1806.  No. 55.

Elysium.

Zeitung für Poesie, Kunst und neuere Zeitgeschichte.

Mittwoch, den 23. Juli.

Kunstanzeige
Schillers Büste von Weisser.
Herr Weisser aus Berlin, der sich vor einiger Zeit bereits durch seine sprechend ähnliche Büste des verstorbenen Herzogs von Braunschweig-Oels, die er nach der Todtenmaske aufs glücklichste zu beleben gewußt, als einen talentvollen Künstler ankündigte, hat seit kurzem auch die Büste Schillers vollendet, die wir den Verehrern des Unvergeßlichen um so mehr empfehlen können, als es dem Künstler auch in dieser Arbeit gelungen ist, die individuelle Bildung des Dichters in frappanter Aehnlichkeit mit einer gewissen Großheit in den Formen zu verbinden, welche in der ähnlichen Physiognomie auch den Geist und Charakter des Urbildes auf eine würdige Art ausdrückt. Dadurch hat diese Büste zugleich einen Kunstwerth erhalten, der sie über eine bloß treue Porträtnachahmung erhebt, und sie zur Ueberlieferung der Individualität Schillers an die Nachwelt besonders qualifiziert. Der Künstler ist jetzt mit der Ausführung der Büste des Herzogs von Braunschweig-Oels in Marmor, für die hiesige herzogliche Bibliothek, beschäftigt. Wahrscheinlich wird seine Büste Schillers eben daselbst in Marmor aufgestellt werden.

Einige Auszüge aus Schubarts Charakteristiken der Tonkünstler und Virtuosen.
Jomelli.
Der Schöpfer eines neuen Geschmacks, und sicher eines der ersten musikalischen Genies, die jemals gelebt haben. Dieser unsterbliche Mann brach sich, wie alle Geister ersten Ranges, eine ganz eigene Bahn. Sein höchst feuriger Geist blickt aus allen seinen Sätzen hervor, brennende Imaginazion, glühende Phantasie, großes harmonisches Verständniß, Reichthum melodischer Gänge, kühne starkwirkende Modulazionen, eine unnachahmliche Instrumentenbegleitung – sind der hervorstechende Charakterzug seiner Opern. Auch erhob sich Jomelli zum Rang eines musikalischen Erfinders. Das staccato der Bässe, wodurch sie fast den Nachdruck des Orgelpedals erhielten, die genauere Bestimmung des musikalischen Kolorits, und sonderlich das allwirkende crescendo und decrescendo sind sein. Als er diese Figur in einer Oper zu Neapel zum erstenmale anbrachte, richteten sich alle Menschen im Parterre und den Logen auf, und aus weiten Augen blickte das Erstaunen. Man fühlte die Zauberkraft dieses neuen Orpheus, und von der Zeit an hielt man ihn für den ersten Tonsetzer der Welt. – Niemand verstand die Kunst besser, seinen Satz nach den Wirkungen des Schalles ein- {222}

zurichten, als Jomelli. In kleinen Zimmern und Sälen thun seine meisten Sätze eine sehr schlechte Wirkung; hingegen in großen Schauspielhäusern, wie z. B. in Wien, Neapel, Stuttgard, ist ihr Effekt desto erstaunenswürdiger. Das ganze Opernhaus scheint eine Tonsee zu seyn, wo jede Woge, jede Welle, oft das Plätschern jeder einzelnen Note, bemerkt werden kann. – Jomelli starb zu Neapel am Schlagfluß, aus Schrecken oder aus Aergerniß, über den unglücklichen Erfolg, den seine letzte Oper hatte; und aus Neid über die Palmen, welche der deutsche Schuster errang. Indessen wird Jomelli's Andenken in der Geschichte der Tonkunst ewig unvergeßlich bleiben, und die Zöglinge der Musik werden seine Partituren studiren, wie Maler und Bildhauer die Antiken.

