterung aufs höchste gestiegen war, erschien der Freymüthige. Das Talent unsers Autors zeigte sich hier von einer ganz neuen Seite: er trat nämlich, als Kritiker in die Schranken. An ihn schlossen sich die Mißvergnügten aller Partheien, besonders die Anhänger der alten und nun fast aufgelösten übrigen, poetischen Schulen in Deutschland. Liefland, wo schon immer eine Art poetisch-französischer Halbheit im Schwange gewesen, lieferte den Verbündeten einen energischen Worthalter. Herr Gottlieb Merkel, der ein sehr gutes Buch über die Letten geschrieben, schrieb ein sehr schlechtes über Poesie und Kunst. Er betrachtete den Parnaß gleichsam wie einen liefländischen Edelhof, und die Inwohner desselben, die Tieck, Schlegel, Falk, Jean Paul, gleich den Leibeigenen, die ihm frei zu machen obläge. So schritt er mit Herrn Kotzebue muthig ans Werk. Goldene Worte gingen dabei aus ihrem Munde; Engel und Lessing wurden sogleich in der Ankündigung zitiert, und man versprach, unter ihren Auspizien, das goldene Zeitalter wieder herzustellen. Von nun an schien an kein Maß und Ziel weiter zu denken; geflissentliche Herabsetzung aller Verdienste kam immer mehr an die Tagesordnung; so daß nun bald die Ohnmacht Triumphe über Triumphe feierte, und um einen Koloß von Rhodos zu erlegen, es nichts weiter, als eines Strohhalms bedurfte.
Doch wenden wir lieber den Blick von diesen traurigen Verirrungen des Talent's, um uns dafür der Betrachtung dessen zu überlassen, was Herrn v. Kotzebue, noch mitten in dieser Periode einer allgemeinen Partheisucht, für das Vergnügen des Publikums, Besseres zu leisten, gelungen ist.
Kurz vor seiner ersten Ankunft in Weimar, schrieb er die Korsen. Ein Stück, das durch eine romantische Einkleidung; gefällige Verwicklung seines Plans; durch Raschheit und Fortschritt, im Gang seiner Handlung; durch Neuheit der Situationen, so wie durch seinen Schlag auf Schlag eingreifenden Witz und die Kürze seines Dialogs, überall, wo es gegeben wird, seines Beifalls gewiß seyn kann. Mit solchen technischen Vorzügen ausgerüstet, verdient es einen der ersten Plätze neben dem Grafen Benjovsky, und da es von schlaffen Tendenzen freier ist, könnte man ihm wohl noch einen Vorzug vor diesem einräumen. Denn wer kennt nicht die auch von uns bereits genealogisch erläuterte Sippschaft der Afanasia, die bis zu den Eulalien, Bruder Moritzen u. s. w. in gerader Geschlechtslinie, heraufsteigt? Wie Jene, so möchte auch der edle Graf gern mit seinem Pflichtgefühl aufheben, und lieber zwei Weiber heirathen, als Einer untreu werden: und Afanasia, obwohl auch ihr die Verheirathung des Grafen kein Geheimniß ist, gibt dennoch ihre Einwilligung zu einer Flucht, von der sie ihr Vater kaum kniend wieder zurückbringen kann.
Immer indeß noch besser eine solche Immoral, als eine karikierte moralische Tendenz, wie sie z. B. im Ritter Bayard herrscht, und wo man sich bei der Aufführung immer geneigt fühlt, den ausschweifenden Tugendeifer der schönen Blanka, für eine Parodie zu nehmen, die Herr v. Kotzebue etwa auf Schiller hätte machen wollen.
Besonders, wenn man sieht, wie Blanka von ihrem Mann, dem Erzbösewicht und Schurken, Paolo Manfredo, selbst da, als er durch tausend Schandthaten und Ränke bereits hundertmal sein Leben verwirkt hat, und so zu sagen, unter dem Schwert des Henkers kniet, noch immer nicht ablassen kann, und das nicht etwa aus Liebe, oder zärtlicher Zuneigung; nein – sie verabscheut ihn – denn in ihrem Herzen wohnt Bayard – sondern bloß aus hohem und reinen Pflichtgefühl, und weil der kathegorische Imperativ es ihr so befiehlt. – Kann wohl je eine lustigere Parodie, als wie diese, auf Max und Thekla ersonnen werden? Auch ist das Stück in Versen. Doch fehlt ihnen, so wie den Jamben des Herrn v. Kotzebue überhaupt, durchaus das Vollgewicht, womit sich die tragischen Sylbenmaße anderer Dichter, z. B. eines Schillers, so unvergeßlich und tief in die Seelen ihrer Zuhörer drücken.
In dem Versuch, nach Moliere, in Knittelversen, der dieser nämlichen Periode seine Entstehung verdankt, gleicht die Behandlung der, wie Herr Soltau kürzlich Reinike de Voß, ins Hochdeutsche übersetzt hat: wir brauchen kaum hinzuzusehen, daß diese Manier völlig falsch und am Ende auf weiter nichts, als eine Modernisirung hinausläuft. In den barmherzigen Brüdern ist das Metrum gar strophenartig. Ueberhaupt ist die Naivität ein Feld, worauf sich unser Dichter so wenig wie möglich hinwagen sollte, weil er dort dem Kenner und aufmerksamen Forscher des menschlichen Herzens gar zu viele Blößen gibt. Wie tief z. B. steht er, in der silbernen Hochzeit, nicht unter Iffland! Desto {71}

