Der Schriftsteller Johann Daniel Falk (Johannes Falk)

»Mehr Sein als Scheinen.«


Diese Internet-Site widme ich ausschließlich dem Schriftsteller Johann Daniel Falk. Dessen Verdienste als Diplomat und vor allem sein fast an Selbstzerstörung grenzendes Engagement für die, durch die in seiner Zeit permanent präsenten Kriegswirren, entwurzelten Kinder und Jugendlichen, bleiben hier unberücksichtigt.

Johann Daniel Falk teilt sein Schriftstellerschicksal mit dem der Mehrheit der Schriftsteller seiner Zeit, (wie auch das der Mehrheit der Schriftsteller aller  Zeiten): er geriet als solcher in Vergessenheit. Ihn dieser Vergessenheit zu entreißen, wäre sicherlich ein löbliches Unterfangen, kann aber als vergebliche Liebesmüh eingestuft werden. Was die lebendige Geschichte in zweihundert Jahren versäumt hat, läßt sich in, wenn auch gutgemeinten, aber eben nachträglichem Anstrengungen, nicht nachholen. 

Schon die Falk unmittelbar folgende Generation konnte seinen schriftstellerischen Arbeiten wenig bis kaum etwas entnehmen, was sie des Weitergebens an die Nachwelt für wert befunden hätte. Dies äußerte sich vor allem in dem sehr zurückhaltenden Bemühen um Nach- bzw. Neudrucke Falkscher schriftstellerischer Äußerungen. 

Aber gerade diese Tatsache und, nicht zu vergessen, die große Beachtung, die Falk zu seiner Zeit als Schriftsteller, vor allem als Satiriker, zuteil geworden war, bietet dem Interessierten  lohnende Aspekte, sich mit seinen Schriften zu befassen. Sie spiegeln das einmalige, nicht weitergebbare, des Kolorits seiner Zeit wieder; gerade sie erfassen in exemplarischer Weise den herrschenden Zeitgeist, wie auch die Schriften weiterer zeitgenössisch beachteter Schriftsteller, die heute ebenso vergessen sind wie Falk. Allerdings bedarf es dazu einiger, heute kaum noch anzutreffender Voraussetzungen (über die auch ich nur in geringem Maße verfüge): Kenntnis der griechischen Mythologie und der griechischen Klassiker, Sprachkenntnisse in Englisch, Französisch, Latein und Griechisch sind ebenfalls von Vorteil, unbekannte Begriffe findet man in den Wörterbüchern von Grimm und Krünitz (eher als bei Google) und nicht zuletzt sollte man sich auch mit den Händeln (Romantikerstreit!) zwischen den Dichterkollegen ein wenig auskennen.

Über seine Tätigkeit als Dichter resümiert Falk ernüchternd in seinem Geheimen Tagebuch:

Den 10. März 1820.

Ich war ein Lump mit tausend anderen Lumpen in der deutschen Litteratur, die dachten, wenn sie nur an ihrem Schreibtisch säßen, so sei der Welt geholfen. Es war noch eine große Gnade Gottes, daß er, anstatt wie die andern mich zu Schreibpapier zu verarbeiten, mich als Scharpie benutzte und in die offenen Wunden der Zeit legte.

 

Die Zeiten, in denen hauptsächlich Nach- bzw. Neudrucke vonnöten waren, um, als Voraussetzung, einem Schriftsteller Beachtung zu verschaffen, sind vorbei. Ebenso gibt es heute geeignetere Mittel, sich den Geist dieser Zeit zu erlesen. Seit ein paar Jahren kann jeder, der über einen Internetanschluß verfügt und mit ein paar Grundregeln des Umgangs mit demselben vertraut ist, dem schriftstellerischen Zeitgeist Falks, so er denn nichts Besseres zu tun hat, nachspüren. Bekanntlich kann man unter Google Books viele alte Schriften im Original, so auch den größte Teil der Schriften Falks, kostenlos lesen. Vorausgesetzt, man beherrscht die deutsche Frakturschrift und man wappnet sich mit der Geduld, die teilweise miserabel eingescannten Buchseiten (die aber nur teilweise der schlechten Qualität der Vorlagen geschuldet sind) zu entziffern. Seit Neuerem sind diese Ausgaben auch als „Print on demand“ zu haben; das allerdings nicht mehr kostenlos.

Wozu also diese Internet-Site? 

Weit schlechter noch als die Scans der einzelnen Seiten fällt die Texterkennung (OCR) aus; sie ist teilweise unlesbar und für die Suche eher ungeeignet. Hier verbinde ich den Spaß und die Mühen beim Lesen der falkschen Texte mit dem gleichzeitigen Mühsal, die OCR-Texte zu korrigieren und hier zu veröffentlichen. Das geschieht nach Lust und Laune und nach den folgenden Prinzipien:

- die Schriften werden, wie im Original veröffentlicht, gelesen und bearbeitet

- Original-Rechtschreibung und Grammatik werden beibehalten 

- für die korrekte Wiedergabe  griechischer und lateinischer Stellen übernehme ich keine Garantie

- Anmerkungen Falks stehen in eckigen Klammern [an der anmerkenden Stelle]

- Seitenzahlen sind in geschweiften Klammern eingefügt {2}

- Inhaltsverzeichnisse, Namens- und andere Register wurden, wenn entbehrlich, weggelassen 

- auf eigene Kommentare wird ebenfalls verzichtet

- die Texte sind nicht formatiert

Ergänzt wird die Site nach und nach durch einen, noch zu erweiternde, Schriftsteller-Lebenslauf (Wie ihn seine Kritiker sahen), eine vorläufige Bibliographie und eine kleine Galerie.

Und nicht zuletzt bitte ich die Leser, mich auf Fehler aufmerksam zu machen - denn wer ist schon fehlerfrei?