Paisiello.
Ein modischer, ungemein lieblicher Tonsetzer; Zuckerwerk regnet aus seinen Fäusten; derbe Speise darf man aber bei ihm nicht suchen. Er hat seinen Ruhm meist den Damen zu verdanken, die sich in seine Süßigkeiten verliebten, wird aber von allen Kennern, stets als ein Blüthenbaum betrachtet werden, – hübsch anzuschauen, von dem sich aber keine dauernden Früchte erwarten lassen. (Dieser musikalische Adonis war es, wenn wir nicht irren, welcher einst eine treffliche Musik von Haydn eine porcheria tedesca nannte.)

Nardini.
Tartini's größter Schüler, ein Geiger der Liebe, im Schoß der Grazien gebildet. Die Zärtlichkeit seines Vortrags läßt sich unmöglich beschreiben; jedes Komma scheint eine Liebeserklärung zu seyn. Sonderlich gelang ihm das Rührende im äußersten Grade. Man hat eiskalte Fürsten und Hofdamen weinen gesehen, wenn er ein Adagio spielte. Ihm selbst tropften oft unter dem Spielen Thränen auf die Geige. Jeden Harm seiner Seele konnte er auf sein Zauberspiel übertragen; seine melancholische Manier aber machte, daß man ihn nicht immer gern hörte; denn er war fähig die ausgelassenste Phantasie vom muthwilligsten Tanze auf Gräber hinzuzaubern. Sein Strich war langsam und feierlich, doch riß er nicht wie Tartini die Noten mit der Wurzel heraus, sondern küßte nur ihre Skizzen. Er stakkirte ganz langsam, und jede Note schien ein Blutstropfen zu seyn, der aus der gefühlvollesten Seele floß.

Graun.
Der Hauptzug in seinem musikalischen Charakter war: alles dem Gesang, und nur wenig den Instrumenten anzuvertrauen. – Weil er selbst sehr gut sang, so setzte er auch alle Arien so sangbar, daß sie noch heute mit dem Gemeinsinn aller Welt sympathisiren. Zartheit in Gefühlen, reine Phantasie, herrlicher Verstand, jugendlicher Geist, und ein Herz jeder guten Empfindung offen, zeigt sich in den Partituren Grauns. Die Natur jedes Instruments kannte er aus dem Grunde; wie der große Maler Farben auf seiner Palette mischt, so mischte er Töne. An Gründlichkeit kam ihm kaum ein Meister der Welt bei; in allen musikalischen Spielen zeigte er sich als Meister. –  Seine letzte Arbeit war das große Te Deum laudamus auf die Prager Schlacht, voll Würde, Natur, Majestät, Kunst und Harmonie, kurz das erste Te Deum laudamus der Welt. Er starb, der große göttliche Mann, im 40sten Jahre seines Alters. Friedrich, sein König, stand eben in Böhmen von Legionen Feinden umringt, als er die Nachricht von Grauns Tode erhielt. Er stuzte, schüttelte den Kopf und sagte: „vor acht Tagen verlor ich meinen ersten Feldmarschall, jetzt meinen Graun. – Großer Mann ist großer Mann! Ich werde keinen Feldmarschall und keinen Kapellmeister mehr machen, bis ich einen Schwerin und einen Graun wieder finde."

Franz Benda, der ältere.
In seinen besten Jahren spielte er die Violine wie ein Zauberer. Er bildete sich wie alle große Genies selber. Der Ton, den er aus seiner Geige zog, war der Nachhall einer Silberglocke. Er spielte zwar nicht so geflügelt, wie es jetzt unsre raschen Zeitgenossen verlangen; aber desto saftiger, tiefer, einschneidender. Im Adagio hat er beinahe das Maximum erreicht, er schöpfte aus dem Herzen, und drang in die Herzen, und man hat öfter Leute weinen sehen, wenn Benda ein Adagio spielte. Als Lolli in Berlin war, spielte ihn Benda ein Adagio, obgleich seine Hände schon sehr steif waren, so unaussprechlich sangbar, daß Lolli in Entzücken zerfloß und ausrief: „könnt ich so ein Adagio spielen! aber ich muß zu viel Harlekin seyn, um meinen Zeitgenossen zu gefallen." –