origineller aber zeigte er sich in seinen beiden Klingsbergen. Hier ist er nun einmal wieder ganz an seinem Platz. Die manierierte Darstellung der höhern Stände, die Höfe, ihre Politur, so wie die gänzliche Charakterlosigkeit, die man hier entweder wirklich hat, oder aus gutem Ton zu haben vorgibt, müssen einem Dichter sehr zu statten kommen, dem die Schilderung idealer und wirklicher Charaktere nie sehr von der Hand wollte. In der That ist es ein Minimum von Motiven, das an einen loosen und ungefähren Faden von Handlung aufgehängt, verhindert, daß die beiden Grafen Klingsberge nicht eben so, wie die beiden ihnen verwandten gleichzeitigen Stücke, der Wildfang und der Wirrwarr, die aller Stützen des Charakters entbehren, völlig und in Possen aufgelöst, auseinander fallen.

Das Honigfaß
oder
Fabel des Polyidos.
Wir schicken diese Fabel voraus, der nächstens eine würdigende Anzeige des Stücks dieses Namens von zwei durchaus verschiedenen und gleich kenntnißreichen Kunstrichtern, nachfolgen soll.
D. Red.

„Glaukos, Sohn des Minos und der Pasiphae, fiel, während des Ballspieles, in ein Honigfaß. Die Eltern suchten ihn und befragten Apollon. Dieser antwortete: euch ist ein Wunder geboren; wer dieß löst, wird euch den Knaben wiedergeben. Minos fing an, nach vernommenem Spruch, die Seinen um das Wunder zu befragen. Sie sagten ihm, es sey ein Kalb geboren, welches dreimal, alle vier Stunden, die Farbe wechsle, erst weiß, dann roth, und endlich schwarz werde. Um aber das Wunder zu lösen, berief Minos seine Wahrsager zusammen. Da diese es nicht vermochten, so zeigte Polyidos, Sohn des Kviranos aus Byzanz, es sey der Frucht des Maulbeerbaums ähnlich; diese sey erst weiß, dann roth, gereift aber schwarz. Da sprach Minos zu ihm: nach Apollons Spruch mußt du mir meinen Sohn wiederschaffen. Als Polyidos ein Zeichen erforschte, sah er eine Eule über einem Weinkeller sitzen und die Bienen scheuchen. Nach diesem erhaltenen Zeichen zog er den Knaben aus dem Fasse. Da sprach Minos: der Leib ist gefunden; gib ihm nun auch die Seele wieder! Als Polyidos dieß für unmöglich erklärte, ließ ihn Minos mit dem Knaben in das Grabmal verschließen, und ein Schwert dazu legen. Da sie nun eingeschlossen waren, ging plötzlich eine Schlange hervor auf des Knaben Leib, Polyidos, welcher glaubte, sie wolle ihn verzehren, tödtete sle rasch mit dem Schwert.
Eine andre Schlange, die sich paaren wollte, sah sie getödtet, kroch fort, brachte ein Kraut, und belebte sie durch Berührung mit demselben. So that auch Polyidos. Da sie nun in dem Grabmal sprachen, verkündigte dieß ein Vorübergehender dem Minos, der nun das Grabmal öffenen ließ, und seinen Sohn unverletzt wieder erhielt, den Polyidos aber mit vielen Geschenken in sein Vaterland zurücksendete.