Elisabeth Mara geb. Schmehling.
Sie und die Gabrieli wetteifern mit einander um den Lorber des Gesanges; alle wahren Kenner aber haben ihn bereits für die Mara entschieden. Ihre Tonleiter ist von erstaunlichem Umfang, sie reicht vom Tenor a bis ins c, folglich durch neunzehn goldene Sprossen, mit höchster Feinheit und Richtigkeit hinauf. Sie liest alles vom Blatt weg, was man ihr vorlegt; ist im Adagio so stark, wie im Allegro. In ihren Bravourarien bringt sie die erstaunenswürdigsten Läufer mit der größten Genauigkeit heraus. {223}

Ihre Stimme ist klar und durchschneidend. Triller, Fermaten, Mordenten, Läufer, Mezzotinto, sonderlich ihre Cadenzen sind unvergleichlich schön. Alles dieß vereinigt sie mit einer Herzensfülle, die in jeden Hörer überströmt, und ihn mit Entzücken erfüllt. In jedem Stile singt sie gleich vortrefflich. Ihr gelingt ein Lied wie ein Choral, weil sie die weißen Noten mit ausnehmender Kraft hebt und trägt. Sie hat nie im Komischen gesungen; doch hat sie, wie alle große Sängerinnen, Launen. Als der Großfürst (nachheriger Kaiser Paul I.) in Berlin war, sollte sich die Mara in einer neuen Oper auszeichnen. Sie sang aber aus Kaprize schlecht, weil man ihr nicht diejenige Rolle gab, die sie verlangte. Lächelnd sagte der König zu dem Großfürsten: leichter wird es mir die 200,000 Köpfe meines Heers zu lenken, als dieß Weiberköpfchen hier.“

Gebrüder Blas.
Wenn Castor und Pollux die Hoboe geblasen hätten, beide von dem Gott begeistert, der sie gezeugt hat, so konnten sie kaum besser geblasen haben, als diese beiden. Sie waren beide Spanier, verpflanzten sich nach Deutschland, bildeten ihren Geschmack unter Jomelli, und erreichten eine ungewöhnliche Höhe auf ihrem Instrument. Dieses Brüderpaar ist eine ganz ungewöhnliche Erscheinung in der Tonkunst. So wie sie sich einander unaussprechlich liebten, so sympathisirte auch ihr musikalischer Vortrag. Wer sie gehört hat, der hat das Ultimatum im musikalischen Vortrag gehört. Ein Gedanke verfolgte den andern, ein Hauch hob den andern. Diese Sympsychie hatte man in Europa noch nie gehört; es schien wechselseitige Freundschaftserklärung zu seyn, von zwei verschwisterten Engeln. Beide komponirten, beide trugen ihre Sätze meisterhaft vor; und kein Mensch war fähig zu entscheiden, wer der Größere sey. Die Verschwisterung der Töne, das Schwellen und Sinken des Portamento, das Sangähnliche, und wenn man sagen darf, das Verliebte und Freundliche hat vielleicht so lange die Welt steht, niemand besser ausgedrückt als diese Brüder. Der jungere starb zu Ludwigsburg, – da warf der ältere seine Hoboe weg, und verdorrte in Spanien.