So erzählt Hyginus in der 136. Fabel, und kürzer Palaiphatus in der 27. mit beigefügtem Zweifel an der Möglichkeit und Versuch, es auf seine Weise zu erklären. Bekanntlich hat Hygin die meisten seiner Mythen aus Dramen geschöpft, und es ließe sich schon daraus vermuthen, daß dieser Stoff wohl möchte des Kothurns würdig geachtet worden seyn. Diese Vermuthung nun bestätigen Fischers im Palaiphateischen Register, unter dem Wort Polyidos, angeführten Stellen, aus welchen erhellt, daß Sophokles, Euripides, und, was noch sonderbarer scheint, Aristophanes diesen Stoff bearbeitet hatte, aus welchem letztern, einigen Spuren nach zu urtheilen, Hygin wahrscheinlich schöpfte. Es ist aber sehr zu bedauern, daß jene Stücke für uns verloren sind, und wir mit einigen Sentenzen des Euripides, und einigen Versen aus der sophokleischen und aristophanischen Arbeit vorlieb nehmen müssen; so daß wir nichts gewinnen, als die Bemerkung, wie fast zu jeder Zeit, mehr oder weniger, eine Einseitigkeit dieser oder jener Art sich festgesetzt habe. Soviel stehe hier, als historischer Beleg, zu einer Behauptung, welche in der Erkenntniß des neuen Polyidos, sich von selbst rechtfertigen wird.

Leipzig, in der Dykischen Buchhandlung 1805 - Kleine Satyren und Tändeleien von Friedr. Christoph Weisser.
Recensent freut sich, in Herrn Weisser einen talentvollen Mann kennen zu lernen, der durch diese Versuche Hoffnung gibt, in dem Fache der Satyre, das leider in Deutschland noch zu wenig bearbeitet wurde, künftig etwas Braves zu leisten. Er schreibt mit so vielem Verstande und so vieler Natürlichkeit, und dabei mit einem so guten Geschmacke, daß er weder durch zu hohe Gedanken beschwerlich fällt, noch durch Niedrigkeit beleidigt. Im seinen Erzählungen findet man einen leichten, fließendem Ton, wenn auch keine sinnreiche Erfindung; sein Stil ist korrekt, wenn auch ohne Ausdruck und Charakter; seine Kombinationen sind ohne Zwang und Anstrengung, wenn {72}

auch ohne Phantasie; seine Ansicht der Dinge ist richtig und wahr, wenn auch alltäglich; seine Grundsätze sind reinsittlich, wenn auch ohne poetische Kraft; seine Sentenzen sind überzeugend, wenn auch längst bekannt; er ist fein ohne Stachel, ironisch ohne Bitterkeit, heiter ohne Laune, komisch ohne Humor, satyrisch ohne Witz. Genie und Originalität zeigt er zwar nicht, aber dafür hat er sich auch von Sonderbarkeit und Phantasterei recht weit entfernt gehalten; und wenn er sich durch die Lektüre guter Satyriker nur noch zu bilden sucht, so kann er das, was ihm fehlt, mit der Zeit noch wohl ersetzen. Die Einfälle hat er diesmal unter eine besondere Rubrik gebracht, aber wir rathen ihm, sie künftig bei der Arbeit selbst zu verbrauchen; indeß wollen wir, um ihn und das Publikum noch besonders aufmerksam darauf zu machen, einige davon ausheben, mit der ausdrücklichen Versicherung, daß unsere Strenge, mit der wir ihn richteten, bloß die Absicht hatte, ihm unsere Achtung zu bezeugen.
„Warum sind satyrische Schriften in unsern Tagen so selten? Beinahe sollte man glauben, bloß die Narren unter uns könnten schreiben."
„Die Mode ist eine zweite Vesta. Ihre Priesterinnen bekommen keine Männer."
„Man spielt gewöhnlich, um die Zeit zu tödten, also gerade aus einem Grunde, aus dem man es unterlassen sollte."
„Der glücklichste Spieler ist derjenige, den das Spiel bloß arm gemacht,"
„Das Unglück ist dem Feigen ein Riese, dem Muthigen ein Zwerg."
„Die Ehe ist eine Hölle, in welcher nicht bloß Gottlose, sondern nur zu oft die frömmsten Männer gepeinigt werden."
„Die besten und die schlechtesten Köpfe findet man im Dienste der Musen."
„Seinen Witz unterdrücken, ist der höchste Grad von Selbstbeherrschung."
„Ein Dichterling schwingt sich auf die Schultern der Schande, und hofft von ihr in den Tempel des Ruhms getragen zu werden.“
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Miscellen.

Promenade du gras boeuf ist den 17. Febr. zu Paris mit großer Feierlichkeit gehalten worden. Der Ochse, mit Blumen bekränzt, und von 100 Fleischern in Festtagskleidern begleitet, wurde in allen Stadtvierteln herumgeführt, und nachdem die Prozession zu Ende war, geschlachtet. Es gab einen großen Auflauf von Menschen dabei. Wenn es bei uns in Thüringen und Franken, mit den Lieferungen von Stroh, Haber und Heu, wie fortgeht: so werden wir auch bald nach Paris reisen müssen, um einen fetten Ochsen zu sehen.
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Bayreuther Zeitung. Das Journal de Paris gibt so eben aus der Bayreuther Zeitung den Auszug eines Artikels, der Rußland betrifft. Es heißt daselbst: daß die Erbitterung in diesem Lande gegen die Franzosen so groß sey, daß selbst die Weiber, zu ihrer Vernichtung, in Masse aufstehen und marschieren wollten. Dabei gibt das Pariser Journal scherzhaft zu verstehen: wenn dieß Mittel zur Ausführung käme, daß dadurch der Franzosen in der Welt eher mehr, als minder werden möchten.
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Buchhändlers und Schriftstellerkorrespondenz.
I.
Fix an Schmierl.
Bei jetziger Annäherung der Ostermesse, wollte bei Ewr. Wohlgeb. gehorsamst, wegen eines Sortiments guter Hexameter, anfragen. Etwa circa 10 Bogen, nach unserm gewöhnlichen Honorarfuß; müssen aber von der besten Sorte, und wenigstens so seyn, wie sie ein gewisser Pfarrer von Grünau, in seiner Louise, neulich gemacht haben soll. Wegen der Länge inkommodieren sich Ewr. Wohlgeb. nicht zu sehr: darauf kommt wenig an, wenn sie nur sonst gut und prächtig fabriziert sind. So a 10 bis 12 Fuß können wir sie in unsrer Offizin immer noch brauchen. Auch dient Ewr. Wohlgeb. zur Nachricht, wasmaßen wir die Einrichtung getroffen, wo sie gar zu lang sind, daß sie, gleich den Noten, in den übrigen Taschenbüchern, umgelegt und eingeschlagen werden können. Der ich die Ehre habe, mich zu nennen Ewr. Wohlgeb.
Dienstwilligster
Fix, auch genannt Druckebald.

II.
Schmierl an Fix.
Hier, mein bester Herr Druckebald, schicke ich Ihnen die verlangten 10 Bogen Hexameter. Herr v. Kotzebue sagt zwar, in seinem Freymüthigen, an dem ich die Ehre habe, ein Mitarbeiter zu seyn, daß sie leicht zu machen wären: aber der Teufel hohl's: das Zeug hat mir Mühe genug gekostet, und ich habe beinahe eine ganze Woche darüber zugebracht. Apropos! Bei ihrer neulichen Ankündigung im Reichsanzeiger, hat sich ein garstiger Druckfehler eingeschlichen. Das Stück, das Sie da anführen, heißt nicht „die beiden Königsberger" sondern die beiden Klingsberge; auch ist nicht der Pfarrer Grünau, sondern Voß der Verfasser von der Luise. Er ist jetzt Professor in Halle, und Ebenderselbe, der die berühmte Staatengeschichte geschrieben hat. Retouchiren Sie das: es könnte ihnen bei ihren Gegnern einige Blößen geben. Der ich die Ehre habe, mich zu nennen
Ewr. Wohlgeb.
Ergebenster
Schmierl,
Poeta laureat,