Charakteristik der Tone, von Schubart.
Jeder Ton ist entweder gefärbt oder nicht gefärbt. Unschuld und Einfalt drückt man mit ungefärbten Tönen aus. Sanfte, melancholische Gefühle mit B Tönen; wilde und und starke Leidenschaften mit Kreuztönen.
C dur, ist ganz rein. Sein Charakter heißt: Unschuld, Einfalt, Naivetät, Kindersprache.
A moll, fromme Weiblichkeit und Weichheit des Charakters.
E dur, Gefälligkeit und Ruhe.
D moll, schwermüthige Weiblichkeit, die Spleen und Vapeurs brütet.
B dur, heitere Liebe, gutes Gewissen, Hoffnung, Hinsehnen nach einer besserer Welt.
H moll, Mißvergnügen, Unbehaglichkeit, Zerren an einem verunglückten Plane; mißmuthiges Nagen am Gebiß, mit einem Worte: Groll und Unlust.
Es dur der Ton der Liebe, der Andacht, des traulichen Gesprächs mit Gott; durch seine drei B die heilige Trias ausdrückend.
C moll, Liebeserklärung, und zugleich Klage der unglücklichen Liebe. Jedes Schmachten, Sehnen, Seufzen der liebetrunknen Seele liegt in diesem Tone.
As dur, der Gräberton; Tod, Grab, Verwesung, Gericht, Ewigkeit liegen in seinem Umfange.
F moll, tiefe Schwermuth, Leichenklage, Jammergeächz und Grab verlangende Sehnsucht.
Des dur, ein schielender Ton, ausartend in Leid und Wonne. Lachen kann er nicht, aber lächeln, heulen kann er nicht, aber wenigstens das Weinen grimassiren. Man kann sonach nur seltene Charaktere und Empfindungen in diesen Ton verlegen.
B moll, ein Sonderling, mehrentheils in das Gewand der Nacht gekleidet. Er ist etwas mürrisch, und nimmt höchst selten eine gefällige Mine an. Mokerien gegen Gott und die Welt; Mißvergnügen mit sich und allem; Vorbereitung zum Selbstmord - hallen in diesem Tone.
Ges dur, Triumpf in der Schwierigkeit, freies Aufathmen auf erstiegenen Hügeln; Nachklang einer Seele die stark gerungen, und endlich gesiegt hat - liegt in allen Applikaturen dieses Tones.
Es moll, Empfindungen der Bangigkeit des allertiefsten Seelendranges; der hinbrütenden Verzweiflung; der schwärzesten Schwermuth, der düstersten Seelenverfassung, Jede Angst, jedes Zagen des schauernden Herzens athmet aus dem gräßlichen Es moll. Wenn Gespenster sprechen könnten, so sprächen sie ungefähr aus diesem Tone.
H dur, stark gefärbt, wilde Leidenschaften ankündigend, aus den grellesten Farben zusammengesetzt. Zorn, Wuth, Eifersucht, Raserei, Verzweiflung und jeder Jast des Herzens liegt in seinem Gebiete.
Gis moll, Griesgram, gepresstes Herz bis zum Ersticken; Jammerklage, die im Doppelkreuze hinseufzt; {224}

schwerer Kampf, mit einem Wort, alles was mühsam durchdringt, ist dieses Tones Farbe.
E dur, lautes Aufjauchzen, lachende Freude, und noch nicht ganzer, voller Genuß liegt in E dur.
Cis moll, Bußklage, trauliche Unterredung mit Gott, dem Freunde, und der Gespielin des Lebens. Seufzer der unbefriedigten Freundschaft und Liebe liegen in seinem Umkreis.
A dur, Erklärungen unschuldiger Liebe; Zufriedenheit über seinen Zustand; Hoffnung des Wiedersehens beim Scheiden des Geliebten; jugendliche Heiterkeit und Gottesvertrauen.
Fis moll, ein finsterer Ton: er zerrt an der Leidenschaft, wie der bissige Hund am Gewande. Groll und Mißvergnügen ist seine Sprache. Es scheint ihm ordentlich in seiner Lage nicht wohl zu seyn; daher schmeichelt er immer nach der Ruhe von A dur, oder nach der triumphirenden Seligkeit von D dur hin.
D dur, der Ton des Triumphs, des Halleluja, des Kriegesgeschreies, des Siegsjubels. Daher setzt man die einladenden Symphonien, die Märsche, Festtagsgesänge, und himmelaufjauchzenden Chöre in diesen Ton.
H moll, ist gleichsam der Ton der Geduld, der stillen Erwartung seines Schicksals, und der Ergebung in die göttliche Fügung. Darum ist seine Klage so sanft, ohne jemals in beleidigendes Murren oder Wimmern auszubrechen. Die Applikatur dieses Tones ist auf allen Instrumenten ziemlich schwer; deshalb findet man auch so wenige Stücke, welche ausdrücklich in selbigem gesetzt sind.
H dur, alles Ländliche, Idyllen- und Eklogenmäßige, jede ruhige und befriedigte Leidenschaft, jeder zärtliche Dank für aufrichtige Freundschaft und treue Liebe, mit einem Worte, jede sanfte und ruhige Bewegung des Herzens läßt sich trefflich in diesem Tone ausdrücken, Schade! daß er wegen seiner anscheinenden Leichtigkeit heut zu Tage so sehr vernachlässigt wird.
E moll, naive, weibliche, unschuldige Liebeserklärung, Klage ohne Murren, Seufzer von wenigen Thränen begleitet; nahe Hoffnung der reinsten in C dur sich auflösenden Seligkeit spricht dieser Ton. Da er von Natur nur Eine Farbe hat, so konnte man ihn mit einem Mädchen vergleichen, weiß gekleidet, mit einer rosenrothen Schleife am Busen. Von diesem Tone tritt man mit unaussprechlicher Anmuth wieder in den Grundton C dur zurück, wo Herz und Ohr die vollkommenste Befriedigung finden.

Miscellen.

Daß Italien so wenig tüchtige Basstimmen hervorbringt, Deutschland hingegen weit fruchtbarer daran ist, schreibt Schubart dem Weintrinken in Italien, und dem Biertrinken in Deutschland zu. Auch ist der Ausdruck Bierbaß allgemein in den Bierländern Deutschlands üblich, und gewöhnlich zeichneten sich sonst die alten Chorpräfekten durch einen solchen wohl erworbenen Vorzug aus. Indessen erzeugt doch auch Italien dergleichen Stimmen und zuweilen recht gewaltige. Vor etwa 12 Jahren, befand sich in Rom bei der päbstlichen Kapelle ein Bassist, der seinesgleichen suchte; und zum Andenken an seine Virtuosität erzählt man daselbst noch die Anekdote, daß einst ein berühmter deutscher Bassist, (wenn wir nicht irren, Fischer) sogleich nach seiner Ankunft in Rom, seinem ihm bereits von mehreren Musikern als einzig gerühmten Baßgenossen einen Besuch gemacht, und, um sich demselben sogleich zu erkennen zu geben, ihm in seinem tiefsten Baßton seinen Gruß angesungen, der Bassist der päbstlichen Kapelle aber, ihm noch um eine ganze Oktave tiefer gedankt habe.
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Weder Schweden, noch Dännemark, noch Rußland hat bisher (bis 1784) einen großen Musiker hervorgebracht, wer dort glänzte, oder noch glänzt, ist entweder Welscher oder Deutscher. — Zu den Zeiten Carls XII. der nichts als die Trommel und Trompete leiden konnte, versank die Musik so in Schweden, daß – credite posteri! – 1715 nur zwei Menschen in Stockholm waren, die Noten lesen konnten.
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Lulli ist der erste Erfinder des Menuets. Der erste Menuet wurde 1663 zu Versailles von Ludwig XIV. mit einer seiner Maitressen getanzt.
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Diderot, als Literator und Dichter berühmt, hat auch eine Theorie vom Klavierspiel herausgegeben, und über den Geist dieses Instruments tiefer nachgedacht, als je ein Franzose. Der große Bach in Hamburg war sein Führer; er besuchte ihn einst daselbst, und hatte eben den Zobelpelz an, den er von der Russischen Kaiserin erhalten hatte. Von Enthusiasmus ergriffen, zog er den Pelz aus, hing ihn neben Bach auf und sagte: „Die Kaiserin hat sich geirrt, der Pelz gebührte Ihnen." – Wie oft würden nicht die Excellenzen und Großkreuze unserer Höfe, wenn sie diderotschen Enthusiasmus hätten, in Versuchung gerathen müssen, ihr Ordensband abzunehmen, und mit den Worten Diderots auf die Staffelei, oder den Marmorblock eines großen Künstlers niederzulegen.
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Englische Schiffsanekdote. Bei einer Hafenblokade, während einer sehr düstern, stürmischen Novembernacht, kam ein blutjunger englischer Schiffslieutenant zum alten abgehärteten Kapitain Derby in die Kajüte gelaufen, und stattete ihm voll Furcht und Erschrockenheit, in der üblichen Schiffssprache, darüber Rapport ab, daß der Anker so eben nach Hause gekommen sey. „Das verdenk' ich ihm nicht, mein Seel' nicht! erwiederte ganz gelassen der alte Kapitain: wenn ich der Anker wäre, ich macht's eben so: der Teufel mag in einer so stürmischen Nacht haussen bleiben!"